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Duderstadt Mechtild Borrmann stellt „Grenzgänger“ vor
Die Region Duderstadt Mechtild Borrmann stellt „Grenzgänger“ vor
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00:22 06.04.2019
Die Schriftstellerin Mechtild Borrmann bei der Lesung aus ihrem Roman „Grenzgänger“ in der Buchhandlung Gebrüder Seseke. Quelle: Foto: Riese
Duderstadt

Großer Ansturm in der Buchhandlung Gebrüder Seseke an der Duderstädter Marktstraße: Die Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann hat hier am Dienstagabend ihren neuen Roman „Grenzgänger“ vorgestellt. Für die Lesung waren schon im Vorfeld 110 Tickets verkauft worden; auch an der Abendkasse gingen noch Karten weg.

Düsteres Kapitel der Nachkriegsgeschichte

Borrmanns Roman behandelt ein düsteres Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte, nämlich das der Heimkinder aus den 50er- und 60er-Jahren. Mit einer durchaus passenden Melancholie in der Stimme trägt die Schriftstellerin dem Duderstädter Publikum Auszüge aus ihrem Werk vor. Die Sprache ist klar und präzise, Situationsbeschreibungen wirken oftmals sehr detailverliebt – was in diesem Fall positiv gemeint ist. Denn so werden bei Borrmann auch vermeintliche Unwichtigkeiten direkt in einen zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet. Das funktioniert während der unaufgeregten Lesung gut.

Volles Haus: Die Lesung stieß in Duderstadt auf großes Interesse. Quelle: Markus Riese

Wenn Borrmann die Szene wechselt, nimmt sie sich Zeit für Erläuterungen. So klärt sie beispielsweise darüber auf, was es mit der sogenannten „Höckerlinie“ auf sich hat. Diese aus Beton gegossenen, etwa 60 Zentimeter hohen Dreiecke seien auf Spazierwegen am Niederrhein heute noch zu entdecken. Einst waren sie dort zur Abwehr von feindlichen Panzern platziert worden.

Dramatisches an der Eifeler Kaffeefront

Auf alle drei Erzählstränge ihres Romans geht Borrmann ein, alle reißt sie kurz an und macht damit neugierig auf den weiteren Verlauf der Geschichte. Besonders eindrucksvoll wirkt an diesem Abend die Beschreibung eines missglückten Kaffeeschmuggels an der deutsch-belgischen Grenze.

Das Buch „Grenzgänger“ konnte nach der Lesung auch direkt erworben werden. Quelle: Markus Riese

Zeitgeschichtliche Ereignisse wie etwa die Währungsreform von 1948 haben natürlicherweise Einfluss auf Handlung und Charaktere, und so erfahren die Lesungsgäste zum Beispiel auch, dass es an der „Eifeler Kaffeefront“ bis 1953 tatsächlich 31 Tote gegeben hat.

Das Publikum quittiert den Vortrag der Schriftstellerin mit viel Applaus, stellt auch interessiert Fragen. Eine Besucherin möchte zum Beispiel wissen, wie lange Borrmann an einem Buch arbeitet. „Ein Jahr Recherche, ein Jahr Schreiben“, bekommt sie als Antwort. Nach der Lesung nimmt sich die Autorin noch viel Zeit für Gespräche und persönliche Widmungen.

Borrmann nimmt sich Zeit für Autogramme und Gespräche mit den Lesern. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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