Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Geschichten von unermesslichen Schätzen und großen Reichtümern
Die Region Duderstadt Geschichten von unermesslichen Schätzen und großen Reichtümern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:56 09.07.2019
Der Fischer und seine Frau: Renate Schopferer, Regina Steffens-Grosche, Petra Bartosch und Ursula Benseler (von links). Quelle: Caspar
Duderstadt

Um unermessliche Schätze und große Reichtümer ist es am Dienstag beim Kinderaktionstag im Duderstädter Stadtpark gegangen. Die Initiative Märchen der Völker trug entsprechende Gesichten vor. „Deine Krone ist heruntergefallen“, riefen einige der mehr als 30 Kinder aufgeregt. Tatsächlich rollte Petra Bartoschs Pappkrone über die Bühne. Sie spielte des Fischers Frau, die ihren Mann mit immer maßloseren Forderungen zur Verzweiflung treibt. Erst will sie Königin, dann Kaiserin, dann Papst und schließlich Gott selbst werden. Immer energischer tritt sie auf, stampft mit den Füßen auf den Boden, bis ihr die Krone vom Kopf fliegt. Da kriegt sich Bartosch, die gerne in andere Rollen schlüpft, selbst kaum noch ein vor Lachen.

Auch Ursula Benseler, die den Fischer spielt, hat Mühe ihren Text zu sprechen. Wieder und wieder läuft der Fischer zum See und bittet einen Butt, einen verwunschen Prinzen, der Ehefrau die Wünsche zu erfüllen. Von Mal zu Mal türmen sich die Wellen des Sees, blaue Tücher auf der Bühne, höher auf. Am Ende hat der Fisch genug. Das Paar sitzt wieder wie zu Beginn in seiner armseligen Hütte. Ein Bild der bescheidenen Behausung hängt hinter den beiden an der Wand. Benseler, die auch die Plakate der Veranstaltung anfertigt, hat es gemalt.

Des Fischers Frau hat ihre Lektion gelernt. Immer mehr Macht und immer mehr Reichtum macht nicht glücklicher, erklärt Bartosch den Kindern die Moral des Märchens.

Griff in den Zauberkoffer

Um Gier geht es auch in einer zweiten Geschichte, die Regina Steffens-Grosche aus dem großen Zauberkoffer auf der Bühne fischt. Da versucht ein Investmentbanker den Ehrgeiz eines anderen Fischer zu wecken. Statt lange zu schlafen und abends mit den Freunden Wein zu trinken, soll der Fischer länger arbeiten, eine Fischfangflotte aufbauen, Fabriken gründen und einen Konzern an die Börse bringen. Dann könne er sich in 15 oder 20 Jahren als reicher Mann zur Ruhe setzen, erklärt der Banker, morgens lange schlafen und abends mit Freunden Wein trinken. „Aber das macht er doch jetzt schon“, rief ein aufgewecktes Mädchen.

„Hans im Glück“

Mit einem orientalischen Fächertanz beendete Bartosch den ersten Teil des Märchennachmittags. Gemeinsam mit Kindern, darunter auch einem Mädchen im Rollstuhl tanzte sie im Kreis. Nach der Kaffeepause ging es mit „Hans im Glück“ weiter. Der Junge tauscht seinen Goldklumpen ein und tauscht dann unzufrieden immer weiter, bis er am Ende mit leeren Händen, aber glücklich dasteht. In der Geschichte „Das Paradox unserer Zeit“ ging es um die verrückte Situation, dass Menschen immer mehr besitzen, für die wirklich wichtigen Dinge im Leben, etwa die Familie oder die Freunde, dagegen immer weniger Zeit haben.

Mingeröder Märchenfreunde

Mal etwas anderes sehen und im Kreis fröhlicher Kinder Märchen hören, wollte eine fünfköpfige Gruppe aus Mingerode, die in Fahrgemeinschaften angereist war. Bis zu 15 Personen seien sie an manchen Tagen, erzählen die Frauen. „Unsere Initiative gibt es seit gut neun Jahren“, berichtete Steffens-Grosche, die Integrationsbeauftragte der Stadt, dem Tageblatt. Sie hat sie gemeinsam mit Renate Schopferer von der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) initiiert.

Märchen verbinden Völker

„In Duderstadt leben Menschen aus mehr als 70 verschiedenen Ländern“, erzählte die Integrationsbeauftragte. Märchen würden Menschen verbinden, aber auch einiges über fremde Kulturen vermitteln. Mit Märchen, Sagen und Geschichten aus zahlreichen Ländern hat sich die Initiative bereits befasst. Vertreter der Länder trugen sie vor und erzählten über ihre Heimat.

Von Michael Caspar

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Duderstadt Entdeckung eines Polizisten - Panzerabwehrkanone in Lagerhalle

Eine Panzerabwehrkanone hat ein Polizist während einer Streife entdeckt. Sie stand in einer Lagerhalle. Weil laut Polizei nicht sichergestellt werden könne, dass die Waffe entschärft sei, wurde sie eingezogen.

09.07.2019

14 lesebegeisterte Schüler sind über die Ferien als Julius-Club Duderstadt anzutreffen. Mal mit der Nase in einem Buch, mal an besonderen Orten, um Geschichten zu hören. Am Dienstag, 9. Juli, durften sie in den Tresorraum der Sparkasse Duderstadt.

09.07.2019
Duderstadt Aus dem Ortsrat Nesselröden - Grabentorplatz soll hergerichtet werden

Der Ortsrat Nesselröden sieht Handlungsbedarf am Eckgrundstück Grabentor/Hainholzweg. Die Arbeiten sollen vergeben werden.

09.07.2019