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Duderstadt Hauptschüler entdecken die Kultur für sich
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18:31 23.11.2018
Schüler der Astrid-Lindgren-Schule zeigen bei einer Werkschau die Ergebnisse ihrer Projektarbeit. Quelle: Markus Riese
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Duderstadt

Mit einer Werkschau vor Eltern und Mitschülern ging am Freitagvormittag eine ungewöhnliche Projektwoche in der Astrid-Lindgren-Hauptschule Duderstadt zu Ende. 80 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen erarbeiteten vier Tage lang in drei Projektgruppen unter professioneller Anleitung Darbietungen aus den Bereichen Tanz, Musik und Theater. Das gemeinsame Motto lautete „Freiheit ver-rückt“.

Ungewöhnliches Projekt des Kulturklosters

Tanzeinlage während der Vorführung in der Turnhalle. Quelle: Markus Riese

„Die Projektwoche war schon deshalb etwas Besonderes, weil wir mit dem Deutschen Theater Göttingen, den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen und der Göttinger Musa alle drei großen Partner des Kulturklosters im Boot hatten“, berichtet Katrin Oldenburg, Kulturreferentin für Kinder- und Jugendarbeit des Kulturklosters. Sie hatte die Idee zu diesem einzigartigen Projekt. Einzigartig deshalb, weil es keinesfalls als selbstverständlich erscheint, anspruchsvolle Kultur in eine Hauptschule zu tragen. „Ich war dementsprechend skeptisch und habe mir noch bis Sonntagabend Sorgen gemacht, ob das auch wirklich alles so klappt“, gesteht Schulleiterin Franziska Stollberg. Nachdem alle drei Gruppen die Ergebnisse ihrer viertägigen Arbeit präsentiert hatten – zunächst in der Turnhalle, dann in der Aula der Schule – wich die Skepsis Begeisterung: „Ich bin total fasziniert davon, was ihr in den paar Tagen geschafft habt“, rief sie den Beteiligten zu. „Auch Schüler, die sonst im Unterricht vielleicht nicht so aktiv mitmachen, haben sich vorbildlich engagiert und sehr diszipliniert mitgearbeitet“, lobte die Schulleiterin. „Ein solches Projekt macht etwas mit den Jugendlichen, die ja sonst nicht unbedingt viel mit dem Thema Kultur in Berührung kommen“, erklärt Oldenburg. Bei vielen werde dadurch auch das Selbstbewusstsein gestärkt. Auch sie selbst sei zwar anfangs noch skeptisch gewesen, habe dann aber schnell beobachten können, dass „sich eine super Dynamik entwickelt hat.“ Die Resonanz bei den Schülern sei sehr gut gewesen, ebenso bei den Lehrkräften.

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Spaß an Tanz, Musik und Schauspiel

Händel einmal anders: Projektarbeit in der Astrid-Lindgren-Schule.. Quelle: Markus Riese

Die Schüler der fünften und sechsten Klasse hatten unter der Leitung von Christoph Schütz und Marianne Piet Tanzchoreografien mit teils sogar recht anspruchsvollen Figuren erarbeitet. Die Siebtklässler befassten sich unter Anleitung von Sonja Catalano und Christa Sehring mit dem Thema Musik. Sie nahmen sich Händel vor – und entwickelten auf der Basis einer Arie einen dezent instrumentierten Rap-Song. Zuvor war es der Gruppe bereits gelungen, das Publikum zum Mitmachen zu animieren. Schließlich durften die Neunt- und Zehntklässler unter der Leitung von Gabriele Michel-Frei und Lisa van Buren ihre schauspielerischen Talente unter Beweis stellen. Teil der Performance war ein kurzweilig inszenierter Film, der eine Art „Making Of“ darstellte. Er erzählte unter anderem davon, wie die Darsteller im Ursulinenkloster bei Schwester Ingeborg ihre Requisiten und Kostüme beschafften.

Potenzial aus den Schülern herauskitzeln

Schüler des Theater-Projektes bei der Darbietung.. Quelle: Markus Riese

„In allen drei Gruppen ging es darum, das Potenzial der Schülerinnen und Schüler herauszukitzeln“, beschreibt Oldenburg die Intention des Projektes. Das sei hervorragend gelungen. Und das wiederum sei wichtig, denn: Vom Erfolg dieser und anderer Aktionen hängt auch ab, ob die Kulturkloster-Initiative über das Jahresende 2019 hinaus fortgesetzt werden kann. Im neuen Jahr will Oldenburg sich noch einmal mit allen beteiligten Schülern der Astrid-Lindgren-Schule treffen, um die Projektwoche auszuwerten und herauszufinden, was gut und was vielleicht weniger gut lief. Sie erhofft sich dadurch auch neue Ideen und Impulse aus der Schülerschaft.

Katrin Oldenburg (l.), Franziska Stollberg (2.v.l.) und die professionellen Projektleiter aus den Kultureinrichtungen. Quelle: Markus Riese

Zusammenarbeit mit Schulen in der Region

Das Kulturkloster Duderstadt will Kinder und Jugendliche für Musik, Theater und Tanz begeistern. Hierfür werden Workshops und Vermittlungsformate konzipiert. Getragen wird es mit Unterstützung der Stadt Duderstadt von der Stiftung der Ursulinen. Das Kulturkloster vernetzt dabei auch die drei Kooperationspartner mit Schulen und weiteren Institutionen in Duderstadt und der Region.

Schüler der Astrid-Lindgren-Schule mit Katrin Oldenburg (im Vordergrund).. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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