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Duderstadt Nach Rom: Hilkeröder pilgert zu Fuß über die Alpen
Die Region Duderstadt Nach Rom: Hilkeröder pilgert zu Fuß über die Alpen
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21:19 13.06.2013
Hilkerode ante portas: Auf seinem Marsch nach Rom wird Matthias Völkel (rechts) von seinem Esel Birk und seinem Cousin Winfried Dornieden begleitet.
Hilkerode ante portas: Auf seinem Marsch nach Rom wird Matthias Völkel (rechts) von seinem Esel Birk und seinem Cousin Winfried Dornieden begleitet. Quelle: Thiele
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Hilkerode

Bis zur französischen Grenze begleitete ihn sein Esel Birk. Jetzt macht sich der 64-Jährige wieder auf die Socken – und Birk auf die Hufen. Ziel ist diesmal die ewige Stadt, der Aufbruch dorthin ist Ende Juni geplant. Sobald sein zweiter Enkel geboren ist, will Völkel zu Fuß den Marsch nach Rom antreten.

Dreimal auf dem Jacobsweg unterwegs gewesen

Schon dreimal ist Völkel auf dem Jacobsweg unterwegs gewesen. Der steht auch am Beginn der nächsten Reise, dann geht es weiter auf der Via Francegnea, dem gut ausgeschilderten und von Unterkünften flankierten Fuß-Pilgerweg nach Rom. Den Marsch durch die Schweiz über den St.-Bernhard-Pass will Völkel seinem ebenso sensiblen wie anhänglichen Esel nicht zumuten: Birk soll an der Schweizer Grenze abgeholt werden – von den erwachsenen Kindern Völkels.

Birk ist einer von drei Eseln, die der ehemalige Berufssoldat, der früher in der Eiffel als Fluglotse stationiert war, seit 2002 hält. Inzwischen ist das Grautier, das sein Herrchen immer wieder begleitet hat, ein „wenig dicker geworden“ und 16 Jahre alt. Noch kein Alter für Esel, die bis zu 40 Jahre alt werden.

100 Tage unterwegs

Nach Santiago de Compostela war Völkel rund 100 Tage unterwegs, für den Marsch nach Rom rechnet er mit 80 Tagen. Am kommenden Mittwoch nach der Messe will er sich in Hilkerode den Reisesegen geben lassen. Die erste Tagesetappe führt zur Wallfahrtskapelle Etzelsbach, von dort aus geht es weiter zum Hülfensberg. Damit er immer in der Nähe des Esels ist, nimmt Völkel ein Zelt mit. Alle zwei bis drei Tage will er eine Jugendherberge aufsuchen, um zu duschen. Auf Gesellschaft muss Völkel auch nach der Trennung von Birk an der Schweizer Grenze nicht verzichten. In Einsiedeln trifft er auf einen menschlichen Gefährten und Landsmann: Sein Hilkeröder Cousin  Winfried Dornieden begleitet ihn von dort aus bis nach Rom.

Als Motivation für die strapaziöse Tour nennt Völkel dieselben Gründe, die ihn vor vier Jahren nach Santioago de Compostella geführt haben und immer wieder antreiben: sportliche Herausforderung, spirituelles Erlebnis, Selbst- und Grenzerfahrung, Entspannung und das Sammeln innerer Kraft.