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Duderstadt Mit Kameras gegen Klo-Vandalen
Die Region Duderstadt Mit Kameras gegen Klo-Vandalen
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19:11 18.11.2011
Alles im Blick: Vor den Eingängen der öffentlichen Toilette an der Sackstraße hängen jetzt Kameras wie die oben rechts im Bild. Quelle: OT
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Duderstadt

Anlass sind zunehmende Schäden durch Vandalismus in der Innenstadt. „Punktuell gibt es eine explosionsartige Zunahme von Straftaten“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). „Wir verzeichnen in diesem Jahr bereits weit über 25 Strafanträge wegen Sachbeschädigung, die sich an den immer gleichen Orten ereignet.“ Die Täter bleiben meist unerkannt, die Schäden auch an öffentlichen Einrichtungen summieren sich auf einige Tausend Euro. Man sei es den Bürgern schuldig, auf diesem Wege zur Ergreifung oder Abschreckung der Verantwortlichen beizutragen. „Es kann nicht sein, dass der Bürger die Zeche zahlt für das Fehlverhalten Einzelner.“ Nolte betont: „Die Maßnahmen finden in Abstimmung mit der Polizei statt.“

Bisher sei man sehr zurückhaltend mit dem Einsatz von Videoüberwachung gewesen, sagt der Bürgermeister. Gleichzeitig räumt er ein, dass auch auf dem St. Paulus-Friedhof bereits eine Kamera installiert worden sei. Einen Zusammenhang mit der Ergreifung des 41-Jährigen, der elfmal das Grab einer Duderstädter Industriellenfamilie verwüstete (Tageblatt berichtete), wollte er jedoch nicht bestätigen.

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Auch an den im April eingeweihten öffentlichen Toiletten zwischen Sackstraße und Großraumparkplatz hingen bereits Überwachungsgeräte, erläutert Rudolf Wengerek vom Bauamt der Stadt. Auch hier ereignete sich eine Serie von Beschädigungen. Jedoch hätten die Täter die leicht erreichbaren Kameras bereits nach kurzer Zeit zerstört, so dass der folgende Vandalismus im Innen- und Außenbereich sowie der Diebstahl der Münzkassetten an den Zugängen nicht aufgezeichnet wurden.

Jetzt hat die Stadt zwei neue Kameras in einer robusteren Anti-Vandalismus-Ausführung an den beiden Eingängen zum nicht mehr so stillen Örtchen in einer Höhe von knapp über zwei Metern platziert. Die Kabelzuleitungen sind mit Schellen an einer Außenwand angebracht. „Es wird sich zeigen, ob die Geräte diesmal länger halten“, sagt Johannes Böning vom Bauamt. Über Details der Überwachung wie der möglichen Auslösung durch einen Bewegungsmelder oder die Speicherdauer der Aufzeichnung wollte er sich nicht auslassen. Eine Sichtung des Film-Materials finde jedoch nur im Bedarfsfalle statt.

Wer sich hier ab Ende der kommenden Woche zum Geschäft einfindet – solange brauchen die Reparaturarbeiten im Innenraum mindestens noch –, muss also mit einem Videobeweis rechnen. Annelore von Hof, Justiziarin der Stadt, sieht keine rechtlichen Schwierigkeiten. „Das öffentliche Interesse muss gegenüber dem Recht auf Privatsphäre überwiegen. Das ist in diesem Fall aufgrund der großen Beschädigungen gegeben. Und schließlich hängen die Kameras ja nicht in den Toiletten.“

Weitere Kameraeinsätze seien angedacht, äußert Bürgermeister Nolte. Zu konkreten Standorten wollte er sich jedoch nicht äußern.

Von Erik Westermann