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Duderstadt Meinungsaustausch zum Grünen Band Eichsfeld-Werratal
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20:00 12.02.2014
Von Kuno Mahnkopf
Quelle: dpa (Symbolfoto)
Duderstadt

Die Landvolk-Vertreter Achim Hübner (Göttingen) und Hartmut Danne (Northeim-Osterode) bestätigen die angenehme Gesprächsatmosphäre, bleiben in der Sache aber skeptisch. „Die Stimmung war gut, inhaltlich ist aber wenig herumgekommen“, sagt Hübner: „Wir haben bekannte Positionen ausgetauscht und unsere Kritik an der Ampelkarte erneuert.“ Auf der ist die Akzeptanz von Grundeigentümern im Projektgebiet kartiert worden.

Frischen Wind in die Diskussion gebracht haben aus Sicht  der Stiftung die überwiegend positiven Erfahrungen bei Umsetzung des Naturschutz-Großprojektes Hainholz-Beierstein bei Osterode. Die Rahmenbedingungen sind vergleichbar. Wie das Grüne Band wurde auch dieses bereits vor Jahren in Trägerschaft des Landkreises Osterode abgeschlossene Projekt zur Erhaltung der Gipskarst-Landschaft im Harz über das Förderprogramm Chance Natur finanziert.

Michael Beier

Mit dem großflächigen Ankauf auch gepachteter Flächen gebe es bei jedem Naturschutzprojekt Probleme, meint Danne: „Es ist wichtig, in intensivem Austausch mit jedem Betrieb eine Lösung zu finden.“

Naturschutzgebiete zwischen Osterhagen und Nüxei

Sorgen bereitet dem Osteröder Kreislandwirt der Einbezug zweier Naturschutzgebiete zwischen Osterhagen und Nüxei – Steingrabental und Mackenröder Wald – in die Förderkulisse des Grünen Bandes. Wie bei der Rhumeaue gibt es auch dort Proteste, allerdings in geringerem Ausmaß.

Die Bauern hätten Angst vor weiteren Einschränkungen, sagt Danne und drängt – bei allem Verständnis für Wünsche des Naturschutzes nach größeren Flächen – auf Vertragsnaturschutz auf freiwilliger Basis. Man dürfe weder in die Struktur der Betriebe eingreifen noch den Bodenmarkt anheizen.

Achim Hübner

„Die Sorgen können wir nehmen“, sagt Beier mit Blick auf reduzierten Handlungsbedarf im Südharz. Die Flächen seien bereits ökologisch überaus wertvoll und wichtig für den Biotopverbund als Hauptziel: „Wo die Zusammenarbeit zwischen Landnutzern und Naturschutz gut funktioniert, werden wir diese Strukturen doch nicht stören.“

Flächenverbrauch für Energietrassen und Infrastruktur

Einig sei man sich mit den Landwirten, dass der reale Flächenverbrauch für Energietrassen und Infrastruktur zu Lasten einer funktionierenden Landwirtschaft gehe und in Deutschland bereits ein bedrohliches Ausmaß für den Artenschutz angenommen habe.

Beier betont auch die Chancen im Vertragsnaturschutz durch das Grüne Band: „Die Förderkulissen von Naturschutz-Großprojekten stehen in der Prioritätensetzung der Bundesländer sehr weit oben. Falls die Mittel mal knapp werden sollten, verschafft dies den Landwirten hier im Eichsfeld einen Vorsprung.“ Die Stiftung wolle in allen Belangen eine gute Zusammenarbeit auf Augenhöhe und auf freiwilliger Basis.

Da hegt Hübner noch Zweifel. „Ich hoffe, dass das vielbeschworene Freiwilligkeitsprinzip nicht doch durch zusätzliche Bestimmungen ausgehebelt wird“, sagt der Geschäftsführer des Göttinger Landvolks. Zumindest in der Rhumeaue sei Freiwilligkeit nicht zu erkennen. Es sei ihm schleierhaft, Freiwilligkeit hervorzuheben, ohne mit der Mehrheit der Grundeigentümer zu sprechen.

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