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Duderstadt Land stellt stetige Förderung in Aussicht
Die Region Duderstadt Land stellt stetige Förderung in Aussicht
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00:27 24.11.2018
Mira Keune ist Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums Eichsfeld bei Teistungen. Quelle: Eichner-Ramm
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Teistungen/Duderstadt

Am Dienstag hatten die Regierungsfraktionen von SPD und CDU die sogenannte „politische Liste“ vorgestellt, die die Schwerpunkte für den Landeshaushalt 2019 enthält. Der Eichsfelder Landtagsabgeordnete der CDU, Thomas Ehbrecht, zeigt sich dabei besonders über die Projekte erfreut, die in der Region Südniedersachsen auf der politischen Liste für das kommende Jahr stehen: in Göttingen das Deutsche Theater mit rund 360 000 Euro und das Göttinger Symphonie Orchester mit rund 210 000 Euro. „In Duderstadt wird sich das Grenzlandmuseum Eichsfeld ebenfalls über 50000 Euro zusätzlich im kommenden Jahr freuen dürfen“, so der Abgeordnete aus Obernfeld.“

„Sind auf einem guten Weg“

Ehbrecht: „Das Grenzlandmuseum Eichsfeld ist eine wichtige Einrichtung, die wir hier vor Ort in Teistungen haben". Zunächst wollten die Regierungsfraktionen 50000 Euro für die Einrichtung im Jahr 2019 bereitstellen. „Wir sind auf einem ganz ganz guten Weg", dass seitens des Landes Niedersachsen in den bevorstehenden Haushaltsberatungen für den Bereich der Gedenkstättenförderung und damit auch für das Grenzlandmuseum in Teistungen eine „Verstetigung“ erreicht werde. „Es soll ein fester Betrag kommen,“ kündigt Ehbrecht an, die Höhe sei indes noch nicht klar. „Vielleicht ist ja auch mehr als 50000 Euro herauszuholen“, sagt er.

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Er halte eine institutionelle Förderung des Grenzlandmuseums für überfällig, so Ehbrecht und bezeichnet es als „beschämend“, dass im Gegensatz zu Thüringen „wir uns für unser Land nicht eher dort eingebracht haben“. Die Einrichtung an der Landesgrenze bei Teistungen leiste eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit und spiele auch für den Tourismus in der Region eine Rolle.

„Logische Konsequenz“

Grenzlandmuseum Eichsfeld bei Teistungen. Quelle: Eichner-Ramm

„Ich freue mich sehr, dass das Land Niedersachsen eine institutionelle Förderung für das Ensemble Grenzlandmuseum Eichsfeld in Aussicht stellt“, sagt Ben Thustek, von 2006-2017 Pädagogischer Leiter am Grenzlandmuseum Eichsfeld. „Nachdem das Land das Museum schon 2016 als außerschulischen Lernort anerkannt und lange Jahre projektbezogen gefördert hat, war dies die logische Konsequenz, zumal auch die damalige Neukonzeption außerordentlich gefördert wurde.“

Die Ankündigung einer institutionellen Förderung wird in der Region zunächst einmal positiv bewertet. Die Reaktionen allerdings fallen weniger euphorisch sondern eher verhalten hoffnungsfroh aus. Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), Vorstandsmitglied beim Grenzlandmuseum: „Ich freue mich über das positive Signal riesig. Ich habe die Hoffnung, dass das im Ergebnis dann auch eine dauerhafte Förderung wird.“ Eine institutionelle Förderung sei nicht nur notwendig, um die Arbeit des Grenzlandmuseums in Zukunft zu stabilisieren. Sie würde auch die Tür öffnen für eventuelle Förderungen des Bundes.

„Hielte das für sinnvoll“

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Stefan Wenzel warnt vor vorschneller Europorie, auch wenn die institutionelle Förderung „ein gutes Signal“ wäre. Ob es dazu kommt, werde sich innerhalb der nächsten zwei Wochen bei den Haushaltsberatungen entscheiden. „Ich hielte das für sinnvoll“, sagt er, aber die Fraktionen von Grünen und FDP hätten noch nicht beraten.

Paul Schneegans, der mehr als 20 Jahre lang ehrenamtlicher Geschäftsführer des Grenzlandmuseums war, hat die Ankündigung Ehbrechts „sehr positiv überrascht“ zu Kenntnis genommen. „Das wäre ein freudiger Hammer“, sagt Schneegans, stellt aber auch fest, dass die Ankündigung „so wenig konkret ist“ und hofft, dass tatsächlich ein schriftlicher Bewilligungsbescheid folge. „Wir waren schon einmal kurz davor“, erinnert sich Schneegans.

„Hoffen auf klares Bekenntnis“

Grenzlandmuseum Eichsfeld bei Teistungen. Geschäftsführerin Mira Keune und Vorsitzender Horst Dornieden. Quelle: Eichner-Ramm

Genauso zurückhaltend reagieren Mira Keune, seit zweieinhalb Jahren Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums, und Vorstand Horst Dornieden, auf die Nachricht. „Wir hoffen, dass die politische Diskussion im Landtag nicht endet sondern es ein klares Bekenntnis für die kommenden Jahre gibt“, so Dornieden. Und Keune ergänzt, dass eine institutionelle Förderung durch das Land Niedersachsen der weiteren Professionalisierung und der Erweiterung der Angebote zugute käme. Die Ankündigung einer Förderung sei „ein tolles Signal“ und lasse hoffen, dass Niedersachsen nach Jahren des Stillstandes jetzt die Notwendigkeit sehe, „hier etwas zu tun“. Eine verstetigte Förderung würde auch die Wertschätzung gegenüber der Arbeit, die im Grenzlandmuseum geleistet werde, hervorheben, sind sich Keune und Dornieden einig.

Mehr zum Thema Grenzlandmuseum:

Grenzlandmuseum Eichsfeld baut Kooperation aus (September 2018)

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Weitere Berichte auf der Tageblatt-Themenseite Grenzlandmuseum

Internetseite des Grenzlandmuseums Eichsfeld

Von Britta Eichner-Ramm

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