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Duderstadt Leineweber wirft das Handtuch
Die Region Duderstadt Leineweber wirft das Handtuch
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18:31 26.09.2011
Rückzug nach Wahlschlappe: Leineweber verlässt Fleckenrat. Quelle: EF
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Gieboldehausen

Diesen Schritt begründet der 68-Jährige mit dem für ihn persönlich enttäuschenden Wahlergebnis, das einen Vertrauensentzug der Bevölkerung widerspiegele: „Es hat sich gezeigt, dass ein großer Teil der Gieboldehäuser mir und meinen Parteifreunden nicht mehr folgen will.“

Bei der Wahl zum Gemeinderat hatten die seit Jahrzehnten die Mehrheit stellenden Christdemokraten nur noch 38,77 Prozent erreicht. Den neu angetretenen Freien Wählern gelang mit 30,22 Prozent ein Überraschungserfolg, die SPD landete bei 26,29 Prozent, die Grünen bei 4,16 Prozent, die FDP bei 0,55 Prozent. Im neuen Rat ist die CDU mit sechs Sitzen vertreten, SPD und FW mit jeweils vier Sitzen, die Grünen mit einem Sitz. Zwischen SPD und FW laufen derzeit Verhandlungen über eine Zusammenarbeit, für den Bürgermeister-Posten hat sich Otmar Pfeifenbring (SPD) ins Gespräch gebracht (Tageblatt berichtete). Nach wie vor gibt es auch ein Angebot der CDU zur Zusammenarbeit mit der SPD.

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Sein Mandat legt Leineweber „ohne Groll“ nieder – und „mit stiller Freude, 30 Jahre lang meiner Heimatgemeinde mit aller zur Verfügung stehenden Kraft dienen zu dürfen“. Leineweber ist seit November 1981 im Gemeinderat vertreten, löste 2001 seinen Vorgänger Reinhard Grobecker als Bürgermeister ab und war zuvor 15 Jahre lang CDU-Fraktionsvorsitzender. „Der langjährige politische Einsatz hat mich zwar zeitlich und kräftemäßig sehr stark in Anspruch genommen, doch habe ich in meiner persönlichen Weiterentwicklung von der Beschäftigung mit Politik und damit den Sorgen, Nöten und Freuden meiner Mitmenschen auch stark profitiert“, bilanziert Leineweber.

Parteiübergreifend dankt er allen Menschen, die ihn 30 Jahre lang konstruktiv begleitet haben, seine Wähler bittet er um Verständnis für den Mandatsverzicht, den er für folgerichtig hält. „Ich wünsche den in Zukunft für den Flecken Verantwortlichen ein geschicktes und glückliches Händchen bei der Bewältigung der nicht ganz unproblematischen bevorstehenden Aufgaben“, so Leinewebers Schlusswort als Vertreter des Fleckens: „Mögen sie kluge Entscheidungen treffen, die unsere gut strukturierte Gemeinde weiter voranbringen, damit Gieboldehausen für die hier lebenden Menschen weiterhin lebens- und liebenswert bleibt.“

Im Rat der Samtgemeinde Gieboldehausen wird Leineweber weiter vertreten sein. Sein CDU-Mandat im Gemeinderat wird als Nachrückerin die 38-jährige Finanzbuchhalterin Irina Au antreten. Bei Stimmengleichheit mit Apothekerin Eva-Kristin Waldhelm musste das Los entscheiden.

ku