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Duderstadt Künstlerin bemalt Schulgarage mit Kinderbuch-Figuren
Die Region Duderstadt Künstlerin bemalt Schulgarage mit Kinderbuch-Figuren
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20:25 26.09.2019
Garageneinweihung mit Namensgeber Paul Maar an der Grundschule in Hilkerode. Quelle: Swen Pförtner
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Hilkerode

Farbenfrohe Bilder von Figuren aus Paul Maars Kinderbüchern schmücken neuerdings die Hilkeröder Grundschule, die nach dem Autor benannt ist. Der Bamberger reiste zur Präsentation der Graffiti jetzt sogar persönlich an.

Rote Borstenhaare, Rüsselnase und viele blaue Punkte im Gesicht: Das Sams, die Hauptfigur aus Maars neunbändiger Kinderbuchserie, schmückt seit ein paar Tagen die Giebelfront der Schulgaragen. Fröhlich grüßt das kindähnliche Wesen im Taucheranzug jeden, der den Schulhof betritt. Weitere Figuren aus Maars Büchern, etwa der tatöwierte Hund oder Herr Taschenbier, aber auch das Schulmaskottchen, ein Känguru, hat die Duderstädter Graffiti-Künstlerin Susanne Bednorz auf die Tore und Wände der Garagen gesprüht.

Paul Maar vor den neu gestalteten Garagen. Quelle: Swen Pförtner

Zum Erntedankfest, bei dem die 57 Schulkinder mit ihren Lehrerinnen die neue Bemalung feierten, war der 81 Jahre alte Autor aus Bamberg gekommen. Er hatte mit einer 500-Euro-Spende die Graffiti-Aktion ermöglicht. 

Ein Bogen Paul-Maar-Briefmarken

„Tiefe Dankbarkeit“ erfülle ihn, dass die Hilkeröder ihre Schule 2008 unter der damaligen Schulleiterin Helga Wolf nach ihm benannt hätten, erklärte der Schriftsteller. Eine „große Ehre“ sei das für ihn. Er fühle sich mit dem Eichsfeld-Dorf verbunden. Erfreut zeigte sich Maar, dass Bednorz die Figuren, mit denen er seine Bücher illustriert habe, so gut wiedergegeben hätte. Schulleiterin Andrea Ohse überreichte er ein großes Paul-Maar-Buch und einen Bogen mit Paul-Maar-Briefmarken.

Detail an der neuen Garage – eindeutig das „Sams“. Quelle: Swen Pförtner

Ohse revanchierte sich mit einer Kiste Eichsfelder Spezialitäten, manches daraus aus dem Schulgarten. Als sie Maars E-Mail mit dem Angebot einer Geldspende in ihrem Postfach gefunden hätte, habe sie ihren Augen nicht getraut, bekannte die Lehrerin. Erst ein Telefongespräch mit dem Autoren habe sie überzeugt, dass sich niemand einen Scherz erlaubt hatte. Fröhlichkeit verbreiten die bunten Figuren nun im Eingangsbereich der Schule. Vorbei sei die Zeit, wo ein heruntergekommener Garagenkomplex den ersten Eindruck geprägt habe.

Elterngruppe „Farbe und Pinsel“

Ohse würdigte den Einsatz des Ortsbürgermeisters. Michael Skupski (parteilos) schaue regelmäßig in der Schule vorbei und frage, ob er helfen könne. Skupski und der von ihm mobilisierten Elterngruppe „Farbe und Pinsel“ sei es zu verdanken, dass schadhafte Stellen an den Garagen im vergangenen Jahr ausgebessert und das Gebäude frisch gestrichen worden sei. Sie hätten auch die Geräte auf den beiden Spielplätzen im Ort auf Vordermann gebracht.

Heruntergekommen: So sahen die Garagen vor der Verschönerung aus. Quelle: r / Skupski

Skupski wiederum dankte Autor Maar für dessen Spende: „Wenn ich einen der Wunschpunkte im Gesicht des Sams zur Verfügung hätte, würde ich mir mehr Menschen wie sie wünschen.“ Der Ortsbürgermeister lobte auch Künstlerin Bednorz als „seltenen Glücksfall“. Hilkerodes Schulgaragen seien nun „einmalig im Eichsfeld“.

Eine Woche Arbeit investiert

Die Künstlerin berichtete, wie sie die Bemalung auf dem Sofa zu Hause entworfen hat. Eine Woche lang arbeitete sie von morgens um 8 Uhr bis mittags um 13 Uhr in Hilkerode. Auf einem wackligen Gerüst stand sie – und kämpfte mit Höhenangst. Die Schulkinder sahen zu und staunten. Passanten fragten Bednorz: „Wie machen sie das nur?“

Paul Maar spricht vor den Schülern. Quelle: Swen Pförtner

An die kleine Feier an den Schulgaragen schloss sich das Erntedankfest der Schule in der Sporthalle an, an der neben Maar auch die evangelische Pastorin Claudia Edelmann teilnahm. Eine Stunde lang boten die Kinder Programm, sangen Lieder unter anderem über das Sams. Sogar einen Sams-Tanz hatten sie einstudiert. Mit Seilspringen war die Sport-AG zu sehen. Anschließend labten sich alle an den Erntedank-Buffet, das in einem der Klassenzimmer aufgebaut worden war.

Kinderbuchautor und Illustrator

Kinderbuchautor Paul Maar hat einen Teil seiner Kindheit beim Großvater verbracht. Der Gastwirt, der seine Kunden mit Geschichten unterhielt, erkannte das erzählerische Talent des Enkels früh und förderte ihn. Der Vater dagegen hasste es, wenn sein Sohn faul herumsaß und Bücher las. Maar studierte Bildende Künste und arbeitete danach einige Jahre als Lehrer. Um seine Kinder zu unterhalten, begann er sich Geschichten auszudenken. 1968 erschien sein erstes Kinderbuch, das von einem tätowierten Hund handelt. Der erste Band über das Fabelwesen Sams kam 1973 heraus. Acht weitere Bände folgten. Weil er als Schriftsteller Erfolg hatte, machte er sich 1976 als freier Autor und Illustrator selbstständig. 1998 stiftete der Bamberger das Stipendium Paul Maar, mit dem er zehn Jahre lang Nachwuchsautoren des Kinder- und Jugendtheaters förderte. Nach Maar sind mittlerweile 14 Schulen benannt. Eine davon ist seit 2008 die Grundschule in Hilkerode. Die Initiative hatte die damalige Schulleiterin Helga Wolf ergriffen, die Maar persönlich kannte.

Von Michael Caspar

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