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Duderstadt Lothar Dinges (Freie Wähler) über den Beirat beim Landkreis Duderstadt
Die Region Duderstadt Lothar Dinges (Freie Wähler) über den Beirat beim Landkreis Duderstadt
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00:17 15.07.2013
Von Ulrich Lottmann
dpa
Immer weniger, immer älter: Der demografische Wandel sollte ernst genommen werden. Quelle: dpa
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Duderstadt

„Demografischer Wandel – das sind nicht nur dunkle Wolken am Horizont, das hat auch etwas Positives“, leitet Dinges das Gespräch ein.

Lothar Dinges

Künftig stünde nicht mehr quantitatives Wachstum sondern qualitatives Gestalten im Vordergrund. Konkret nennt Dinges die Entwicklung der Dörfer. Hier müsse beispielsweise die Versorgung von Senioren und gleichzeitig die Betreuung von Kindern organisiert werden: „Die Alten dürfen sich nicht alleine gelassen fühlen, und die Dörfer müssen attraktiv werden für junge Rückkehrer.“

Nach besonderen Herausforderungen für das Untereichsfeld gefragt, nennt Dinges die hohe Zahl an Auspendlern. „Das ist eine Hinterlassenschaft der Historie. Wir haben zu wenig gewerbliche Arbeitsplätze.“ Die Aufgabe:. „Wir müssen Mobilität erhalten und fördern. Dafür ist ein modernes Straßennetz – auch mit Umgehungsstraßen – notwendig.“

Die Politik habe nicht die Ressourcen, alles von sich aus in die Wege zu leiten, erklärt der Kreistagsabgeordnete. Deshalb seien im Demografiebeirat neben Politik und Verwaltung auch Vertreter von Vereinen und Verbänden, Kirchen und Wissenschaft vertreten, „ein Querschnitt von Menschen, die an unterschiedlichen Stellen in Verantwortung stehen“.

Der Beirat sei kein Beschluss-, sondern ein Beratungs- und Austauschgremium. „Der Clou ist, dass die Ideen bei den Menschen ja da sind“, so Dinges weiter. Das gelte, es zu nutzen.

„Da sehen sie auch, dass Demografie mit Demokratie zu tun hat“, macht der Kreispolitiker die Bedeutung des Gesellschaftlichen Wandels deutlich. Der sei nur zu meistern, wenn die Bürger nicht nur alle paar Jahre ihre Stimme abgäben und den Rest der Politik überließen. „Sie müssen sich engagieren, selber machen und unterstützen.“ Seiner Erfahrung nach, seien die Menschen zufriedener, wenn sie ihr Umfeld aktiv mitgestalteten.

Um das politisch zu begleiten, sei der Demografiebeirat ein gutes Instrument. Er biete die Möglichkeit einer Qualitätskontrolle für Beschlüsse, die künftig quer durch alle Politikfelder unter dem Aspekt der Demografie betrachtet werden müssten.

Hinweise auf künftige Handlungsfelder erwartet Dinges von einem Bericht, den die Demografiebeauftragte des Landkreises, Regina Meyer, Ende des Jahres vorstellen wird. „Die Demografiebeauftragte ist sehr agil, strukturiert und engagiert“, urteilt Dinges. Deshalb werde der Bericht auch nicht „Wolkenkuckucksheime“ liefern, sondern handfeste Vorschläge. Dinges’ Resümée der bisherigen Arbeit des Demografiebeirates: „Ich habe im vergangenen halben Jahr gelernt, die Dinge positiv zu sehen.“