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Duderstadt KulturKloster-Projekt Heimat und Grenze mit Schülern aus Duderstadt
Die Region Duderstadt KulturKloster-Projekt Heimat und Grenze mit Schülern aus Duderstadt
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17:30 09.10.2019
Das Bild „Wanderer auf dem Weg“ ist im Gelantinedruckverfahren entstanden. Quelle: r
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Duderstadt

Unter dem Organisationsdach des KulturKlosters sollen Kinder und Jugendliche aus den Duderstädter Schulen und der Region in Workshops ihre Assoziationen zum Thema „Heimat und Grenze“ entwickeln. Integriert werden sollen verschiedene künstlerische Richtungen von Bildern über Klänge bis zu Geschichten. Die Leiterin und Kulturreferentin Katrin Oldenburg baut dabei auf der Basis auf, die sie mit ihrer Arbeit mit Schulen geschaffen hat. Im Mittelpunkt des Projektes stehe der Gedanke, mit den Menschen aktiv ihre Tradition zu pflegen, und mit interdisziplinären Ansätzen diese Heimatkultur gemeinsam langfristig weiter zu entwickeln, erklärt die Kulturreferentin.

Die künstlerische Gesamtleitung des Projektes hat der Leipziger Musiker und Cellist Lukas Dreyer übernommen. Er hat sich in der Vergangenheit im thüringischen Eichsfeld durch die Gründung der Eichsfelder Domfestspiele, Schattentheater, Bilderworkshops, Vernissagen und musikalische Lesungen in der Region immer wieder mit den Themen Heimat und Fremde auseinandergesetzt.

Workshops

Das Projekt „Heimat und Grenze“ hat im September mit Workshops in der Astrid-Lindgren-Schule und dem Mehrgenerationenhaus JuFi in Duderstadt begonnen. Bis Mitte November des Jahres sollen in Workshops mit Duderstädter Schulen etwa 80 Bilderdrucke für eine Ausstellung entstehen. Dafür gestaltet die Künstlerin Annette Funke aus Halle, eine gebürtige Eichsfelderin, mit Schülern Kunstwerke im Gelantinedruckverfahren. Die ersten Ergebnisse zeigen Impressionen, die aus Fotomotiven entwickelt wurden.

Das Bild „Wanderer auf dem Weg" ist im Gelantinedruckverfahren entstanden. Quelle: r

In musikalischen Workshops sollen in einem zweiten Projektschritt Schüler mit verschiedenen Percussion-Instrumenten, Klangschalen und klassischen Instrumenten über das Projekt „Freiraum Syndikat“ ihre eigenen Klänge finden. Dabei werde auf musikalisches Material aus der traditionellen und modernen Welt des Eichsfelds Bezug genommen, erklärt Oldenburg. Dafür werde die Eichsfelder Sage „Der letzte Bischoffsteiner“ in einer neuen Interpretation von Jan Philip Möller mit journalistischem Gespür zum roten Faden in einer musikalisch geführten Geschichte. Der Stoff des gleichnamigen Eichsfelder Theaterstückes in der Fassung von 2015, der die Sagenwelt und DDR-Vergangenheit der Wende zusammenführt, wird inhaltlich aktualisiert und soll auf diese Weise Raum für neue Geschichten aus dem Gesamteichsfeld bieten.

Präsentation

Am Freitag, 15. November, werden die Teilnehmer ihre Ergebnisse ab 19 Uhr in einem etwa einstündigen Programm in der Aula der IGS Duderstadt präsentieren. Bereits einen Tag vorher, am 14. November, wird das Finale in Effelder in einer Vorpremiere zu erleben sein. Neben den teilnehmenden Schülern aus Duderstadt werden auch die Blaskapelle von Effelder, die Eichsfelder Band Hello Grand XL und Musikschüler aus Duderstadt und Leinefelde als Gäste in die musikalische Lesung mit Vernissage eingebunden. „Die Impulse aus unterschiedlichsten künstlerischen Richtungen und Erfahrungen finden ihre besondere Begegnung von West und Ost im gesamtdeutschen Eichsfeld in der Zeit 30 Jahre nach der Grenzöffnung“, so Oldenburg. „Das Projekt des KulturKlosters und alle Beteiligten geben so weiteres Beispiel für langfristige erfolgreiche deutsch-deutsche Migration im Zeichen von gemeinsamer Tradition und Erfinden von neuen Spielräumen.“

Schulen, die noch an den Projekten Druck oder Musik teilnehmen möchten, können sie sich online unter lukasdreyer.de direkt an Lukas Dreyer, den künstlerischen Leiter des Projektes wenden.

Begabungen sichtbar machen

Das KulturKloster in Duderstadt will Begabungen und Potenziale junger Menschen entdecken, wecken und sichtbar machen, erklärt Katrin Oldenburg, Kulturreferentin für Kinder- und Jugendarbeit. Ziel sei dabei, dass die Jugendlichen selbst mit Ideen kommen, zu deren Umsetzung die Einrichtung beitragen könne. Ein gutes Beispiel ist die aktuelle Ausstellung der Zeichnerin Mai Nguyen Nhu. „Die Ausstellung ist hervorgegangen aus der Ausstellung eines Leistungskurses Kunst des Eichsfeld Gymnasiums Duderstadt“, erzählt Oldenburg. Die Arbeit eines Mädchens habe dabei besonders hervorgestochen, eben die von Mai Nguyen Nhu. Und so konnte die junge Frau, die gleich an einer Kunsthochschule angenommen wurde, ihre eigene Ausstellung konzipieren. „Wir sind aber auf keinen Fall nur auf Malerei und Zeichnen festgelegt, sondern wollen alle Formen der Kunst fördern“, betont die Kulturreferentin.

Von Rüdiger Franke

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