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Duderstadt Radweg verbindet Bergdörfer
Die Region Duderstadt Radweg verbindet Bergdörfer
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20:02 30.06.2014
Hat einen Streifen ihres Grundstücks in Brochthausen für den Radwegbau hergegeben: Klara Moneke fährt selbst gerne Fahrrad und freut sich über die neue Piste. Quelle: Lüder
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Brochthausen

Das lange Warten hat sich gelohnt. Knapp acht Monate nach dem ersten Spatenstich stehen die von der Nordhäuser Firma Kemna ausgeführten Arbeiten kurz vor dem Abschluss, der neue Radweg vor der offiziellen Freigabe.

Zurzeit werden noch die Seitenräume befestigt.

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Der Freigabe haben Politiker und Behördenvertreter bereits am Montag mit dem symbolischen Durchschneiden eines Trassierbandes in Brochthausen vorgegriffen. „Ich glaubte schon, diesen Tag nicht mehr erleben zu können“, sagte Brochthausens Ortsbürgermeister, der CDU-Landtagsabgeordnete Lothar Koch, und erinnerte an den „unendlich schwer hinzukriegenden Grunderwerb“.

Lückenschluss

Schon 1981 sei die Strecke vom Landkreis Göttingen für erforderlich gehalten worden, 1999 dann der Radfernweg Weser-Harz-Heide als Leitprojekt formuliert worden, merkte Landrat Bernhard Reuter (SPD) an und schlug den  Bogen von der lokalen zur überregionalen Bedeutung des Bauprojektes.

Nach dem jetzt erfolgten Lückenschluss des Radfernweges fehle nur noch ein Teilstück an der B 3 zwischen Wellersen und Dransfeld, das im kommenden Jahr gebaut werden soll.

Ebenso wie Koch ist Fuhrbachs Ortsbürgermeisterin Beate Sommerfeld (CDU) angetan von dem großzügig angelegten und teilweise von der Straße abgesetzten Radweg, der im Bogen um den Hundeübungsplatz und die Fischteiche bei Brochthausen herumgeführt wird.

„Riesengeschenk“

Auch Inline-Skater seien begeistert von  dem Asphaltband mit einer – sogar vom Wild genutzten – Aluminiumbrücke über den Soolbach, sagte Sommerfeld. Für die  gelebte Gemeinschaft der durch Kindergarten, Kirchenfusion und Spielegemeinschaft zusammengerückten Bergdörfer sei der Radweg ein „Riesengeschenk“.

Heftige Steigungen gibt es auf dem Weg nicht. Aber auch das wäre kein Problem – nicht zuletzt wegen des E-Bike-Booms. „Die Zeiten, in den Radfahrer Berge meiden, sind vorbei“, meint Reuter, der selbst passionierter Radfahrer ist. Und stimmt Koch zu, dass Südniedersachsen Stiefkind bei der landesweiten Radwegvernetzung gewesen sei.

Für den vordringlichen Bedarf angemeldet ist inzwischen auch der Bau eines Radwegs an der L 530 zwischen Breitenberg und Duderstadt.

730 000 Euro investiert

In die rund drei Kilometer lange Ausbaustrecke bei Brochthausen, zu der auch das bereits befahrbare Teilstück über die Ellerbrücke nach Zwinge und zum  Ellerauen-Radweg nach Hilkerode gehört, hat das Land laut Straßenbauamtsleiter Günter Hartkens 730 000 Euro investiert.

Im Vergleich zu den Straßenbauprojekten im Harz und bei Waake, die die Behörde zurzeit stark fordern, handele es sich um ein Mini-Projekt, sagt Reuter. Mit Hartkens ist er sich einig, dass das Geld gut angelegt sei. Durch den Lückenschluss im Fernradweg werde auch eine Verbindung zum Harz, zum Obereichsfeld sowie zum Mittelzentrum Duderstadt geschaffen.

Der zwei Meter breite, in Brochthausen mit Erneuerung der Bushaltestelle kombinierte Radweg war für den Landkreis, der die Planung übernommen hat, eine  Geduldsprobe – insbesondere wegen der zähen Grunderwerbsverhandlungen. Für das Teilstück, das um die Fischteiche herumführt, hatte die Stadt Duderstadt bereits vor Jahren einer Unterhaltungsvereinbarung zugestimmt.