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Duderstadt Laudatio in Bildern für Naturfilmpionier
Die Region Duderstadt Laudatio in Bildern für Naturfilmpionier
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21:58 02.06.2017
Von Kuno Mahnkopf
Inge Sielmann freut sich über die Sonderbriefmarke zum 100. Geburtstag von Heinz Sielmann. Am Grab des Naturfilmers an der Franz-von-Assisi-Kapelle wurden Gestecke niedergelegt.fotos: Richter Quelle: Niklas Richter
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Duderstadt

Das Sonderpostwertzeichen über 45 Cent, zu dem der Duderstädter Philatelist Udo Unzeitig den Anstoß gegeben hat, ist in einer Auflage von 104 Millionen gedruckt worden und ab nächster Woche in allen Poststellen erhältlich. Dr. Michael Meister, Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, enthüllte das vergrößerte Motiv, das Sielmann in jungen Jahren mit Kamera und Gänsefamilie zeigt. „Ihr müsst jetzt viele, viele Postkarten schreiben“, wandte sich Inge Sielmann an die Gäste. „Sondermarken sind Kulturbotschafter unseres Landes“, sagte Meister und war beeindruckt von der Art, wie Sielmann im Rathaus in Szene gesetzt wurde.

Dafür sorgten Prof. Michael Sutor und NDR-Naturfilmleiter Jörn Röver mit einer ungewöhnlichen Laudatio in Bildern. Der Filmaufnahmen-Streifzug von Schwarzweiß zu Farbe, von Sielmanns Jugend in den Haffwiesen bei Königsberg bis zu den Berggorillas im Kongo weckte bei den Gästen Erinnerungen.

„Mit den Bildern wurden viele Augenblicke aus meiner Kindheit lebendig“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne). Der stellvertretende Ministerpräsident gehört zu der Generation, die mit „Expeditionen ins Tierreich“ aufgewachsen ist. In den 1980er-Jahren habe sich Sielmann immer mehr zum Mahner entwickelt, sagte Sutor. Auch in den 1960er-Jahren, als seine Expeditionen ins Tierreich ein Millionenpublikum erreichten, warnte er bereits vor dem „lawinenhaften Vordringen unserer Zivilisation“. Sielmann habe zum breit verankerten Umweltbewusstsein in Deutschland beigetragen, so Wenzel.

Die Sielmann-Stiftung sei absolut zukunftsfähig, sagte der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende und Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU), die Zentrale werde demnächst auch juristischer Sitz der Stiftung. Das Herz der Stiftung auf Gut Herbigshagen werde durch eine Millioneninvestition gestärkt, merkte der neue Stiftungsratsvorsitzende Dr. Fritz Brickwedde an und zeigte sich entsetzt über Trump: „Sielmann hat uns allen die existenzielle Bedeutung von Umwelt, Natur und Klimaschutz vor Augen geführt.“

Verstärkung für den Stiftungsrat

Einen neuen Stiftungsratsvorsitzenden hat die Heinz-Sielmann-Stiftung seit Monatsbeginn: Dr. Fritz Brickwedde. Der Gründer und langjährige Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat Inge Sielmann abgelöst, die jetzt Ehrenvorsitzende ist. Ihr Nachfolger sei ein Geschenk mit unerlässlicher Erfahrung. Brickwedde habe die DBU zur größten europäischen Stiftung und einem Weltunternehmen gemacht. Sielmanns „Expeditionen ins Tierreich“ hätten seinen Lebensweg beeinflusst, sagt der 68-Jährige, der in Osnabrück lebt und ursprünglich Förster werden wollte. Beeindruckt zeigte sich Brickwedde vom Festakt für Sielmann mit prominenten Gästen und Ausstellungseröffnung am Donnerstag im Berliner Naturkundemuseum – umgeben von Dinosauriern. Der Stiftungsrat, zu dem auch Ottobock-Chef Prof. Hans Georg Näder und der Ornithologe Prof. Peter Berthold gehören, wurde zum 1. Juni um zwei neue Gesichter ergänzt: Bernhard Prinz von Baden, der für Sielmanns Biotopverbund Bodensee tätig ist, und Prof. Volker Zahner, Forstbiologe an der Universität Freising.