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Duderstadt Mariensäule eingerüstet: Sandsteinarm wird stabilisiert
Die Region Duderstadt Mariensäule eingerüstet: Sandsteinarm wird stabilisiert
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18:48 13.05.2013
Von Kuno Mahnkopf
Verhüllte Madonna, eingerüstete Säule: Bis Fronleichnam sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Quelle: Blank
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Duderstadt

„Der Arm muss stabilisiert werden“, teilt Johannes Böning vom Bauamt mit. Bis zum Fronleichnamstag soll die Behandlung abgeschlossen sein.

Die Mariensäule gehört zu den das Stadtbild prägenden historischen Kleinoden und nebst Rathaus zu den am häufigsten fotografierten Duderstädter Motiven. Beim Tag der Niedersachsen war sie jedoch unvollständig. Drei Jahrhunderte lang hatte die Madonna ihr Zepter in die Höhe gestreckt, dann brach die Bekrönung weg.

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Das beschädigte Zepter wurde vor rund eineinhalb Jahren abgenommen und hätte schon längst wieder an seinem Platz sein sollen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Sandsteinhand des Barockkunstwerks nicht mehr belastbar genug war. Sie hätte das im Stadthaus eingelagerte Zepter aus vergoldetem Kupferblech mit Eisenarmierung nicht mehr tragen können. Bei einem Menschen würde man von Arthrose und Gelenkverschleiß sprechen.

Konstruktionen sollen stabilisiert werden

„Die Figur weist zwischen Hand, Arm und Schulter Fehlstellen auf“, sagt Böning. Mit Vernadelungen im Naturstein und gegebenenfalls auch Edelstahlabspannungen solle die Konstruktion jetzt stabilisiert werden. Denkbar sei auch, dass die Statue eine Nachbildung des Originalzepters aus leichterem Material wie beispielsweise Aluminium bekommt.

Neben ihrem Pendant in Münster ist die vom Sockel bis zur Spitze 12,15 Meter messende Duderstädter Mariensäule die nördlichste ihrer Art in Deutschland. Der rund sechs Meter hohe schlanke Säulenschaft besteht aus einem einzigen Stück heimischen Sandsteins und war in der Vergangenheit auch schon gänzlich verwaist:

1984 wurde die damals desolate Madonna abgenommen und in den kommenden beiden Jahren für rund 100 000 Mark restauriert. Damals wurde die Kunststoff-Kopie angefertigt, die jetzt im Rathaussaal steht. Ortsheimatpfleger Herbert Pfeifer berichtet, dass Säule und Statue bereits 1862, 1952 und 1971 restauriert wurden.

Das Duderstädter Monument zu Ehren der Himmelskönigin ist eng mit der Geschichte der Stadt verknüpft, dessen Wappen den Sockel ziert. Der erzbischöfliche Kommissarius, Stadtpfarrer und „Vater des Eichsfelder Barock“ Herwig Böning ließ die Mariensäule 1711 errichten. Vermutlich handelt es sich um eine Pestsäule, die an die Epidemie 1682/83 erinnern sollte.