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Duderstadt Wegen wahnhafter Störung: Gericht berät über Unterbringung eines 52-Jährigen in der Psychiatrie
Die Region Duderstadt Wegen wahnhafter Störung: Gericht berät über Unterbringung eines 52-Jährigen in der Psychiatrie
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18:00 30.12.2019
Die Göttin aus der römischen Mythologie gilt als Wahrzeichen und Symbol der Justiz und der Gerechtigkeit. Quelle: picture-alliance/ dpa
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Göttingen/Duderstadt

Ein 52-jähriger Mann aus Duderstadt, der im Juni einen 18-jährigen Nachbarn mit einem Messer angegriffen und verletzt hatte, muss weiter in der Psychiatrie bleiben. Das hat am Montag das Landgericht Göttingen entschieden. Das Gericht wertete die Messerattacke als gefährliche Körperverletzung. Der 52-Jährige sei aufgrund einer anhaltenden wahnhaften Störung zur Tatzeit vermindert schuldfähig gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz. Es sei auch nicht auszuschließen, dass er schuldunfähig gewesen sei. Aus diesem Grund laute das Urteil auf Freispruch. Da jedoch die Gefahr bestehe, dass er ohne eine entsprechende Behandlung weitere gefährliche Taten begehe, sei eine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie erforderlich.

Behandlungen abgebrochen

Der 52-Jährige war bereits seit 2005 mehrfach in psychiatrischen Kliniken in Behandlung gewesen, hatte diese jedoch jeweils abgebrochen und das Krankenhaus auf eigenen Faust verlassen. Die Ärzte hatten anfangs eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert, später eine wahnhafte Störung. In den vergangenen zwei Jahren habe sich diese Störung immer weiter zugespitzt, sagte der Vorsitzende Richter. Der 52-Jährige fühlte sich zunehmend verfolgt und bedroht. Mal meinte er Gasgeruch wahrgenommen zu haben, mal glaubte er, dass andere Menschen in seine Wohnung eingedrungen seien.

Die Wahnvorstellungen verstärkten sich noch, als im Februar ein Geschwisterpaar in die gegenüberliegende Wohnung einzog. Der 52-Jährige überzog den 18-jährigen Nachbarn und dessen Schwester mit Verbalattacken und drohte damit, ihnen den Kopf abzuschlagen. Mehrfach attackierte er den Schüler auch körperlich. Zwei Tage vor der angeklagten Tat griff der 52-Jährige zudem seinen Hausverwalter an, als dieser gerade einen Spaziergang machte. Der 52-Jährige sei mit quietschenden Reifen auf den Mann zugefahren, sagte der Richter. Dann sei er aus dem Auto herausgesprungen, habe diesen gepackt und geschüttelt und ihm vorgeworfen, zwei Waschmaschinen gestohlen zu haben.

Rassistische Parolen

Am Tattag sei der 52-Jährige abends bei der Polizei in Duderstadt aufgetaucht, wo er ausländerfeindliche Parolen herausbrüllte und beim Hinausgehen den Hitlergruß zeigte. Dabei sei auch der Satz gefallen: „Wenn hier mal ein Araber abgestochen wird, dann könnte ich das sein.“

Rund 20 Minuten später soll er mehrmals an die Tür seiner Wohnungsnachbarn geklopft und gebrüllt haben: „Mach die Tür auf, du Dreckmädchen.“ Da ihm niemand öffnete, ging er zurück in seine Wohnung. Als er mitbekam, dass auch der 18-jährige Bruder nach Hause gekommen war, sei er mit einem Messer bewaffnet erneut zur Nachbarwohnung gegangen, sagte der Richter. Als der 18-Jährige auf sein Klopfen hin öffnete, habe er diesen in die Wohnung geschoben und mit der Messerklinge nach oben in Richtung des Brustkorbes gestochen. Glücklicherweise habe der Schüler nur oberflächliche Verletzungen erlitten. Für die Geschwister sei dieser Vorfall aber extrem beängstigend gewesen. Den beiden war es dann gelungen, den 52-Jährigen hinauszudrängen und die Polizei zu rufen. Bei seiner Festnahme erklärte er, dass er den 18-Jährigen habe töten wollen.

Von Heidi Niemann

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