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Duderstadt Faszination Norwegen: Luzia Ernst lässt nordische Stimmen in Duderstadt erklingen
Die Region Duderstadt Faszination Norwegen: Luzia Ernst lässt nordische Stimmen in Duderstadt erklingen
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11:22 04.11.2019
Luzia Ernst stellt in Duderstadt norwegische Literatur vor, untermalt von Bildprojektionen und Musik. Quelle: r
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Duderstadt

Nordische Stimmen will Luzia Ernst den Duderstädtern näherbringen. Sie hat eine Lesung skandinavischer Volksliteratur mit musikalischen Intermezzi vorbereitet, die sie am 8. November in der Buchhandlung Mecke vorstellt.

„Es ist eine Einladung, für gut eine Stunde abzutauchen in die skandinavischen Breiten“, sagt die Referentin, die Duderstadt aufgewachsen ist. In der elften Klasse ging sie für ein Jahr nach Norwegen und lebte bei einer Gastfamilie in Trondheim. „Sie sind zu meiner zweiten Familie geworden“, erzählt sie. Die Eichsfelderin lernte nicht nur die Sprache, sondern hat dank ihrer Gastfamilie auch viel vom Land gesehen. „Wir waren ganz oben im Norden in Tromsø, wo die Nordlichter tanzen, aber auch im Süden in Oslo.“

Darüber hinaus gab es Ausflüge in die Küstenstädte sowie in die Nähe der schwedischen Grenze nach Røros, wo Aufnahmen zu Pippi Langstrumpf gedreht wurden – die, in denen sie mit einer Schneekugel die Gauner Donnerkarlsson und Blum erwischte. Sie ist mit dem Postschiff gefahren, wurde zu Klettertouren und Kajakfahrten mitgenommen. Das Land sei faszinierend, erzählt sie unter anderem „von den kargen Berglandschaften, die sich wie schlafende Drachen hinlegen“.

Dunkles und helles Grau

Luzia Ernst berichtet von dem Gefühl, was es heißt, wenn im Winter die Sonne nicht mehr aufgeht „und sich alles nur vom dunklen Grau ins helle Grau wandelt“. „Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es ist, wenn die Sonne wieder da ist.“ Alle würden rausgehen, die bunten Holzhäuser noch schöner aussehen. „Und wieviel Energie man hat, wenn die Sonne im Sommer nicht mehr untergeht.“

„Von diesem Facettenreichtum stammt auch meine Euphorie, die mit in die Lesung einfließt.“ Die norwegische Literatur orientiere sich sehr stark an der Natur, auch in den unterschiedlichen Genres. Ein Beispiel sei Roy Jacobsens Inselsaga „Die Unsichtbaren“. Anlässlich der Frankfurter Buchmesse, bei der Norwegen das Gastland war, seien viele Romane ins Deutsche übersetzt worden.

Prosa und Lyrik

Während ihrer Lesung will Luzia Ernst sich aber nicht nur auf Prosa beschränken. Auch Lyrik wird ihren Platz finden. Ausgewählte Passagen werden in deutscher sowie norwegischer Sprache vorgetragen. Über einen Blick ins skandinavische Nachbarland Schweden endet die literarische Reise bei der beliebten Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. „Während ich lese, laufen Bildprojektionen der norwegischen Maler Edvard Munch und Nikolai Astrup“, erzählt sie.

Luzia Ernst wird an dem Abend aber auch singen. Sie zunächst Germanistik und Musik für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen an der Folkwang Universität der Künste in Essen studiert und wirkte in verschiedenen Solistenensembles mit. Die Erarbeitung von Sprechtexten setzte einen weiteren Schwerpunkt in ihrer Ausbildung. Es folgten Lesungen zum Thema Literaturgeschichte des Ruhrgebiets, unter anderem bei der Leipziger Buchmesse im Frühjahr 2019. Sie war Sängerin im Landesjugendchor Niedersachsen.

Chormitglied

Während ihres Auslandaufenthalts in Norwegen sang sie als Mitglied im Nidarosdomes Jentekor und unterstützte den Chor bei Konzerten im Inland in Trondheim, sowie im Ausland in London und war bei CD-Produktionen dabei. Gegenwärtig studiert Luzia Ernst den Bachelor of Voice Performance an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar bei Marietta Zumbült. Während der Veranstaltung in Duderstadt singt sie zur Begrüßung eine Volksweise, spielt aber auch ein eigenes Stück und hat natürlich auch zwei Stücke des Norwegers Edvard Grieg dabei.

Die Veranstaltung „Nordische Stimmen - Literatur, Musik und Kunst aus Skandinavien“ beginnt am Freitag, 8. November, um 19 Uhr in der Buchhandlung Mecke. Der Vorverkauf läuft.

Von Rüdiger Franke

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