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Duderstadt Mehr Zuzüge nach Duderstadt
Die Region Duderstadt Mehr Zuzüge nach Duderstadt
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18:48 29.11.2010
Von Kuno Mahnkopf
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Auf den ersten Blick vermittelt die Statistik den Eindruck, dass die Talfahrt an Fahrt gewinnt. Danach hat der Kreis allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 660 Einwohner verloren, zu nahezu gleichen Teilen durch Geburtendefizit und Wanderungsverlust. Die gegenüber dem Vorjahr scheinbar forcierte Einwohnererosion relativiert sich jedoch mit Blick auf Friedland. Denn für die statistische Momentaufnahme zählt die Belegung des Grenzdurchgangslagers am Stichtag. Dadurch ergab sich am 31. Dezember 2009 für Friedland ein Zuwachs von 453 Einwohnern, am 31. Juni 2010 hingegen ein Verlust von 169 Einwohnern.

Gebremst wurde der Bevölkerungsschwund in der Brehmestadt durch eine positive Binnenwanderungsbilanz: Es gab 21 Zuzüge mehr als Fortzüge. Auch wenn sich dadurch keine Trendwende abzeichnet, wertet Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) die Momentaufnahme als ein „immerhin positives Zeichen, das sich hoffentlich wiederholt.“ Allerdings standen von Januar bis Juni auch 138 Todesfällen nur 64 Geburten gegenüber, so dass Duderstadt im ersten Halbjahr unterm Strich weitere 53 Einwohner verlor.

Die Samtgemeinde Gieboldehausen steuert derweil auf eine Unterschreitung der 14 000-Einwohner-Grenze zu. Ende Juni wurden noch 14 084 Bürger verzeichnet, 57 weniger als ein halbes Jahr zuvor. Dazu haben Fortzüge und Geburtendefizit gleichermaßen beigetragen. Einwohner verloren haben vor allem die größeren Gemeinden Bilshausen, Rhumspringe und Gieboldehausen, während Wollbrandshausen, Obernfeld, Wollershausen und Rollshausen sogar zulegen konnten.

Bilshausens Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker nennt es „erschreckend“, dass es in dem 2300-Seelen-Ort in sechs Monaten nur fünf Geburten gab. Eine familienfreundliche Politik in den Gemeinden, Kindergärten, Krippenplätze und Grundschulen könnten offenbar die Mobilität auf dem Arbeitsmarkt mit ihrer Erschwernis von Familienplanung nicht aufwiegen. Die Entwicklung der Binnenwanderung hinge auch mit dem jeweiligen Verhältnis von Stadt- und Landflucht zusammen.

Mit 30 Bürgern weniger hat die Samtgemeinde Radolfshausen im ersten Halbjahr mehr Einwohner verloren als im kompletten Vorjahr. Dazu trugen allein die Eichsfeldgemeinden Seeburg und Seulingen mit elf und acht Einwohnern weniger bei.