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Duderstadt Mit dem Ross zur Wallfahrt auf den Höherberg
Die Region Duderstadt Mit dem Ross zur Wallfahrt auf den Höherberg
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19:05 23.09.2009
Pferdewallfahrt im Untereichsfeld: Auch zahlreiche Kutschgespanne machen sich jedes Jahr auf den Weg zum Höherberg.
Pferdewallfahrt im Untereichsfeld: Auch zahlreiche Kutschgespanne machen sich jedes Jahr auf den Weg zum Höherberg. Quelle: EF
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Während des Gottesdienstes geht es deshalb äußerst lebendig zu. Hengste wiehern, Hunde bellen. Die Tiere beschnuppern sich gegenseitig. „Es hält sich aber alles im Rahmen“, betont Freiberg. Viele Reiter würden nach dem Wallfahrts-Hochamt sogar die Pferdeäpfel wegräumen. Die Kutschen kämen aus einem Umkreis von 20 Kilometern.

Der heilige Eustachius

Die Pferdewallfahrt gibt es seit 1984. Zunächst fand sie im Rahmen der Kleinen Höherberg-Wallfahrt statt. Beim ersten Mal hatte sie noch den Charakter einer Hubertusmesse. Das Bläserkorps der Jägerschaft wirkte mit. Augustiner-Pater Hubert von Berg, ein gebürtiger Gieboldehäuser, hatte von einem Rombesuch eine Reliquie des Heiligen Hubertus mitgebracht. Mit ihr segnete Dechant Hubertus Ottmann die 2500 Wallfahrer, die sich mit mehr als 100 Pferden trotz kalter Witterung vor dem Freialtar eingefunden hatten.
1991 wurde die Wallfahrt auf den Sonntag nach dem 20. September, dem Namenstag des heiligen Eustachius, verlegt. Eustachius ist einer der Vierzehn Nothelfer, denen die Höherberg-Kapelle geweiht ist. Er gilt als Patron der Jäger und Reiter. Seine Statue in der Kapelle trägt entsprechend Horn und Speer. Heute findet die Wallfahrt am letzten September-Sonntag zum Abschluss des Höherberg-Wallfahrtsjahr statt.
Eine Pferdewallfahrt gibt es auch zur Kapelle Etzelsbach, die zwischen den Obereichsfeldorten Steinbach und Hundeshagen liegt. Das kleine Gotteshaus wird seit mehr als 300 Jahren von Reitern besucht. Der Termin dort ist immer der zweite Sonntag nach dem Fest Mariä Heimsuchung, das am 31. Mai gefeiert wird.

Von Michael Caspar