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Duderstadt Naturerlebniszentrum auf Gut Herbigshagen eröffnet
Die Region Duderstadt Naturerlebniszentrum auf Gut Herbigshagen eröffnet
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21:12 27.06.2019
Im Gespräch mit Architektin Viktoria Wille (Mitte): die Vorstandsmitglieder der Heinz Sielmann Stiftung Michael Beier und Cornelia Ruh Quelle: Rüdiger Franke
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Duderstadt

„Ich sehe den heutigen Tag als Geburtstagsfeier der Heinz Sielmann Stiftung“, sagte der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Nolte. 25 Jahre seien vergangen, dass Inge und Heinz Sielmann ihre Stiftung gegründet hätten. „Wer Gut Herbigshagen noch aus früherer Zeit kennt, der weiß, dass hier ein kleines Wunder wahr geworden ist“, sagte Nolte. Es seien die schönsten Tage, wenn aus einer alten intensiv bewirtschafteten Hofstelle ein solches Refugium für die Natur entsteht.

Blick in die neue Ausstellung:

Das umgebaute Nautrerlebnishaus auf Gut Herbigshagen ist eröffnet worden. In der oberen Etage können Besucher Filme und interaktive Ausstellungen erkunden.

„Was wir heute übergeben, hat ein Ausgabevolumen von rund 3,5 Millionen Euro“, erzählte Nolte. Dafür habe es Förderungen der Bingo-Umweltstiftung, des niedersächsischen Umweltministeriums und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gegeben.

Gut als Leuchtturm

Gut Herbigshagen sei als Sitz und Herzstück der Heinz Sielmann Stiftung ein Leuchtturm für die Stadt Duderstadt und für die Region, betonte Nolte. Die Stiftung organisiere bundesweite Aktionen und habe hohes Ansehen erworben. Das Haus sei bereits ein Regionales Umweltbildungszentrum. „Es sollte auch Außenstelle der norddeutschen Naturschutzakademie sein“, sprach der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende einen Wunsch aus.

Eröffnung des umgebauten Naturerlebnishauses der Heinz Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen: Björn Ungruh aus dem niede Quelle: Rüdiger Franke

Als Vertreter für das niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz war Abteilungsleiter Björn Ungruhe angereist. Er vertrat Minister Olaf Lies (SPD), der an einem Treffen der Umweltminister in Berlin teilnahm. „Ich muss zugeben, dass ich noch nicht hier gewesen bin“, sagte Ungruhe. Er versprach, mit seiner zehnjährigen Tochter wiederzukommen. Visionäre, wie es die Eheleute Sielmann gewesen seien, hätten früh erkannt, welche Vielfalt die ehemalige Grenze biete. Aber auch das Ministerium habe dieses jetzt erkannt und fördere explizit Angebote im ehemaligen Grenzstreifen. 2019 seien 15 Millionen Euro für insgesamt 33 Projekte eingeplant.

Ausstellungen als Bausteine

„Die Ausstellungen sind ein Baustein im Konzept dieses Leuchtturms“, sagte Ungruhe. Besonders die interaktiven Ausstellungen würden helfen, Kinder an die Natur heranzuführen. Er zitierte Heinz Sielmann: „Kinder und Jugendliche sind die Naturschützer von morgen.“ Es sei wichtig, dass es dem fernen Regenwald gut gehe, aber ebenso wichtig sei, dass auch die Natur vor Ort erhalten werde.

„Es war unsere große Vision, vom Hof durch das Haus in die Landschaft zu blicken“, sagte Viktoria Wille von stories within architecture, die mit ihrem Team den Umbau geplant hat. Seit der Eröffnung der unteren Etage am Ostermontag habe sie beobachten können, dass das interaktive Spiel „Wildwechsel“ gut funktioniere, schon bei Kindern ab drei Jahren. „Ich dachte, dass die Umweltstiftung die teuerste Hüpfburg des Landes finanziert hat“, gestand Michael Beier, Vorstandsmitglied der Heinz Sielmann Stiftung. Doch mittlerweile habe er erkannt, dass auch dank der Mitabeiter am Tresen tatsächlich eine Spielwiese entstanden sei.

Eröffnung des umgebauten Naturerlebnishauses der Heinz Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen Quelle: Rüdiger Franke

Rechtzeitig fertig geworden ist auch das Obergeschoss. Dort laufen die Besucher zunächst in den Filmraum, in dem auf der linken und der rechten Seite ein Film des Naturfilmers Jan Haft zu sehen ist. „Dort kann man 24 Stunden Natur in vier Jahreszeiten erleben“, so Beier. Dahinter seien weitere interaktive Ausstellungen zum Naturschutz und zum Leben von Heinz Sielmann zu entdecken.

Stefan Hoppe, Schulleiter der Heinz-Sielmann-Realschule in Duderstadt, sprach von einem „Qualitätssprung in pädagogisch-didaktischer Hinsicht“. Die interaktiven Medien dürften auch Kinder und Jugendliche neu motivieren, wieder in die Stiftung zu kommen.

„Wir müssen die Kinder und Jugendlichen da abholen, wo sie sind“, bestätigte auch Karsten Bär, Chef der Bingo-Umweltstiftung, „und das ist in bei den Handys.“ Deshalb sei auch das von Ruh für die Zukunft angekündigte neue Hofleitsystem eine gute Idee. „Wir schicken die Menschen mit Tablets raus auf Schatzsuchtouren“, erklärte sie.

Propst Bernd Galluschke und Pastorin Christina Edelmann segneten das umgebaute Naturerlebnishaus. Quelle: Rüdiger Franke

Von Rüdiger Franke

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