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Duderstadt Duderstädter Küster Ernst Parecker geht in Ruhestand
Die Region Duderstadt Duderstädter Küster Ernst Parecker geht in Ruhestand
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13:56 15.03.2019
Küster Ernst Parecker geht nach 37 Jahren in den Ruhestand. Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

Parecker hatte eigentlich eine Anstellung am Theater in Hildesheim. Dass er als Küster in Duderstadt anfing, daran sei Pfarrer Bruno Nolte schuld gewesen, der vorher einmal Kaplan in St. Cyriakus war und später in die Gemeinde Marienrode in Hildesheim ging. „Er sagte: Ernst, da gibt es eine Stelle als Küster. Willst Du Dich nicht bewerben?“, erinnert sich Parecker. Mit dem damaligen Propst Karl Kollmann habe er dann per Handschlag einen Vertrag geschlossen.

Der Türwächter

Parecker kommt ursprünglich aus Rumänien. Seine Vorfahren stammten eigentlich aus Österreich, hätten aber vom damaligen Kaiser Land in Rumänien erhalten und seien dorthin gezogen. 1973 kam Parecker als 17-Jähriger nach Deutschland.In Hildesheim habe er dann als Bühnentechniker und Statist gearbeitet. Vorerfahrung hatte er aus seiner Jugend mit Ballett und Theater. Und dann sei er Küster geworden. „Den Küsterberuf gibt es bereits seit dem dritten Jahrhundert“, erklärt er. „Früher hießen sie Ostarios, was übersetzt Tür heißt. Den Küster seien früher zuständig gewesen für das Schließen der Kirchentüren.

Umfangreiche Aufgaben

„Die Aufgaben beginnen morgens und enden abends“, sagt Parecker. Sonntags sei er immer im Dienst gewesen, denn an dem Tag seien immer viele Gottesdienste vorzubereiten. Im Lauf der Jahre seien immer weniger Menschen in die Kirche gekommen. „Früher besuchten zusammengerechnet mehr als 4000 Leute die Gottesdienste an einem Wochenende.“ Der Küster sei auch für die Dekoration in der Kirche zuständig, von einfachen Blumen bis zu den Tannenbäumen und der Krippe an Weihnachten.

Anerkennung

Insgesamt sei immer viel zu tun gewesen. Einen freien Tag in der Woche habe er erst mit der Amtsübernahme von Propst Wolfgang Damm erhalten. Ob er sich noch einmal für den Beruf Küster entscheiden würde, beantwortet er nach kurzem Zögern mit Nein. Am Theater habe er mehr Anerkennung erfahren, sagt er. Das habe er auch einmal vor einem Feuer gerettet, wofür er mit einer silbernen Medaille ausgezeichnet wurde.

Aktiv bleiben

Wenn er im Ruhestand ist, will Parecker auf jeden Fall aktiv bleiben. „Ich will auch wieder anfangen zu malen“, sagt er. Er habe früher viele Bilder gemalt, aber es habe dann die Zeit gefehlt. Auch hat er sich vorgenommen, seiner Frau zu helfen. „Ich werde schneiden, sie kocht“, sagt er. Und außerdem habe er auch Zeit, seine Kinder zu besuchen, das eine in Bremen, das andere in Kiel.

12000 Gottesdienste

„Er war 37 Jahre lang mit Engagement und Leidenschaft dabei“, betont Propst Bernd Galluschke. Das sei eine sehr lange Zeit und „eine reiche Begegnung mit Menschen“. Wie viele Menschen dem Küster in der Kirche begegnet seien, lasse sich nur schwer abschätzen. Überschlagsweise kommt Galluschke auf rund 12000 Gottesdienste, die Parecker vorbereitet habe. Dieser sei auch an einer großen Zahl Trauungen und Taufen beteiligt gewesen, habe viele Messdiener in seiner Obhut gehabt. Viele von denen seien mittlerweile auch schon Familienväter.

Ungezählte Aufstiege

Parecker habe aber auch zahlreiche Kaplane und Priester erlebt und sei dabei die Konstante im kirchlichen Leben von St. Cyriakus gewesen. „Nur Pröpste hatte er nur drei“, sagte Galluschke. Wenn man zusammenrechnen würde, wie viel Geld in den Jahren in den Gottesdiensten gesammelt wurde, komme auch eine stolze Summe zusammen. „Und wie häufig mag er den Kirchturm hinaufgestiegen sein?“

Musikalische Dankandacht

Ernst Parecker wird mit einer musikalischen Andacht am Sonntag, 17. März, in St. Cyriakus verabschiedet. Sein Sohn Werner bringt noch einige Musiker mit nach Duderstadt. Sie wollen gemeinsam zur Verabschiedung des Küsters musizieren. Der freut sich nach eigenen Angaben schon auf Gesang und Instrumente wie Cello und Harfe. Die musikalische Andacht beginnt am Sonntag um 16 Uhr in St. Cyriakus.

Von Rüdiger Franke

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