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Duderstadt Kulturpforten öffnen Weg ins Theater
Die Region Duderstadt Kulturpforten öffnen Weg ins Theater
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05:06 11.07.2019
Auch für die Kunstgala des Vereins Kunst erhält die Kulturpforte Restkarten. 2019 trat auch eine Gruppe der Ballettschule „art la danse“ auf. Quelle: Peter Heller
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Göttingen / Duderstadt

Mit Besuchen von Kultur- und Sportveranstaltungen versuchen die Vereine Kulturpforte in Göttingen und Duderstadt Menschen zu helfen, die über kein Geld verfügen, sich Eintrittskarten zu kaufen. Der Göttinger Verein hat im Jahr 2018 an seine Gäste 1571 Tickets vermittelt.

Im vergangenen Jahr ist „ein neuer Rekord aufgestellt worden“, erklärt Tobias Gleitz. Der Vorsitzende der Kulturpforte Göttingen erhielt 1710 Karten angeboten, wovon 1571 vermittelt wurden. Im Jahr 2013 war Gleitz Gründungsmitglied des Vereins, den er mit SPD-Landtagsabgeordneter Gabriele Andretta und Kunsthistorikerin Friederike Schmidt-Möbus ins Leben rief, um nach dem Vorbild der „Kulturloge Marburg“ Menschen die Möglichkeit zu bieten, kostenlos Kulturveranstaltungen zu besuchen.

Inzwischen hat der Verein „in Göttingen alle an Bord, die infrage kommen“, so Gleitz, der am Deutschen Theater in Göttingen beschäftigt ist. Die Göttinger Kulturinstitutionen sind dabei, aber auch die Händel-Festspiele oder das Fernweh-Festival. Und 257 Gäste sind registriert, die Veranstaltungen besuchen möchten.

Tobias Gleitz Quelle: r

Seit 2016 engagiert sich in Duderstadt in gleicher Weise ein gleichnamiger Verein, den die Kreistagsabgeordnete Sigrid Jacobi (CDU) auf den Weg brachte. In Duderstadt sei die Klientel eine andere als in Göttingen und meist im Rentenalter, berichtet Franz-Josef Dette, der von Anfang an ehrenamtlich im Projekt tätig ist. Auch die Anzahl der Interessenten sei seit der Gründung ziemlich konstant mit etwa 40 Personen. „Seit 2016 haben wir fast 500 Karten vergeben“, bilanziert Dette.

Restkarten werden vergeben

Wer das Angebot der Kulturpforten nutzen möchte, kann sich dort anmelden und erhält später Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Die Kulturpartner geben nicht verkaufte Eintrittskarten ab und über die Gästekartei der Kulturpforten werden Interessenten dann über das Angebot informiert.

In Duderstadt sind durch den Wegfall der Eichsfeld-Halle und die dortigen Angebote der Theater- und Konzert-Vereinigung (TKV) inzwischen weniger Veranstaltungen im Angebot. „Auch deshalb sind wir sehr glücklich, dass uns das Deutsche Theater in Göttingen mit Karten versieht“, erklärt Dette, der auch die Zusammenarbeit mit dem Team der Göttinger Kulturpforte lobt. „Die Akteure in Göttingen binden uns voll mit ein“, so Dette. Und wenn es um Veranstaltungen in Göttingen geht, haben die Duderstädter auch einen Fahrservice, den die Caritas übernimmt.

Unterstützung von Awo und Caritas

Vom Caritas-Verband Südniedersachsen wird die Kulturpforte Duderstadt auch sonst organisatorisch unterstützt. Die Kulturpforte Göttingen ist beim Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt angesiedelt. In der AWO-Brotgalerie, Kurze Straße 3, wird zweimal die Woche über Kartenangebote informiert. „Wir sind froh und glücklich, dass wir keine Telefongebühren und Miete zahlen müssen, weil uns die Awo unterstützt“, so Gleitz. Dagegen hofft er auf weitere ehrenamtliche Mitarbeitern und auf Sponsoren. In Duderstadt, berichtet Dette, gebe es auch mal private Spenden: zuletzt ermöglichte so eine den Besuch des Theaters der Nacht in Northeim.

Dette und Gleitz wünschen sich beide mehr Veranstaltungen für Kinder. In Göttingen, so Gleitz, sei er dankbar für das Angebot der BG-Herren und der Flippo-Baskets BG 74, die auch Restkarten an die Kulturpforte weitergeben.

Die Kulturpforte in Göttingen erfährt von ihren Gästen immer wieder, dass sie es schätzen, Kulturveranstaltungen besuchen zu können. Viele dankten auch dafür, dass sie endlich wieder einmal ein Konzert oder eine Theatervorstellung erleben konnten, so Gleitz: „Es kommt sehr viel Dankbarkeit zurück.“

Das Modell existiert seit 2010

Die Gründung der Kulturloge in Marburg war im Jahr 2010 der Beginn der gemeinnützigen Organisationen, die Kultur- und Sporttickets zur Verfügung stellen. Seitdem sind bundesweit Kulturlogen ebenso entstanden wie Kulturpforten.

Den Organisatoren geht es um Teilhabe am kulturellen Leben aller Menschen. Deshalb werden Kulturinstitutionen und Sportvereine darum gebeten, Restkarten zur Verfügung zu stellen.

Ziel ist es, die Vermittlung von Tickets auf unbürokratischem Wege zu ermöglichen. Wer sich als Mensch mit geringem Einkommen dafür anmeldet, erhält die Möglichkeit, seine Interessen mitzuteilen. Danach wird die Vergabe organisiert. Gibt es Tickets, werden die in der Regel an der Abendkasse der jeweiligen Veranstaltung hinterlegt. Den Part der Anmeldung übernimmt die Kulturpforte. Unter den Namen Kulturtafel, Kulturloge, Kulturraum oder Kulturpforte sind die Vereine eingetragen. Es gibt die Initiativen unter anderem in Marburg, Ulm, Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, im Ruhrgebiet oder im Westerwald.

Von Angela Brünjes

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