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Duderstadt Kreisrätin Wemheuer zu Besuch in Hilkerode
Die Region Duderstadt Kreisrätin Wemheuer zu Besuch in Hilkerode
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00:25 02.08.2018
Magnus Duda (re.) erklärt Christel Wemheuer und Hermann Schütte den Aufbau der Volieren. Quelle: Foto: Franke
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Hilkerode

„Dass wir uns um verletzte, kranke und schwache Wildvögel kümmern, hat sich mittlerweile herumgesprochen“, erzählt Julia Metternich, die die Station gemeinsam mit ihrem Mann Magnus Duda betreibt. Der Verein wurde 2015 gegründet. Mittlerweile bekomme die Station Vögel aus ganz Deutschland. Pflegte das Paar im ersten Jahr noch 170 Vögel, so sei sich die Zahl im Jahr 2017 auf 230 gestiegen. „In diesem Jahr haben wir schon 310 Vögel durchgebracht“, erzählte Metternich. Rund 140 seien zurzeit zur Pflege in der Station, ergänzte Duda.

Ein Uhu kommt in Hilkerode wieder zu Kräften und kann bald ausgewildert werdern. Quelle: Rüdiger Franke

Kraft tanken im Flugzimmer

Die Tiere werden im Haus und draußen in den bereits bestehenden Volieren untergebracht. Gleich hinter der Haustür steht ein Bassin, das mit einem Netz überspannt ist. Hier leben die Vögel, die auf dem besten Weg der Genesung sind. „Hier können wir sie noch rausnehmen, wenn sie zum Beispiel noch Medikamente benötigen“, erklärt Metternich. Wer kräftig genug ist, wechselt ins Flugzimmer. Dort sind zum Beispiel die Mauersegler untergebracht. „Die Segler vertragen sich nicht mit den Gittern der Voliere“, erklärt Metternich ihren Besuchern, warum es dieses Zimmer gibt. Dort können sie im freien Flug Kraft für die Natur aufbauen.

Flugbetrieb im Flugzimmer Quelle: Rüdiger Franke

Chance auf Auswilderung

„Jeder Tag ist gleich“, sagt Metternich. Von morgens bis spät abends kümmere sie sich um die Vögel. „Das Tier muss eine Chance auf Auswilderung haben“, nennt sie das wichtigste Aufnahmekriterium. Die Auswilderungsquote bei Jungvögeln, die aus dem Nest gefallen sind, liegt nach Angaben von Duda nahezu bei 100 Prozent. Schwieriger sei es, verletzte Tiere zu retten. „Katzenopfer beispielsweise wurden oft von der Katze gequetscht und sind wegen einer Verletzung infiziert.“ Wenn die Tiere direkt nach Hilkerode gebracht werden und gleich Antibiotika bekommen, dann stehe die Chance noch bei rund 60 Prozent. „Wenn die Finder einen Tag warten, bis sie den Vogel bringen, sinkt diese Chance auf etwa zehn Prozent.“ Aber auch in der Natur gebe es eine Ausfallquote von etwa zwei Drittel der Tiere. Draußen in den Volieren warten die größeren Vögel auf ihre Genesung. Besonders beeindruckende Tiere sind ein Uhu (zum Jahreswechsel wurde schon ein Uhu in Hilkerode wieder fit gemacht), verschiedene Turmfalken und Storch „Lucky“.

Storch „Lucky“ Quelle: Rüdiger Franke

Schnelle Versorgung im Krankenzimmer

Diese Tiere werden zunächst im Krankenzimmer versorgt, wie eine junge Amsel, die ein Finder vorbeibrachte. Er wollte den überhitzen Vogel abkühlen und brachte ihn in einem Eimer mit etwas Wasser. „Das Tier in einem Pappkarton mit Löchern in den Schatten stellen, wäre die bessere Lösung gewesen“, erläutert Metternich. Die jungen Vögel kühlen durch das Wasser zu schnell aus. Zu ihrer Arbeit zähle auch die Aufklärung über das Leben der Wildvögel.

Die junge Amsel wird wieder aufgepäppelt. Quelle: Rüdiger Franke

Kofinanzierung für Volierenbau

Wemheuer und Schütte zeigten sich begeistert von der Arbeit in Hilkerode. Vom Landkreis erhält die Station 1000 Euro pro Jahr, erklärte Wemheuer. Dazu soll es eine Kofinanzierung des geplanten Volierenbaus geben. „Die Anlage soll neun mal 18 Meter groß werden“, berichtet Duda. In der Mitte verlaufe ein ein Meter breiter Gang, die einzelnen Volieren sollen eine Fläche von drei mal vier Metern bekommen. „Nach außen sind sie vertäfelt“, so Duda. Nach oben sollen sie geöffnet werden. „Dadurch sollen die Tiere mehr Ruhe haben.“ Die Anlage werde insgesamt 50 000 Euro kosten. „Bingo, die Umweltlotterie, wird am 7. September entscheiden, ob sie unser Projekt fördern“, erzählte Metternich der Kreisrätin. Die will für die Kofinanzierung Ausgleichsmittel aus dem Windkraftbau verwenden.

Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (2. v.l.) und der Leiter des Fachbereichs Umwelt Hermann Schütte (l.) sprechen mit den Vorsitzenden des Vereins „Interessengemeinschaft Wildvogelhilfe Südniedersachsen", Magnus Duda und Julia Metternich Quelle: Rüdiger Franke

Futerkosten 80 bis 100 Euro pro Tag

Die Wildvogelhilfe in Hilkerode ist auf Unterstützung angewiesen. „Das Futter kostet uns zurzeit 80 bis 100 Euro am Tag“, erklärt Metternich. Die Station ist erreichbar unter Telefon 05529 / 210 22 00, mobil unter 0178 / 52 68 762 sowie per Mail unter info@igwsn.de. Infos gibt es auf der Internetseite unter igwsn.de.

Von Rüdiger Franke

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