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Duderstadt St. Martini in Duderstadt kann expandieren
Die Region Duderstadt St. Martini in Duderstadt kann expandieren
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00:19 25.06.2018
Begeisterung für die Umbaupläne: Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), und der frühere Landtagsabgeordnete Lothar Koch (CDU) mit Geschäftsführer Markus Kohlstedde im alten Operationssaal - ein neuer soll etwa 2025 fertig werden.
Begeisterung für die Umbaupläne: Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), und der frühere Landtagsabgeordnete Lothar Koch (CDU) mit Geschäftsführer Markus Kohlstedde im alten Operationssaal - ein neuer soll etwa 2025 fertig werden. Quelle: hinzmann_c
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Duderstadt

Im Kern will das Krankenhaus auf größere Umbauarbeiten in den einzelnen Stockwerken verzichten, stattdessen sieht die neue Planung Anbauten an mehreren Stellen vor: So soll bis etwa 2025 ein neuer OP-Trakt an den Nordflügel angeschlossen werden, zugleich werden die Stationen im ersten und zweiten Stock erweitert, kündigte Geschäftsführer Markus Kohlstedde an.

Damit einher geht ein komplett geänderter Zeitplan: Ursprünglich waren drei Teilschritte geplant, in denen die einzelnen Stationen umgebaut und teilweise Zwischenlösungen geschaffen werden sollten. Nun sind es nur noch zwei Maßnahmen, für die erste sind nun mit den 20 Millionen Euro Landesmitteln die Gelder freigegeben worden. Weitere 14 Millionen Euro sollen im zweiten Schritt folgen – womit sich die Gesamtsumme von 30 auf 34 Millionen Euro erhöht.

Neuer Eingangsbereich auf der Rückseite

Nach Kohlsteddes Worten reagiert St. Martini damit auf zwei Entwicklungen: Einerseits sei der ursprüngliche Umbauplan kaum umsetzbar und wegen der nötigen Zwischenlösungen deutlicher teurer gewesen. Andererseits steige die Zahl der Patienten wegen des demografischen Wandels, während zugleich die Zahl der Fachärzte sinke und deshalb mehr Patienten das Krankenhaus ansteuerten.

Am Flügel rechts im Bild soll der neue OP-Trakt entstehen, der Bereich zwischen den Flügeln wird komplett überdacht – und beherbergt künftig Untersuchungsräume und einen Wartebereich. Quelle: Rüdiger Franke

Auch weil das Krankenhauses niemanden abweisen wolle, soll den neuen Plänen zufolge der Anmelde- und Wartebereich samt der Notaufnahme verlegt werden: Deren Eingang wandert auf die Rückseite des Hauses, wo bisher eine Wiese die Innenseite des noch Hufeisenförmigen-Gebäudes liegt – nach dem Umbau soll dieser Bereich überdacht sein und neben einem Wartebereich die Untersuchungsräume der Endoskopie und der Radiologie beherbergen.

St. Martini will MRT anschaffen

Für Letztgenannte kündigte Kohlstedde an, bis 2020 ein Magnetresonanztomographen (MRT) anschaffen zu wollen. Im Erdgeschoss baut das Krankenhaus aus Eigenmitteln außerdem eine moderne Cafeteria samt Shopping-Zeile.

Die Zahl der Stationen sinkt hingegen von sechs auf drei, allerdings mit 140 statt 126 Betten. Das Krankenhaus verspricht sich von der Zusammenlegung eine wirtschaftlichere Nutzung der einzelnen Stationen. Zugleich betonte Kohlstedde allerdings, dass die Zahl der Arbeitsplätze in St. Martini nach dem Umbau steigen werde.

Stationen werden zusammengelegt

Die innere Medizin und die Kardologie werden im ersten Stock zu einer Station zusammengefasst, ebenfalls dort untergebracht wird eine große Geriatrie sowie angrenzende Räumlichkeiten für Physio- und Ergotherapie. Im zweiten Obergeschoss sollen sämtliche chirurgischen Stationen und die Gynäkologie zusammengelegt werden – in unmittelbarer Nähe zum neuen Operationssaal, der im dritten Stock des geplanten Anbaus untergebracht werde, so Kohlstedde.

Sieben Jahre Bauzeit

Nach seinen Angaben sollen die Bauarbeiten Anfang 2020 beginnen. Durch den Verzicht auf einen Teilschritt reduziert sich ihm zufolge die Bauzeit allerdings von mehr als acht Jahren auf sieben Jahren. Ein großer Vorteil der neuen Pläne ist aus seiner Sicht, dass während des Umbaus der laufenden Betrieb nicht beeinträchtigt wird – schließlich würden sämtliche Erweiterungen außen an das Gebäude angedockt.

Bürgermeister will Expansion unterstützen

Vonseiten der Lokalpolitik wurden die neuen Pläne positiv aufgenommen: „Ein fantastischer Tag ist das“, sagte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte angesichts der freigegebenen Mittel und der genehmigten Pläne. Entgegen des Bundestrendes werde ein örtliches Krankenhaus gestärkt. Ein Schritt, den auch die Stadt unterstützen wolle: Er kündigte an, den bisher der Stadt gehörenden Parkplatz an das Krankenhaus zu überschreiben.

Um das „Gesundheitshaus St. Martini“ zu fördern, wolle er sich außerdem darum bemühen, dass der Rat der Stadt die Vorraussetzungen für eine Erweiterung des St.-Martini-Areals schafft. Im Blick hat er dabei die Fläche bis zur Northeimer Straße, wo bisher Gewerbebetriebe angesiedelt sind.

Freude bei Lothar Koch

Ebenfalls sehr zufrieden zeigte sich Lothar Koch. „Das sind dicke Bretter, die wir jetzt bohren können“, sagte der einstige CDU-Landtagsabgeordnete angesichts des positiven Bescheids vom Land. Auch angesichts der noch vor wenigen Jahren bangen wirtschaftlichen Situation nannte Koch die jetzige Bekanntgabe der Expansion „einen Riesenfreudentag für das Eichsfeld“.

Von Christoph Höland

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