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Duderstadt Mach’s gut, Schnuller: Kinder in Gieboldehausen verabschieden sich von ihren Nuckel
Die Region Duderstadt Mach’s gut, Schnuller: Kinder in Gieboldehausen verabschieden sich von ihren Nuckel
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19:38 06.09.2019
Franziska und Markus Ehrhardt mit Tochter Emily und Sohn Jonathan. Die Zweijährige hat sich später erfolgreich von ihrem Schnuller getrennt. Quelle: Garben
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Gieboldehausen

Ein eindrucksvoller Ahornbaum steht auf dem Außengelände des Familienzentrums St. Antonius und Heilige Familie. Seit Freitagnachmittag schaukeln die Blätter im Wind nicht mehr alleine vor sich hin. Denn sechs Schnuller zieren einige der Äste. Von fünf hatten sich Kinder aus der Samtgemeinde Gieboldehausen beim ersten Schnullerbaum-Fest im Landkreis Göttingen getrennt. Zur Ermutigung hatte Pfarrer Matthias Kaminski mit dem sechsten den Anfang gemacht.

Schnullerbaum-Fest in Gieboldehausen

Tränen gab es keine, dafür aber ein Geschenk und eine Urkunde für die tapferen Kleinen. Hoch oben am sogenannten „Schnullerbaum“, der auch gleich ein passendes Schild von Tischlermeister Werner Grobecker verpasst bekommen hatte, hängen die Schnuller nun dauerhaft und können von ihren einstigen Besitzern jederzeit besucht werden. Aufgehängt wurden sie von den Eltern, die Sebastian Ohm von der Harz-Energie mit seinem Steiger in luftigen Höhen beförderte. Das Angebot, sich bei diesem Fest vom geliebten Nuckel zu trennen, stand allen Kindern der Samtgemeinde Gieboldehausen offen.

Erinnerung an frühere Zeiten

Der Schnullerbaum sei ein „Erinnerung an frühere Zeiten“, sagte Kaminski in seiner Eröffnungsrede. Nuckel seien lange Begleiter der Kinder, weshalb es eines „würdigen und schönen“ Ortes bedürfe, um sie aufzubewahren. Für Sigrid Jacobi (CDU), Vorsitzende des Jugendausschusses des Landkreises Göttingen, ist die Abgabe des Schnullers die erste Situation, in der „die Kleinen ihre Selbstständigkeit spüren“.

Bei der Eröffnung des Schnullerfestes waren mehrere Vertreter aus Politik, Verwaltung und der Kirche zugegen. Quelle: Garben

Die Erste, die sich dann auch traute, war Sophia. Nachdem Mama Janina Schottermann von Feuerwehrmann Daniel von Berg gesichert worden war, ging es für sie nach oben. Kinder durften aus Gründen der Sicherheit nicht mitfahren. Für die sorgte die Freiwillige Feuerwehr Gieboldehausen.

Ganz soweit wie Sophia ist Lia noch nicht. Sie war gemeinsam mit ihren Großeltern Heike und Herbert König zum Fest gekommen. Ihren Schnuller wollte sie nicht abgeben. Das war allerdings auch nicht geplant. „Der muss noch ein bisschen bleiben, vielleicht nächstes Jahr“, sagte Heike König und strich ihrer Enkelin über die Wange. Das Schnullerbaum-Fest als Möglichkeit, Kinder vom Schnuller zu entwöhnen, findet sie toll. „Bei unseren Kindern war das noch so, dass der Osterhase die Nuckel weggeholt hat“, erzählte sie lachend.

Heike und Herbert König mit Enkelin Lia. Die Zweijährige gehört nicht zu den Kindern, die ihren Schnuller aufhängen ließen. Sie wird ihn noch ein bisschen behalten. Quelle: Garben

„Nicht traurig“ war Emilys Antwort auf die Frage, wie sie sich ohne ihren Schnuller fühlt. Zur Verstärkung hatte die Zweijährige ihren kleinen Bruder Jonathan und ihre Eltern Franziska und Markus Ehrhardt mitgebracht. Es sei eine gute Idee, sich auf diese Weise vom Schnuller zu verabschieden, findet ihre Mutter. Der von Emily war grün mit blauen und rosanen Wolken. „Und er leuchtet im Dunkeln, vielleicht leuchtet er dann ja auch am Baum“, scherzte Franziska Ehrhardt.

Kleine Geschenke zur Belohnung

Als Entschädigung warteten kleine Geschenke wie Seifenblasendöschen und bunte Zahnbürsten am Stand von Susanne Wüstefeld-Wosnitza, Fachfrau für Zahnprophylaxe im Gesundheitsamt. Auf ihre Initiative war das Schnullerbaum-Fest in Gieboldehausen erst zustande gekommen. Sie habe auch bei der Stadt Duderstadt nachgefragt, dort habe aber kein Interesse bestanden. Das ideale Alter, um Kinder vom Schnuller zu entwöhnen, liege zwischen zwei und drei. „Je früher, desto besser“, betonte Wüstefeld-Wosnitza.

Damit sich die Familien und vor allem die Kinder zu diesem Anlass besonders wohlfühlen konnten, hatten die Mitarbeiter des Familienzentrums Tische und Stühle aufgebaut und mit frischen Blumen dekoriert, es gab gesunde Snacks wie Obstspieße und Brezeln. Und die Kinder konnten rutschen, schaukeln und sich auf den Klettergeräten austoben oder malen.

„Es ist total schön, dass der Kindergarten das anbietet“, sagte Verena Schröter. Es sei schwer gewesen, ihren Sohn Helge davon zu überzeugen, seinen Nuckel abzugeben. Der rieb sich danach auch ein bisschen die Augen, holte sich dann aber flugs seine Belohnung ab.

Von Nora Garben

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