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Duderstadt Pauli-Magnus ist neuer Anästhesie-Chefarzt
Die Region Duderstadt Pauli-Magnus ist neuer Anästhesie-Chefarzt
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00:23 04.07.2019
Markus Kohlstedde (l.), Geschäftsführer des Krankenhauses St. Martini in Duderstadt, und der Ärztliche Direktor, Dr. Udo Iseke (r.), begrüßen Dr. Michael Pauli-Magnus als neuen Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin in ihrer Mitte. Quelle: Eichner-Ramm
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Duderstadt

Dr. Michael Pauli-Magnus hat am 1. Juli seine Stelle als neuer Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am Duderstädter Krankenhaus St. Martini angetreten. Er übernimmt damit die Nachfolge von Dr. Patrick Jung, der als Chefarzt der Zentralen Notaufnahme an die Helios-Klinik Herzberg/Osterode gewechselt war.

In Ebergötzen aufgewachsen

Der 45-jährige Mediziner Pauli-Magnus kommt aus der Bundeshauptstadt Berlin ins Eichsfeld, das ihm sehr vertraut ist. Er ist in Ebergötzen aufgewachsen. Als ganz besonders erfreulich haben es Markus Kohlstedde, Geschäftführer des Krankenhauses St. Martini, und der Ärztliche Direktor, Dr. Udo Iseke, bezeichnet, dass mit Pauli-Magnus ein breit ausgebildeter Mediziner mit entsprechender medizinischer Fachexpertise für das Duderstädter Krankenhaus gefunden wurde. Genauso wichtig ist Iseke zufolge, dass sich Pauli-Magnus bewusst entschieden hat, aus der Großstadt in eine ländliche Region zu wechseln. „Das ist wichtig für ein ländliches Krankenhaus“, betonte Iseke.

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Schnell zwei Bewerbungen auf dem Tisch

Kaum sei bekannt geworden, dass die Chefarztstelle an St. Martini vakant sei, so Kohlstedde, „hatten wir in sehr kurzer Zeit schon zwei Bewerbungen auf dem Tisch. Für ein so kleines Krankenhaus in ländlicher Struktur ist das die absolute Ausnahme“. Üblicherweise dauere es vier bis sechs Monate und bedürfe der Hilfe von Headhuntern und Vermittlern, um für den Chefarztposten einen adäquaten Bewerber zu finden. Im Falle von Pauli-Magnus sei der Kontakt über einen niedergelassenen Duderstädter Arzt erfolgt, freute sich Kohlstedde bei der Vorstellung des neuen Chefarztes an St. Martini.

Familiäres Krankenhaus statt Großstadt

Die Entscheidung, an ein familiäres Krankenhaus wie St. Martini zu kommen, habe er zusammen mit seiner Familie ganz bewusst getroffen, sagte der 45-Jährige: „Ich bin ein Mensch, der sehr viel Wert auf das Miteinander legt, da man nur so produktiv sein kann. Die Größe des Hauses kommt mir hierbei sehr entgegen: Übersichtliche Strukturen, kurze Dienstwege – man kennt und schätzt sich.“ Auch seine Ehefrau, sein vierjähriger Sohn und seine zweijährige Tochter freuten sich, wieder zurück in der Heimat zu sein, raus aus dem Trubel der Hauptstadt und wieder näher bei den Großeltern.

Der promovierte Facharzt für Anästhesiologie mit den Zusatzqualifizierungen Notfallmedizin und Intensivmedizin sowie einem Masterabschluss in Hospitalmanagement möchte die Weiterentwicklung der Abteilung und des Standortes insbesondere auch mit Blick auf die anstehenden Infrastrukturmaßnahmen und die sich in diesem Zusammenhang wandelnden Arbeitsprozesse mitgestalten, heißt es in der Mitteilung des Krankenhauses zum Dienstantritt des neuen Chefarztes. Und so könne Pauli-Magnus gleich schon bei den derzeit laufenden Planungen für den neuen OP-Bereich beraten und seine Erfahrung einbringen, sagte Kohlstedde.

Werdegang und berufliche Stationen

Dr. Pauli-Magnus war seit Anfang 2013 in der Klinik für Anästhesie, Schmerztherapie, Intensiv- und Notfallmedizin der DRK Kliniken Berlin tätig. Zuletzt zeichnete er als Leitender Oberarzt und stellvertretender Chefarzt insbesondere für Management und Koordination der zehn Operationssäle sowie die Re-Strukturierung des Medizinischen Aufnahmezentrums verantwortlich. In dieser Zeit erwarb er auch die Qualifikationen zum Transfusions- und Hygienebeauftragten Arzt und OP-Manager. „Die Arbeit in einem Krankenhaus mit 23 Fachabteilungen und rund 750 Betten verschaffte mir neue Perspektiven auf die vielschichtigen Prozesse im Krankenhaus, auf Optimierungspotenziale und Weiterentwicklungsmöglichkeiten“, erklärte Pauli-Magnus.

Bei seiner vorhergehenden beruflichen Station an der Universitätsmedizin Göttingen arbeitete Pauli-Magnus am Zentrum für Anästhesie, Rettungs- und Intensivmedizin als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und auf den operativen Intensivstationen mit den Schwerpunkten Neurochirurgie, Traumatologie und Kardiochirurgie. Regelmäßig war er auch mit der Durchführung von Intensivtransporten betraut und als Notarzt, auch im Rettungshubschrauber Christoph 44, eingesetzt, heißt es in der Mitteilung von St. Martini zum Werdegang von Pauli-Magnus.

„Junge vom Dorf“

Als „Junge vom Dorf“ habe er seine berufliche Karriere mit einer Ausbildung zum Industrieelektroniker für Feingerätetechnik am Institut für Organische Chemie der Georgia-Augusta begonnen. Auf dem zweiten Bildungsweg habe er sein Abitur abgelegt. Zur Medizin zog es ihn eigenen Angaben zufolge, als er während seiner Ausbildung als Stipendiat der IHK-Begabtenförderung Medizinstudierenden Nachhilfe in Physik und Chemie gab. Den Austausch mit den angehenden Ärzten und die Einblicke in die Medizin habe er als so spannend empfunden, dass er selbst ein Medizinstudium an der Humanmedizin an der Universität Göttingen aufnahm. Nach seiner Approbation war Dr. Pauli-Magnus als Assistenzarzt zur Weiterbildung an einem Northeimer Krankenhaus, bevor er dann zur UMG und später nach Berlin wechselte.

Das Krankenhaus St. Martini

Das Krankenhaus St. Martini in Duderstadt gehört dem Elisabeth Vinzenz Verbund an und ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen. Eigenen Angaben zufolge werden jährlich mehr als 7000 stationäre und 14000 ambulante Patienten versorgt. Das Krankenhaus St. Martini hat 140 Planbetten in den Fachabteilungen Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie, Geriatrie mit Frührehabilation, Allgemein- und Visceralchirurgie mit Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie mit einem zertifizierten Endoprothetik-Zentrum, Frauenheilkunde sowie Anästhesie und Intensivmedizin. Außerdem gibt es die kassenärztliche Notfalldienstambulanz in den Räumen des Krankenhauses.

Von Britta Eichner-Ramm

01.07.2019
04.07.2019