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Duderstadt Einsätze der Feuerwehr in Duderstadt werden teurer
Die Region Duderstadt Einsätze der Feuerwehr in Duderstadt werden teurer
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19:11 11.07.2019
Die Beseitigung einer Ölspur zählt zu den Leistungen der Feuerwehr, für die Rechnungen gestellt werden. Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

„Die Leute können auch weiterhin bedenkenlos die Feuerwehr anrufen, wenn es brennt“, erklärt Sabine Holste-Hoffmann, Leiterin des Fachdienstes Gefahrenabwehr und Feuerschutz. Da der vorbeugende, abwehrende Brandschutz in der Zuständigkeit der Kommunen liege, würden für Einsätze, bei denen Leib und Leben in Gefahr seien, auch weiterhin keine Rechnungen ausgestellt. Die neue Gebührensatzung für Dienst- und Sachleistungen der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Duderstadt gelte für Leistungen außerhalb der unentgeltlich zu erfüllenden Pflichtaufgaben, erklärt Holste-Hoffmann. Dazu zählen zum Beispiel die Beseitigung einer Ölspur oder auch Brandwachen.

Investitionen berücksichtigt

Die Kalkulation von Gebühren sei ein komplexes Feld und deshalb in externe Hände gegeben worden, so Holste-Hoffmann. Errechnet worden seien die Gebühren von der Gesellschaft für kommunale Entwicklung Schneider und Zajontz. In die Kalkulation wurden alle Positionen wie Personalkosten, Kosten für die Fahrzeuge, für die Unterhaltung der Gerätehäuser, die Ausrüstung und auch die Ausbildung eingerechnet. Die Stadt Duderstadt habe in den vergangenen Jahren viel in die Feuerwehr investiert. Auch diese Ausgaben spielten zum Beispiel in die Kalkulation rein. Darüber hinaus seien auch alle Verwaltungsgerichtsurteile berücksichtigt worden.

„Wir hatten bislang moderate Preise“, sagt Holste-Hoffmann. Das ändere sich mit der neuen Kalkulation als Grundlage deutlich. Kostete der Einsatz der Drehleiter bisher 115 Euro pro Stunde, so steigen die Gebühren auf 629 Euro. Bei den Tragkraftspritzenfahrzeugen werden statt wie bisher 40 Euro dann 580 Euro in Rechnung gestellt.

Die Gebühren für die eingesetzten Fahrzeuge steigen. Quelle: Rüdiger Franke

Auch andere Kommunen rechneten inzwischen nach einer Kalkulation ab. „Bei denen, die dementsprechend teurer wurden, haben die Versicherungen dann geklagt“, berichtet Holste-Hoffmann. Aber auch wenn die Kosten immens ansteigen, seien sie noch längst nicht kostendeckend. „Wir haben etwa 50 Prozent kalkuliert.“ Die Kalkulation sei für die kommenden zwei Jahre gültig.

Änderungen eingearbeitet

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Duderstadt bekommt auch eine neue Satzung. Das Brandschutzgesetz habe sich in den vergangenen Jahren mehrfach geändert, letztmals im vergangenen Jahr, erläutert die Fachdienstleiterin. Die Änderungen seien in die neue Satzung aufgenommen worden. Ein Beispiel sei das Dienstalter der Feuerwehrleute. „Aktive Mitglieder sind in die Altersabteilung zu übernehmen, wenn sie die gesetzliche Altersgrenze nach dem Niedersächsischen Brandschutzgesetz in der jeweils gültigen Fassung erreicht haben“, heißt es in der neuen Fassung. Zuvor sei der Übergang mit 62 Jahren festgelegt gewesen. Nun könne er ohne Angabe von Gründen bereits ab dem 55. Lebensjahr übertreten. Neu aufgenommen wurde auch der Paragraf über die Kinderabteilung, der bislang nur als Nachtrag vorlag. „Wir haben mit der neuen Satzung mehr Klarheit geschaffen“, so Holste-Hoffmann.

Neue Gebühren für Leistungen der Feuerwehr

Die Kosten für den Einsatz von Feuerwehrleuten und -fahrzeugen steigen deutlich. Die Preise gelten pro Stunde. Abgerechnet wird im Halb-Stunden-Takt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

Personaleinsatz:

• Betrag pro Person 71 Euro

Einsatz von Fahrzeugen pro Fahrzeug (ohne Personal):

• Tragkraftspritzenfahrzeuge 560 Euro (bisher: 40 Euro)

• Löschgruppenfahrzeuge (LF/HLF) 600 Euro (bisher: 45 bis 80 Euro)

• Tanklöschfahrzeuge (TLF) 456 Euro (bisher: 55 bis 80 Euro)

• Rüstfahrzeuge (RW) 690 Euro (bisher: 65 Euro)

• Gerätewagen (GW) 593 Euro

• Leiterfahrzeuge (DLK) 629 Euro (bisher: 115 Euro)

• Einsatzleitfahrzeuge (ELW, MTW, KdoW) 483 Euro

Unfugalarm: Abrechnung des eingesetzten Personales und der eingesetzten Fahrzeuge

Fehlalarm: Pauschale 500 Euro

Brandsicherheitswache: Pauschale 100 Euro/Stunde (bei Brauchtumsveranstaltungen sowie Veranstaltungen der örtlichen Vereine und Kirchengemeinde). In allen übrigen Fällen ist nach Personal- und Fahrzeugeinsatz abzurechnen.

Von Rüdiger Franke

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