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Duderstadt Neue Halle muss zu Duderstadt passen
Die Region Duderstadt Neue Halle muss zu Duderstadt passen
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00:32 06.05.2018
Derzeitiger Plan des Projektes Futuring im Bereich Talwiese (rechts) und Zielgeleigelände (links) Quelle: r
Duderstadt

„Wir werden keine vorschnelle Lösung bauen“, betonte Karsten Ley, Geschäftsführer von Duderstadt 2020, vor gut 60 Zuhörern aus Politik, Organisationen und Institutionen. Vielmehr gehe es im jetzigen Stadium darum, bei den Duderstädtern auszuloten, welche Nutzungsideen und Anforderungen sie an den Neubau einer Veranstaltungshalle – bisher unter dem Titel „HGN Cube“ bekannt – haben. In der jetzigen Phase der Bedarfsplanung sollen sich daher die künftigen Nutzer aus der Stadt und der Region einbringen, betonte Ley. Er lud ausdrücklich dazu ein, mit Duderstadt 2020 in Kontakt zu treten und Hinweise zu geben, denn: „Wenn die Halle erst einmal steht, ist es schwierig, manche Dinge umzusetzen“, argumentierte der Duderstadt 2020-Geschäftsführer.

Einige Beispiele, was für den Ersatz der alten Eichsfeldhalle „grundsätzlich denkbar“ wäre, wurden genannt: Bälle zum Beispiel, aber auch regionale wie überregionale Messen, Bundestreffen von Organisationen, Theaterstücke und Musikveranstaltungen, Sportveranstaltungen oder temporäre Angebote wie beispielsweise eine Eisbahn oder eine Kletterwand.

Basketballspiele – warum nicht in Duderstadt?

„Warum müssen Bundesligaspiele der BG Göttingen nur in Göttingen stattfinden?“, fragte Ley in die Runde. Welche Ansprüche muss die neue Halle beispielsweise für Kulturveranstaltungen erfüllen, welche Art von Messen wären denkbar oder wo gibt es in anderen Städten Hallenkonzepte, die sich bewährt haben?

Duderstadts Ortsbrandmeister Thorsten Krone etwa gab den Hinweis, dass die neue Halle groß genug sein müsse, damit beispielsweise Landmaschinen oder Großfahrzeuge wie etwa Wohnmobile zu Messen problemlos herein- und herausgefahren werden können. „Genau das sind Hinweise, die wir jetzt benötigen“, freute sich Ley.

Der Hallenneubau, den der Duderstädter Unternehmer und Ehrenbürger Hans Georg Näder der Stadt zu seinem 60. Geburtstag schenken möchte, soll multifunktional und flexibel nutzbar sein. „Die Halle muss zu Duderstadt passen. Sie darf nicht zu groß und nicht zu klein sein.“ Außerdem soll sie, so Ley, „Tor in die Region sein“.

„Beschränken sie sich nicht in der Denkweise“

Architekt Michael Schmutzer sagte, es solle bei Diskussionen nicht um die Personenzahl gehen, die der Neubau fasse, denn das sei abhängig von der Art der Veranstaltung. Und Stadtplaner Dirk Puche hob hervor, dass Duderstadt den Mut haben sollte, etwas Besonderes zu schaffen, was im Umkreis von 50 bis 100 Kilometern andere Veranstaltungshallen nicht bieten könnten. „Beschränken sie sich jetzt nicht in der Denkweise“, riet Puche.

Dem aktuellen Plan zufolge, ist der Hallenneubau auf dem Ziegeleigelände Bernhard skizziert. Dort ist zurzeit auch der geplante Hotelneubau und das neue Wohngebiet vorgesehen. Lediglich der Brauereibau ist noch am Rand der Talwiese angeordnet. Für die Craftbeer-Brauerei laufe derzeit ein Architektenwettbewerb. Vier Büros arbeiteten mit Hochdruck daran, eine Lösung zu finden, sagte Ley. Die Ergebnisse sollen dann wiederum öffentlich vorgestellt und diskutiert werden. Das werde vermutlich Ende Mai, Anfang Juni der Fall sein.

Eine ganze Reihe von Fachgutachten notwendig

Beim sogenannten Scoring-Termin vor einigen Tagen beim Landkreis sei die derzeitige Plan-Vision vorgelegt worden, um frühzeitig Rückmeldungen über mögliche Versagungsgründe zu erhalten, erläuterte Ley. Klar sei, dass „eine nicht unerhebliche Reihe von Fachgutachten“ notwendig sein werde.

Uwe Hacke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duderstadt, vermisste mit Blick auf die Planung „das Gesamtkonzept“. Dazu zählten aus seiner Sicht auch Fragen der Infrastruktur wie beispielsweise Parkplätze oder die verkehrliche Anbindung an die künftige Umgehungsstraße. Ley verwies auf die Komplexität der Planung, denn vieles hänge mit der Bedarfsplanung für die Halle zusammen. Eines bedinge das andere, und „all das ist im Werden“.

So geht es weiter

Bei der Umsetzung des Masterplans Futuring Duderstadt mit den Bausteinen Brauerei, Veranstaltungshalle, Wohnbebauung und See wird derzeit die „Eigentumsübertragung“ von Schützenhaus und Eichsfeldhalle vorbereitet. Mit den Schützen habe man sich inzwischen geeinigt. Ley weiter: „Bevor die Immobilien nicht uns gehören können wir nicht abreißen.“ Abrissgenehmigung, städtebauliche Verträge seien nächste Schritte, von politischer Seite seien dann noch die Aufstellungsbeschlüsse für Flächennutzungsplanänderung und Bebauungsplan erforderlich.

Derzeit werde die Bildung von drei Gesellschaften vorbereitet. Die „Erste Futuring Duderstadt 2030 Zweckgesellschaft“, welche die Gebäude und Grundstücke von Schützenhaus und Eichsfeldhalle erwerben soll, die „Zweite Futuring Duderstadt 2030 Zweckgesellschaft“, welche Entwicklung beziehungsweise Kauf der Flächen des Ziegeleigeländes übernehmen soll, sowie die „Futuring Duderstadt 2030 Projektgesellschaft“ als Auftraggeber für übergreifende Planungen.

Der nächste Info-Termin zum Projekt Futuring Duderstadt ist am 20. September von 14 bis 16 Uhr im Max-Näder-haus in Duderstadt geplant. Ideen und Wünsche nimmt Duderstadt 2020 per Mail an info@duderstadt2020.de beziehungsweise als Plakat oder Brief an Duderstadt 2020, Marktstraße 66, 37115 Duderstadt entgegen.

Bisherige Berichte zum Thema Futuring Duderstadt:

„Standort für HGN Cube noch ungewiss“ vom März 2018

„Baubeginn im zweiten Halbjahr 2018“ vom Oktober 2017

„Politische Weichen sind gestellt“ vom September 2017

„15 Jahre für ein 50-Millionen-Projekt“ von Juli 2017

Von Britta Eichner-Ramm

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