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Duderstadt Nach über 30 Jahren: Ewa Mäther schließt ihren Faschingsladen
Die Region Duderstadt Nach über 30 Jahren: Ewa Mäther schließt ihren Faschingsladen
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15:00 17.01.2020
Ewa Mäther schließt ihr Geschäft nach fast 30 Jahren in Duderstadt. Quelle: Schwarze
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Duderstadt

Wenn Ewa Mäther erzählt, dann bewegt sich nicht nur ihr Mund. Ihre Augen strahlen, sie gestikuliert mit den Händen, und es fällt ihr sichtlich schwer, still auf einer Stelle zu sitzen. Ein Besuch 1981 in Göttingen hat das Leben der Polin grundlegend verändern. „Dort habe ich meinen Mann kennengelernt“, erzählt die heute 66-Jährige.

Für sie stand von Beginn an fest, dass sie mit ihm in Deutschland leben wollte. Zuerst verschlug es das Paar nach Einbeck. Dort arbeitete ihr Mann als Vollzugsbeamter. Anschließend zogen die Eheleute nach Göttingen und von dort nach Duderstadt. Nach der Geburt von Sohn und Tochter war es nicht so, dass sich die Betriebswirtin zu Hause langweilte, aber die quirlige Polin wollte mehr sein, als „die Frau eines deutschen Mannes“.

Kommunikativ und unternehmungslustig wie sie war und immer noch ist, eröffnete sie am 2. November 1989 ihr erstes Geschäft in der Steintorstraße. Bekleidung und Uhren gehörten damals zum Angebot. Bei der Erinnerung an diese Zeit gluckst sie vor Vergnügen: „Am 9. November waren wir in Göttingen zu einer Hochzeit eingeladen und haben praktisch die Grenzöffnung gar nicht mitgekriegt.“ Dieses Ereignis führte dann aber dazu, dass die Räumlichkeiten in der Steintorstraße schnell zu klein wurden, da die Kundschaft zunahm. „Das neue Geschäft war dann beim ehemaligen Marktkauf. 18 Jahre bin ich dort gewesen“, erinnert sich Mäther. Geschenkartikel und Mode verkaufte sie und erweiterte ihr Angebot 1991 schließlich noch um Faschingsartikel.

Anfänglich eher zögerlich

Anfänglich war sie eher zögerlich, orderte erst einmal 20 Kostüme, doch diese fanden im Eichsfeld, das für seine Begeisterung für den Karneval bekannt ist, reißenden Absatz. Und so erweiterte Mäther ihre Vielfalt an Kostümen Jahr für Jahr, hatte noch die Kraft und Energie, einen neuerlichen Geschäftsumzug in die Feilenfabrik auf sich zu nehmen. Doch nach sechs Jahren gab sie auch diesen Laden auf. „Mein damaliger Nachbar wollte sein Geschäft erweitern, und da habe ich dann zugestimmt.“

Ewa Mäther. Quelle: vw

Ganz zurückziehen wollte sich Mäther, die von sich selbst sagt, „Polin im Herzen zu sein“, aber auch nicht. „Ich hatte Glück, durch Mund-zu-Mund-Propaganda habe ich etwas gefunden.“ Und kehrte wieder in die Steintorstraße zurück, nicht in die Räumlichkeiten ihrer Anfänge, sondern in das Geschäft der Firma Elektrohaus Burchard, die sich gern verkleinern wollte. „Ich hatte sehr kulante Vermieter“, sagt Mäther und freut sich über das harmonische Miteinander. „Es sollten eigentlich nur drei Jahre werden, sieben Jahre bin ich geblieben“, erklärt sie und lässt den Blick über die vielen bunten Kostüme in ihrem Laden schwenken. Noch bis Ende Februar haben Kunden die Möglichkeit, aus dem reichhaltigen Fundus zu wählen, ob originell oder klassisch. Dann ist Schluss nach über 30 Jahren an unterschiedlichen Standorten. „Wir reagieren mit der Geschäftsaufgabe auf die Kundenwünsche. Der Kunde will von zu Hause ganz bequem shoppen“, nennt sie einen der Gründe. Deswegen ist für sie auch die nötige Schlussfolgerung mit dem Online-Verlauf, den sie bereits seit Jahren betreibt, weiterzumachen.

Perfekt gestylt als Lady Gaga

„Die meiste Online-Kundschaft habe ich aus Köln und Düsseldorf“, erklärt sie. Ist sie selber denn auch Karnevalistin aus Leidenschaft? „Inzwischen ja“, gibt Mäther zu und lacht herzhaft dabei. Natürlich ist sie inzwischen schon in den Karnevals-Hochburgen gewesen, beispielsweise perfekt gestylt als „Lady Gaga“. Aber auch in der Region ist sie bei Veranstaltungen, wie beispielsweise dem Lutzeball in Gieboldehausen, dabei. „Ich bin doch neugierig, wie meine Kostüme aussehen.“ Jetzt freut sie sich erst einmal auf die turbulentesten Wochen im Jahr. „Zwei, drei Wochen vor Karneval ist hier die Hölle los“, verrät sie. Obwohl die Geschäftsfrau fast alles alleine stemmt, genießt sie den Trubel inmitten der farbenfrohen Kostüme. Sie liebt es bunt und schillernd. Und wenn auch ein wenig Wehmut mitschwingt, Ewa Mäther freut sich auf ein Leben danach, in dem es, wenn es nach ihr geht, alles wird, aber nicht langweilig.

Ihr Traumziel Hawaii wartet auf sie und ihren Mann Manfred. Es wäre das zweite Mal, dass sie die Inselkette im Pazifischen Ozean besucht. Die Route 66 ist sie auch schon entlang gefahren, war in Gambia, siebenmal in New York. Venezuela, Mexiko, Borneo, Kuala Lumpur und Kambodscha hat sie unter anderem bereist. Und es sollen noch mehr Länder werden. Die Zeit dazwischen ist auch gut ausgefüllt, denn unter anderem engagiert sich Mäther auch bei der Lebenshilfe Eichsfeld. Darüber hinaus warten auch zwei Enkelkinder auf ihre Großmutter. Und eines steht fest: Im Kindergarten haben die Beiden große Chancen, die Wahl für das beste Kostüm für sich zu entscheiden.

Von Vicki Schwarze

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