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Duderstadt Masterplan Duderstadt: Idee wird zum Projekt
Die Region Duderstadt Masterplan Duderstadt: Idee wird zum Projekt
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17:59 07.07.2009
Potenziale Duderstadts aufzeigen: Orientierungshilfe für Politik und Bürger der Stadt soll der Masterplan sein.
Potenziale Duderstadts aufzeigen: Orientierungshilfe für Politik und Bürger der Stadt soll der Masterplan sein. Quelle: Mischke
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Aus einer Idee wird ein Projekt: An der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen hat das erste Treffen der Gruppe stattgefunden, das einen Weg in die Zukunft Duderstadts aufzeigen soll. Im Auftrag von Otto-Bock-Chef Hans Georg Näder hat Ulrich Harteisen, Professor an der Göttinger Fakultät für Ressourcenmanagement, ein Team zusammengestellt. Unter dem Titel „Masterplan Duderstadt 2020“ wird es Möglichkeiten zur Entwicklung der Stadt aufzeigen.

Harteisen macht deutlich, dass Näder mit seiner Initiative nicht nur eine lokalpolitische Debatte angestoßen, sondern eine wissenschaftliche Innovation in Gang gesetzt hat. Soll der Masterplan an sich schon die Grenzen von Stadtplanung sprengen (siehe Infotext unten), betritt das Team durch die Beteiligung verschiedener Fakultäten bereits im Prozess der Erarbeitung Neuland.

Alle Standorte der Hochschule

„Mitarbeiter mit langjähriger wissenschaftlicher und praktischer Erfahrung in den Bereichen soziale Arbeit, Wirtschaftsförderung, Gestaltung und Stadtplanung bringen ihre Kompetenzen ein“, formuliert es Harteisen. Neben ihm ist von der Fakultät Ressourcenmanagement in Göttingen Sebastian Tränkner beteiligt. Aus Holzminden sind Alexandra Engel, Professorin an der Fakultät Management, Soziale Arbeit, Bauen und ihre Mitarbeiterin Anke Kaschlik zum Treffen angereist. Aus Hildesheim ist Dominika Hasse, Professorin an der Fakultät Gestaltung, beteiligt. Erstmals würden Wissenschaftler aller drei Standorte der Hochschule an einem Projekt arbeiten, betont Harteisen.

„Wir bewegen uns in einem Arbeitsfeld, das eine Fakultät nicht alleine bearbeiten kann“, machte Engel bei dem Treffen die Dimensionen des Projekts deutlich. Kaschlik, Stadtplanerin im Team, erläutert, dass sich ihr Fach schon immer auf die Fahnen geschrieben habe, interdisziplinär zu sein. Diesen Idealzustand erlebe sie aber nun zum ersten Mal, sagt sie mit einem Blick in die Runde. Es sei eine große Ausnahme, dass der Aspekt der Gestaltung so früh einbezogen werde, so Hasse. Von Beginn an mit zu entwickeln, wie das Projekt den Bürgern sichtbar und im Wortsinne begreifbar gemacht werden kann, „das ist eine Riesenchance“, betont sie.

Beteiligung der Bürger

Inhaltlich sind sich die fünf Wissenschaftler vor allem in einem Punkt einig: „Der Prozess ist für alle offen. Wer will, kann sich einbringen“, so Harteisen. Die Frage der Beteiligung der Bürger sei entscheidend bei der Auftragsvergabe durch Näder an die HAWK gewesen, unterstreicht Tränkner (siehe Text rechts).

Wie die Bürgerbeteiligung organisiert wird, wollen die Wissenschaftler in diesem frühen Stadium noch nicht detailliert sagen. Geplant sind jedoch Bürgerforen für großes Publikum und Werkstattforen, in denen jeder zu bestimmten Themengebieten mitarbeiten kann. Auch über das Internet wird es Beteiligungsmöglichkeiten geben.

Mentor des Masterplans

Mit dem guten Ruf der HAWK und eigenen positiven Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit der Hochschule begründet Otto-Bock-Chef Hans Georg Näder die Auftragsvergabe an die HAWK. Seine eigene Rolle bei der Entwicklung des Masterplans bezeichnet er als die eines Mentors. Er habe ein „ureigendstes Interesse“ an der Entwicklung der Stadt, „weil ich hier wohne und als Arbeitgeber“. Auf die Frage, ob er der HAWK Vorgaben für die Entwicklung des Masterplans gemacht habe, antwortet der Otto-Bock-Chef knapp: „Nein.“

Auf Kritik, die an dem Projekt von verschiedenen Seiten laut geworden ist, reagiert er gelassen. „Dass sich alle berufen fühlen mitzureden, ist doch nur gut.“ Kritik sei Applaus für handelnde Akteure, sagt Näder.

Orientierungshilfe

Als „breit angelegte Entwicklungsstrategie, die von den Bürgern entwickelt und getragen wird und alle relevanten Themen der Stadt im Blick hat“, definiert Ulrich Harteisen als Sprecher des HAWK-Teams den „Masterplan Duderstadt 2020“. Es gehe um neue Denkansätze und realistische Lösungswege zur Bewältigung der Probleme der Stadt. Auftraggeber Hans Georg Näder formuliert: Der Masterplan sei gedacht als Orientierungshilfe für die Politik und für die Bürger, die entscheiden müssen, ob sie in der Stadt investieren. Es gehe darum, Potenziale aufzuzeigen und anfassbare Beispiele darzustellen.

Von Ulrich Lottmann

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