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Duderstadt „Kultur im Kreis“ endet vielstimmig mit Quintense
Die Region Duderstadt „Kultur im Kreis“ endet vielstimmig mit Quintense
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11:17 23.09.2018
Singen, summen, rappen und beatboxen sich in die Ohren der Duderstädter: Quintense aus Leipzig. Quelle: Helge Schneemann
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Duderstadt

Diese Band reist mit leichtem Gepäck: Außer sich selbst brauchen die Musiker von Quintense genau eine Stimmgabel. Damit waren sie zum Abschluss von „Kultur im Kreis“ am Sonnabend in Duderstadt zu Gast.

Wären nicht die Initiatoren der Veranstaltungsreihe im Raum, würde sie behaupten, das Beste käme zu Schluss, eröffnete Sabine Holste-Hoffmann, Geschäftsführerin der veranstaltenden Theater- und Konzertvereinigung (TKV), den Abend. Es sei ihr aber bewusst, dass „Kultur im Kreis“ auch 2018 wieder viele qualitativ hochwertige Veranstaltungen auf die Bühnen gebracht habe – und das Konzert mit Quintense sei eben eine davon.

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Ob es die beste war, möge beurteilen, wer alle anderen ebenfalls erlebt hat. Jedenfalls war das Konzert eines mit Klasse, Qualität – und viel Witz. 

 „Wir haben sogar Teppich!“ Die jungen Sänger aus Leipzig fühlten sich offensichtlich wohl in dem Raum, den sie am Sonnabendabend mit ihren Stimmen füllten. Wenn ihnen etwas gefiel, sagten sie das in der Aula der IGS Duderstadt von der Leber weg. Mit einer abwechslungsreichen Stückauswahl zwischen Pop, Jazz und Hip-Hop, sympatischen kleinen Gags und eben solch offenherzigen Moderationen wickelten Sabrina Häckel (Sopran), Katrin Enkemeier (Alt), Carsten Göpfert (Tenor), Jonas Enseleit (Beatbox) und Martin Lorenz (Bass) das Duderstädter Publikum in Windeseile um den kleinen Finger – und mit ihren Stimmen.

A-cappella-Sound mit eigenem Charakter

Dabei stand nicht einer der Sänger im Vordergrund, die Mischung machte es. Die Quintense-Mitglieder schlüpften von Stück zu Stück in verschiedene Rollen – die Vielfalt im Ausdruck überzeugte dabei ebenso wie die Sicherheit in der Intonation und das ausgeklügelte Zusammenspiel der Arrangements. Diese klangen selbst bei Klassikern wie „Ain’t nobody“, mit dem der Abend begann, oder „Another Day in Paradise“ kein bisschen überhört. Auch „All about that Bass“ oder „Royals“, Stücke, die in der jüngeren Vergangenheit wieder und wieder von A-cap­pel­la-Gruppen aufgegriffen wurden, hatten bei Quintense ihren eigenen Charakter, viel Witz und Wow.

Witz und Wow

Dazu trugen vor allem die ungewöhnlichen Ideen bei, die die Band immer wieder unvermittelt aufploppen ließ: Plötzliche Leerstellen mitten im Song ergaben zusammen das Bild einer springenden Schallplatte, der Beatboxer, der es locker mit jedem technisch produzierten Backing hätte aufnehmen können, wurde plötzlich zum Sänger, Rapper – oder Trompetenimitator. Der nerdig wirkende Brillenträger mit der bis dahin zarten Stimme holte plötzlich zum ganz großen Solo aus, die zierliche Enkemeier variierte zwischen Klein-Mädchen-Stimmchen und rauchig-verruchter Jazz-Diva – Beispiele wie diese gab es zahlreiche.

Duderstadts erstes Beat-Box-Orchester

Und dann musste auch noch das Publikum ran. Wer singt im Chor? Gut. Dreiviertel der Anwesenden im Raum hatten immerhin die Grundvoraussetzung erfüllt, ein zweistimmiges „Na, na, na“ hinzubekommen. Aber gleich ein Beat-Box-Orchester geben? Das war schon eine Herausforderung. Auch hier bekam es die Band wieder hin, mit Witz die Gäste au ihre Seite zu ziehen: Immerhin klinge ja mindestens das „Du“ in „Duderstadt“ wie der Anfang eines Scats. Und außerdem sei es gar nicht schlimm, sich die Abfolge der Beats nicht merken zu können. Dafür gebe es Eselsbrücken: Putzekatze putzt die Katze. Nur ohne Vokale.

Erfolgreiches Abschlusswochenende bei „Kultur im Kreis“

Mit Einlagen wie diesen gelang es Quintense, den Gedanken von „Kultur im Kreis“ nach Duderstadt zu bringen und dem Publikum einen überraschenden Abend zu bieten wie er im ländlichen Raum nicht alle Tage vorkommt. Dies sei auch 2018 wieder der Anspruch gewesen. Das Publikum habe das Angebot dankend angenommen, berichtete Sissi Karnehm-Wolf vom Arbeitskreis „Kultur im Kreis“ im Anschluss an die letzte Veranstaltung der diesjährigen Auflage. „Der Name scheint sich mehr und mehr zu etablieren“, zeigte sie sich erfreut über eine durch die Bank weg „gute bis sehr gute Auslastung“ der Veranstaltungen in diesem Jahr. Eine Bilanz soll in den kommenden Tagen gezogen werden. Fest stehe aber, dass das Abschlusswochenende mit geschätzten 2000 Besuchern am Freitagabend in Hann. Münden bei „Südlanthis, die versunkene Stadt“ und Quintense in Duderstadt am Sonnabend ein sehr besonderes gewesen sei.

Von Nadine Eckermann

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