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Duderstadt Mut zu Anträgen schützt vor Armut
Die Region Duderstadt Mut zu Anträgen schützt vor Armut
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21:59 23.02.2017
Von Claudia Nachtwey
V. Stehr Quelle: Harald Wenzel
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Duderstadt

„Die Finanzierung der Rentenversicherung gerät zunehmend unter Druck“, fasste Andreas Bulitta, Vorsitzender des Kolpingwerks Hildesheim, die Problematik schon im Programm zusammen. Dabei hatte er die Auswirkungen des demografischen Wandels im Blickfeld: „Einerseits verschlechtert sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Leistungsbeziehern, zusätzlich steigt aufgrund des medizinischen Fortschritts die Lebenserwartung und damit auch die Dauer des Rentenbezugs“, erklärte er. Als Vergleich nannte er Zahlen: 1960 lag die Bezugsdauer für Rente bei 9,9, im Jahr 2015 hatte sie sich auf 19,9 Jahre verdoppelt. Zudem habe sich die Zahl der Menschen, die älter sind als 65 Jahre und Grundsicherung beziehen, von 258000 im Jahr 2003 auf 536000 im Jahr 2015 mehr als verdoppelt.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen trafen sich Rentenversicherungsexperten auf dem Pferdeberg und referierten zu unterschiedlichen Schwerpunkten. Das Interesse war groß, Gäste aus verschiedenen Städten und Landkreisen in Südniedersachsen waren angereist.

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Unter der Moderation von Diözesansekretär Josef Teltemann konnten die Zuhörer nach den einzelnen Referaten Fragen stellen. Volker Stehr von der HDI-Versicherung sprach zum Thema „Die betriebliche Altersvorsorge als notwendiges Instrument der Altersvorsorge“. „Als ergänzender Baustein zur gesetzlichen Altersvorsorge ist die Betriebsrente nicht zu schlagen“, sagte er und verwies auf einen Vorteil von rund 30 Prozent bei der Rendite gegenüber der privaten Altersvorsorge.

Margret Schmidt, Fachdienstleitung Sozialhilfe im Landkreis Hildesheim, erklärte wichtige Aspekte zur „Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung“. Bei der Grundsicherung würde eigentlich immer auch ein Mehrbedarfszuschlag anfallen, so dass sich im Durchschnitt ein Gesamtbedarf von rund 880 Euro errechnen lasse, nannte Schmidt Beispiele. Ab April 2017 würde die Vermögensgrenze auf 5000 Euro pro Person erhöht werden. Nur was darüber läge, würde auf die Grundsicherung angerechnet. Auch Hausgrundstücke, die der Antragsteller selbst bewohnt, dürften, sofern sie eine angemessene Größe nicht überschreiten, nicht mit angerechnet werden. Fazit bleibt: Eine solide Beratung und der Mut zur Antragstellung auf Grundsicherung kann vor Altersarmut schützen.