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Duderstadt Modellprojekt an Landkreisschulen
Die Region Duderstadt Modellprojekt an Landkreisschulen
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18:16 13.07.2011
Genehmigung durch das Land: Reinhard Schermann, Bernd Althusmann, Albert Fischer, Gerrit Klinge, Gerd Redding (v. l.). Quelle: EF
Duderstadt

Schülercoaching heißt das Projekt, das seit vier Jahren an den BBS Hann. Münden erprobt wird. Nun wird es auf die drei Göttinger Berufsschulen (BBS I, BBS II und BBS Ritterplan) sowie die BBS Duderstadt ausgeweitet. Unterstützt wird das von der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen und Industrie- und Handelskammer Göttingen, die sich eine Steigerung der Ausbildungsfähigkeit der BBS-Schüler erhoffen.

Treibende Kraft und Koordinator ist der Mündener Studienrat Albert Fischer. Er hat das aus der Wirtschaft bekannte Verfahren auf die Schule übertragen. Bei der Umsetzung für die fünf Landkreis-Schulen steht ihm nun der Duderstädter Studienrat Gerrit Klinge zur Seite.

Schülercoaching heißt: Insbesondere schwächere Schüler werden von eigens geschulten Lehrern individuell betreut. In Gesprächen wird den Jugendlichen geholfen, die Gründe für schlechte Leistungen oder Probleme in der Schule zu erkennen und selbst Lösungen zu erarbeiten. Neben der Leistungssteigerung gehe es dabei vor allem um eine Verbesserung des Klassenklimas, betont Klinge. Die Zufriedenheit von Schülern und Lehrern steige, ist er sich sicher.

Was ist das Neue an dem Ansatz? Beim Coaching sei das Verhältnis von Lehrer und Schüler ein anderes: „Es ist ein Gespräch auf Augenhöhe.“ Der Lehrer gebe keine Lösung vor, „der Schüler überlegt selbst, wie seine Situation ist, welches Ziel er hat und wie dieses Ziel erreicht werden soll“, so Klinge. Freiwilligkeit sei dabei sehr wichtig. Wo sind die Grenzen? „Sobald es nicht mehr um Lernziele, sondern Privates geht, geben wir das an die Sozialarbeiter ab. Das können wir nicht leisten, und das wollen wir auch nicht.“
Das Coaching ist ein zusätzliches Angebot, außerhalb der Unterrichtsstunden. Mit der Genehmigung des Modellprojektes durch Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) werden Lehrerstunden zur Verfügung gestellt. Damit sei ein Teil des Vorhabens finanziert, der Rest werde von den Schulen selbst getragen, erklärt Timo Tuschling, Schulleiter der BBS Duderstadt.

Lehrer, die bei dem Modellprojekt mitwirken, werden künftig voraussichtlich einmal pro Woche ein Coaching-Gespräch von 45 Minuten anbieten. „20 Kollegen können sich vorstellen, da mitzumachen. Das ist ein Drittel des Kollegiums, das ist ein guter Anfang“, erklärt Klinge. Er bereitet seine Kollegen derzeit auf ihre neue Aufgabe vor. In einem ersten Schritt sei der Rollenwechsel vom Lehrer zum Gesprächspartner auf Augenhöhe vermittelt worden. In einem zweiten Teil würden Gesprächstechniken trainiert. „Am 4. Juli kommen die neuen Schüler. Da wollen wir das Projekt dann vorstellen“, kündigt Tuschling an.

Ein Jahr lang soll das Schülercoaching nun im gesamten Landkreis praktiziert werden. Die Anerkennung als Modellprojekt hat Landrat Reinhard Schermann (CDU) auf Initiative der fünf BBS-Schulleiter beim Ministerium durchgesetzt.

Nach dem Jahr wird der Erfolg über einen Vergleich mit Klassen ohne Coaching, anhand von Schüler- und Lehrerbefragungen ermittelt. Das der greifbar sein wird, da sind sich Klinge und Tuschling vor dem Hintergrund der Erfahrungen an der von Gerd Redding geleiteten BBS Hann. Münden sicher.

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