Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Duderstadt Mit Handpuppen gegen Gewalt
Die Region Duderstadt Mit Handpuppen gegen Gewalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:25 09.03.2012
Routine hinter den Kulissen: Gudrun Nixdorff und Martin Napp spielen schon, Petra Osburg wartet noch auf ihren Einsatz.
Routine hinter den Kulissen: Gudrun Nixdorff und Martin Napp spielen schon, Petra Osburg wartet noch auf ihren Einsatz. Quelle: Thiele
Anzeige
Duderstadt

Seit 1977 touren Polizisten als Theaterspieler mit ihrer mobilen Bühne durch den Landkreis. Immer dabei: die Handpuppen. Spielerisch haben so schon über 3600 Duderstädter Schüler gelernt, wie sie mit Problemen umgehen und sie vermeiden können. Am gestrigen Freitag war es die 5b der Heinz-Sielmann-Realschule (HSR), vor der das aktuelle Team aus Martin Napp, Gudrun Nixdorff und Petra Osburg auftrat. Ende nächster Woche werden alle 5. und 6. Klassen der weiterführenden Schulen in Duderstadt das Stück gesehen haben.

Die Geschichte, die Napp und seine Kollegen vortragen, erzählt von Rocky, der – desinteressiert an der Schule – Max, den Neuen, bedroht, erpresst und letztlich sogar fast dazu bringt, für ihn ein Handy zu klauen. Auch mit dabei ist Lisa, der sich Max anvertraut.

"Wer kann helfen?"

Nach einer kurzen Sequenz folgt immer eine Unterbrechung: „Was ist da gerade passiert?“ Nixdorff spricht mit den Schülern über das Gesehene – und ist begeistert, wie aufmerksam sie folgen. Dass Rocky sich falsch – und gesetzeswidrig – verhält, erkennen sie schnell. Und sie verstehen, dass Max vor lauter Angst nicht weiß, wie er sich wehren soll. „Wer kann helfen?“, fragt Nixdorff. Lehrer, Aufsicht, Sekretariat, Polizei – die 5b weiß, an wen sie sich bei Problemen wenden kann.

Der Klasse ist die Überraschung anzusehen, als der Ausgang der Geschichte um Max offen bleibt. „Dafür ist es zu heftig, was passiert ist“, sagt Nixdorff. Ein „Happy End“ wäre hier unpassend. Enttäuscht sind die Kinder aber nicht. Im Klassenraum sprechen sie nach dem Stück mit dem Team der Puppenbühne weiter darüber, wo Gewalt anfängt, wie sie verhindert oder abgewehrt werden kann – und überlegen sich so ihr ganz persönliches  Ende der Geschichte.

Von Christina Stender