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Duderstadt Wohnquartiere für 373 Personen im neuen Masterplan Futuring Duderstadt
Die Region Duderstadt Wohnquartiere für 373 Personen im neuen Masterplan Futuring Duderstadt
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19:00 27.09.2019
Ansicht auf die frühere Produktionshalle auf dem Areal der Ziegelei Bernhard. Quelle: Meder
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Duderstadt

Die Entwicklung im Ziegelei-Quartier stand auf der Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung von Ortsrat und Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt- und Feuerschutz. Zunächst zeigte Stadtplaner Dirk Puche noch einmal den Weg auf von der Vision zum aktuellen Stand der Planung. 2015 hatten die Eigentümer des Geländes einen Antrag gestellt, der bereits experimentelle Wohnformen und Gewerbe beinhaltet habe. Zwei Jahre später sei dann das Entwicklungskonzept „Futuring Duderstadt“ als Masterplan vorgestellt worden. Nach einer Machbarkeitsstudie im Januar 2018 habe es allerdings erste Änderungen gegeben, weil der Plan nicht umsetzbar gewesen sei.

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Puche verwies noch einmal auf die Informationsveranstaltungen, bei denen das Projekt vorgestellt wurde. Im Oktober 2018 habe es ein Artenschutzgutachten gegeben, bei dem festgestellt wurde, dass es im Bereich faunistisch sehr wertvolle Bereiche gebe mit Arten, die streng geschützt seien. Ein Verkehrsgutachten im November 2018 habe ergeben, dass bei einer Mischung von Wohnen und Gewerbe die zweitbeste Verkehrsqualitätsstufe B erreicht worden sei, ebenso im Kreisverkehr. Die Mischung aus Wohnen und Veranstaltung sei immerhin noch mit C bewertet worden.

Neuer Masterplan

Alle bisherigen Erkenntnisse seien in einem neuen Masterplan gemündet, so Puche. Erledigte Entwicklungsbausteine seien die Ertüchtigung der Liegenschaften der Schützengesellschaft sowie der ehemaligen Eichsfeldhalle und die Einrichtung eines gastronomischen Angebots. Die Errichtung eines Sees sei im Hochwasser- und Grundwasserabsenkungsgebiet nicht möglich. Stattdessen laufe derzeit eine Voranfrage wegen eines kleineren Teiches an anderer Stelle. Auch der Punkt HGN-Cube als Veranstaltungshalle werde nicht mehr in der ursprünglichen Version weitergeführt. Stattdessen werde geprüft, wie die Eichsfeldhalle zum Beispiel durch flügelförmige Anbauten auf beiden Seiten ertüchtigen könne, erläuterte Puche. Auch die Nachnutzung der Bestandsgebäude in der Ziegelei sei weiter ein Thema. „Das ganze Konzept Futuring läuft in anderer Form als anfangs gedacht“, so der Stadtplaner.

Multifunktionales Quartier

Ein Ziel sei die Schaffung eines multifunktionalen Quartiers mit besonderem Charakter, sagte Puche. Dabei seien kreative und alternative Bauformen angedacht. Geplant seien zwei Wohngebiete. Für das Wohngebiet Nord seien Geschosswohnungsbauten, Stadtvillen und Reihenhäuser angedacht mit insgesamt 75 Wohneinheiten für 169 Personen. Das Wohngebiet Süd werde mit kreativen Wohnformen wie Pixel it, Tiny Houses und Modulgebäuden ausgestattet. Hier sollen 373 Personen in 165 Wohneinheiten ein Zuhause finden. Die Moduleinheiten können in der Größe von jeweils 6,25 mal 6,25 Meter in der benötigten Menge zusammengestellt werden. Autos bleiben nach Möglichkeit außerhalb des Quartiers. Jede größere Stadt weise solche Quartiere für Tiny Houses aus, so Puche. Das könne für Duderstadt ein Alleinstellungsmerkmal in Südniedersachsen sein. Damit solle ein Angebot für ein junges urbanes Publikum geschaffen werden.

Abstimmung verschoben

Das neue Konzept sorgte für Überraschung bei den Ausschuss- und Ortsratsmitgliedern. „Ich lese plötzlich etwas von einem neuen Stadtteil mit einem neuen Stadteingang mit drei- bis viergeschossigen Häusern“, wunderte sich Thomas Rössing-Schmalbach (CDU). Er erinnere daran, vor zwei Jahren etwas von „Wohnen in Ziegelei-Lofts“ gehört zu haben. Die neue Planung ergebe ein Gebiet, das größer wäre als der eine oder andere Stadtteil von Duderstadt. „Das gehört da nicht hin.“ Doris Glahn (SPD) fragte, ob das Verkehrsgutachten überhaupt noch gültig sei, da es auf 60 Wohneinheiten ausgelegt wurde. Hans-Georg Schwedhelm (fraktionslos) erklärte, dass junges urbanes Publikum nicht nach Duderstadt ziehe, weil das Angebot in Göttingen besser ist. Trotz der Befürwortung von Lothar Dinges (WDB) und Thorsten Feike (FDP), das frühzeitige Beteiligungsverfahren anzustoßen, beschlossen die Mitglieder beider Gremien, die Abstimmung in den Bauausschuss am 24. Oktober zu verschieben.

Weitere Beiträge zum Masterplan „Futuring Duderstadt“ finden Sie auf unserer Themenseite.

Ortsrat fordert Klärung des Tauschverhältnisses

Die Mitglieder des Tiftlingeröder Ortsrates äußern Bedenken zur geplanten Ausweisung eines neuen Baugebietes auf dem Areal der früheren Ziegelei Bernhard. „Bis heute ist nicht geklärt, in welchem Tauschverhältnis die Dörfer um Duderstadt belastet werden“, sagt der stellvertretende Ortsbürgermeister Klaus Deppener (CDU). „Ein Verhältnis 1:3 oder 1:1 lehnen wir strikt ab, denn dies würde die Eigenentwicklung der Orte stark beeinträchtigen, womöglich sogar dazu beitragen, dass keine neuen Bauplätze mehr in Gerblingerode, Tiftlingerode, Immingerode/ Nesselröden, Westerode und Mingerode ausgewiesen werden können.“ Deshalb sei es notwendig, dass die Erschließungsgesellschaft diese Frage im Vorfeld mit dem Landkreis Göttingen kläre. Hierzu hatte Stadtplaner Dirk Puche erklärt, dass ein frühzeitiges Beteiligungsverfahren für belastbare Aussagen sorgen würde. Deppener betonte weiter, dem Vernehmen nach sollen in der Tonkuhle, die als Bauschuttdeponie über Jahre unkontrolliert genutzt wurde, umweltschädliche Stoffe wie Asbest gelagert worden sein. Bisher hätten diesbezügtich noch keine Untersuchungen dieser Ablagerungen stattgefunden.

Von Rüdiger Franke

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