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Duderstadt Aufgaben des neuen Küsters in Duderstadt
Die Region Duderstadt Aufgaben des neuen Küsters in Duderstadt
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07:00 16.03.2019
Küster Ernst Parecker geht nach 37 Jahren in den Ruhestand. Quelle: Rüdiger Franke
Duderstadt

Der Küsterberuf bestehe bereits seit dem dritten Jahrhundert, erklärte Parecker. Eine der Hauptaufgaben des Küsters sei immer das Schließen und Öffnen der Kirchentüren gewesen. Er sei auf eine gewisse Art der Pförtner gewesen. Er habe aber auch den Gottesdienst vorbereitet und sei während der Messen dafür zuständig gewesen, die Psalmgesänge anzustimmen. Er sei auch damit betreut gewesen, die Schätze der Kirche aufzubewahren. „Es gibt sakrale Sachen, die nur der Küster und der Priester anfassen dürfen.“

Lateinkenntnisse

Dem Küster seien auch Lateinkenntnisse zwingend abverlangt worden, erzählt Parecker, denn alle Bücher seien in früheren Zeiten in dieser Sprache verfasst worden. „Ohne Latein ging es nicht.“ Darüber habe er die Kinder in Religion unterrichtet. Dafür habe er einen halben Taler pro Kind bekommen. „Ein Küster war kein reicher Mann“, sagte Parecker.

Vorbereitung der Gottesdienste

Das Öffnen und Schließen der Kirchentüren zählt auch heute zu den Aufgaben des Küsters. Auch bereitet er weiterhin jeden Gottesdienst vor, aber auch die Hochzeiten, Taufen und Aufnahmen in die Kirche sowie auch Beerdigungen und Trauerfeiern. Die Vorbereitung der Gottesdienste falle aber nicht immer gleich aus, so Parecker. Der Schmuck der Kirche sei zum Beispiel zu Hochfesten deutlich imposanter als an normalen Wochentagen. „In der Woche reichen einfache Blumen“, erzählt er. In der Sakristei sei der Küster dafür zuständig, die Messgewänder in den entsprechenden Farben des Kirchenjahres herauslegen. Er kümmert sich aber auch um die Kelche.

Ansprechpartner

Der Küster müsse auch den Überblick über die unterschiedlichen Bestände behalten, erzählt Parecker. So bestelle er Hostien, Wein und Kerzen, wenn der Vorrat zur Neige gehe. Er sorge auch dafür, dass die Leute es in der Kirche warm haben. Und nicht zuletzt seien handwerkliche Fähigkeiten nützlich. „Denn es gibt immer etwas zu tun.“ Darüber hinaus habe er im Winter auch den Schnee vor der Kirche gefegt. Das sei eine freiwillige Leistung gewesen, denn ab den Kirchenstufen sei eigentlich die Stadt zuständig. Und während seiner Anwesenheit in der Kirche sei er immer wieder der Ansprechpartner. „Manche Leute brauchen einfach nur jemanden, der ihnen zuhört.“

Ausschreibung

Die Stelle war ausgeschrieben zum 1. April. Für Pareckers Nachfolger werde es einige Änderungen geben, sagt Galluschke. Das sei schon darin begründet, „dass wir weniger Stunden zur Verfügung haben“. Wenn die Wahl auf einen Jüngeren falle, werde dieser auch im digitalen Bereich Aufgaben übernehmen. In dem Zusammenhang sei zum Beispiel die Übertragung von Gottesdiensten zu nennen, so der Propst. „Außerdem schauen wir demnächst, was wir mit den Schaukästen machen.“ Die seien im Prinzip eine „antike Geschichte“.

27 Stunden

Im Endeffekt liege es aber an jedem Einzelnen, was er für Fähigkeiten habe, sagt der Propst zu den künftigen Aufgaben des neuen Küsters. So waren in der Ausschreibung „eine handwerkliche Ausbildung und eine freundliches und sicheres Auftreten“ gefordert. Auf jeden Fall werde der Küster mit den Messdienern liturgisch üben. Mit Blick auf die personelle Zukunft der Kirche werde der Küster in dem Bereich noch mehr als bisher das Kontinuum sein. Was der neue Küster dann darüber hinaus noch leisten könne, bleibe abzuwarten, denn „mit 27 Stunden in der Woche ist dann auch irgendwann Schluss“.

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Musikalische Dankandacht

Ernst Parecker wird mit einer musikalischen Andacht am Sonntag, 17. März, in St. Cyriakus verabschiedet. Die Andacht beginnt um 16 Uhr.

Von Rüdiger Franke

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