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Duderstadt Duderstadt bekommt neue Winterbeleuchtung
Die Region Duderstadt Duderstadt bekommt neue Winterbeleuchtung
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00:22 18.05.2019
Musterbeleuchtung in der Jüdenstraße. Quelle: Walther
Duderstadt

 Was wurde nicht in der Stadt und in den sozialen Medien diskutiert, als in Duderstadt im Januar Lichterketten aufgehängt wurden, kaum dass der klassische Weihnachtsschmuck aus dem Stadtbild entfernt worden war. Der Verein Treffpunkt Stadtmarketing hatte eine erste Probebeleuchtung installiert, um deren Wirkung und die Reaktionen der Bürger herauszufinden.

Seit einigen Tagen hängen wieder Lichterketten in der Innenstadt so wie schon im Januar in der Jüdenstraße, weitere im Bereich der Marktstraße. Diese Musterbeleuchtung sollte den Mitgliedern des Vereins Treffpunkt Stadtmarketing als Entscheidungshilfe dienen, denn während der Mitgliederversammlung am Dienstagabend sollte ein Beschluss über die Anschaffung einer neuen Beleuchtung gefasst werden.

Alte Beleuchtung in desolatem Zustand

Grund ist, dass für Duderstadt auf jeden Fall eine neue Bleuchtung angeschafft werden muss. Die alte Weihnachtsbeleuchtung ist in desolatem Zustand und kann nicht noch einmal aufgehängt werden. „Wenn wir das jetzt nicht machen, bleibt es dunkel in Duderstadt“, sagte Vereinsvorsitzender Hubertus Werner am Dienstag während der Mitgliederversammlung.

Seit zwei Jahren beschäftige sich Treffpunkt Stadtmarketing mit dem Thema. Zweimal sei die Weihnachtsmesse in Frankfurt besucht worden, „wo wir uns verschiedene Sachen angeschaut haben“, so Werner. Darüber hinaus seien verschiedene Angebote eingeholt worden. Die Preise für die unterschiedlichen Beleuchtungsmöglichkeiten seien „nach oben offen“, stellte Werner fest.

Lichterzelt beim Weihnachtstreff bewährt

Der Weihnachtstreff an der St. Servatius Kirche mit dem Lichterzelt. Quelle: Niklas Richter

Bewährt habe sich das Lichterzelt beim Weihnachtstreff, das vor zwei Jahren erstmals dank Unterstützung des städtischen Bauhofs an einem Masten mit relativ wenig Aufwand befestigt werde. Das komme gut an, sei kostengünstig und soll auch beibehalten werden, so Werner. Darüber hinaus soll in Duderstadts Innenstadt künftig von Oktober bis Februar eine Winterbeleuchtung erstrahlen und die klassische Weihnachtsbeleuchtung ablösen.

Wie die neue Winterbeleuchtung aussehen könnte, ließ sich nicht nur in den vergangenen Tagen anhand der aufgehängten Varianten verschiedener Lichterketten betrachten. Auch eine Präsentation mit Fotomontagen sollten den Mitgliedern die Entscheidung erleichtern. Gezeigt wurde beispielsweise eine Variante mit einer klassischen Straßenüberspannung und daran befestigten Ornamenten wie Sternen für den Bereich Auf der Spiegelbrücke und leuchtenden Motiven an den Straßenlaternen der Marktstraße. Favorisiert wurde jedoch sowohl vom Vorstand als auch von den anwesenden Mitgliedern Variante zwei, wie sie beispielhaft derzeit noch in der Jüdenstraße zu sehen ist.

„Meterweise ergänzbar“

Basis bilden Ketten mit 90 Zentimeter lang herabhängenden Lichtern. „Das ist nicht perfekt“, sagte Werner, aber damit könne man erst einmal anfangen. Vorteil dieses Beleuchtungsmodells: Sie sei „meterweise ergänzbar“ und damit im Reparaturfall auch modulartig austauschbar. Auch der Anschluss an die Straßenlaternen, von denen die Beleuchtung mit Strom versorgt werde, sei mittels einer einfachen Steckverbindung möglich, erläuterte Werner. Die Ketten sollen entlang der Marktstraße jeweils von den Laternen zu den Fassaden gespannt werden. „Das wirkt wie ein Dach über dem Gehweg“ und bilde ein einheitliches Bild, beschrieb der Vereinsvorsitzende.

Aufhängen der Probebeleuchtung in der Jüdenstraße. Quelle: Walther

Die neuen Ketten hätten eine Durchfahrtshöhe von vier Metern. Die Feuerwehr sehe keine Probleme. Jetzt sollen noch die Hauseigentümer informiert werden, kündigte Werner an. Da einige der Lindenbäume auf der Marktstraße durch Jungbäume ersetzt wurden, komme eine Beleuchtung in den Bäumen, wie bisher in den nächsten Jahren nicht in Frage, ergänzte Werner.

Kosten: rund 30000 Euro

45 Elemente für die Montage an den Laternen sowie 17 längere, Straße überspannende Ketten werden mit Anschaffungskosten von rund 30000 Euro kalkuliert. „Wenn wir unerwartet zu Reichtum kommen, kann das jederzeit ergänzt werden“, so Werner. Der Verein selbst werde zur Finanzierung 10000 Euro beisteuern, von der Stadt Duderstadt werden 6000 Euro und vom Ortsrat 1000 Euro erwartet. Die fehlenden 13000 Euro erhoffen sich die Vorstandsmitglieder über einen Anteil von 300 Euro je Geschäft und Hauseigentümer sowie Sponsoring abdecken zu können.

Aus Reihen der Mitglieder kam außerdem der Vorschlag, den Bürgern möglichst einfach zu ermöglichen, ebenfalls für die neue Winterbeleuchtung zu spenden – ob als Fünf- oder Zehn-Euro, die in enstprechende Sparschweine der Mitgliedsgeschäfte gesteckt werden oder aber via Sofortüberweisung mittels QR-Code.

Licht von Oktober bis Januar

Die neue Winterbeleuchtung in LED-Technik soll von Ende Oktober bis Januar hängen bleiben. Ziel ist es, auch über die eigentliche Advents- und Weihnachtszeit hinaus eine angenehme Atmosphäre in der Stadt zu schaffen und den einen oder anderen Kunden mehr in die Stadt locken. „Schlicht und schön“ sowie „angenehm unspektakulär“ waren die Kommentare aus Reihen der Mitglieder.

Diskussionen angestoßen

Mit der Probebeleuchtung, die zu Jahresbeginn in der Jüdenstraße aufgehängt worden war, hatte Treffpunkt Stadtmarketing eine Diskussion um das Thema Weihnachts- und Winterbeleuchtung angestoßen. „Das ist ein erster Test für unser neues Konzept“, erläuterte seinerzeit Anka-Maria Walther, Vorstandsassistentin bei Treffpunkt Stadtmarketing Duderstadt. Zunächst waren drei Ketten-Varianten bestellt worden. Dazu war eine Google-Umfrage eingerichtet worden und es gab einen sogenannten QR-Code, der in Mitgliedsgeschäften an der Jüdenstraße aushing.

„Wir planen eine Winterbeleuchtung, die bereits Ende Oktober oder Anfang November angebracht werden soll“, hatte Walther ebenfalls schon im Januar verkündet. In der Zeit beginne die dunkle Jahreszeit, und die Lichterketten sollen für eine behagliche Atmosphäre in der Stadt sorgen, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Leuchten sollen die neuen Lampen bis um Mariä Lichtmess herum (2. Februar).

Kein klares Votum nach Umfrage

Auf die Umfrage, die Treffpunkt Stadtmarketing zum Jahresbeginn gestartet hatte, habe es fast 160 Antworten gegeben, berichtet Walther heute. Ein klares Votum sei dabei aber nicht herauszulesen gewesen, da sich Befürworter wie diejenigen, „die das doof finden“, etwa die Waage gehalten hätten.

Auch in der Facebook-Diskussion zum Thema gab es unterschiedliche Meinungen. Eine Nutzerin des sozialen Netzwerks schrieb etwa: „Ich finde, es sollte eine Weihnachtsbeleuchtung bleiben. Habe mich letztens noch gefragt, warum die Innenstadt immer noch leuchtet. Passt irgendwie nur zur Weihnachtszeit.“ Ein anderer Facebook-Post: „Bei uns in Bad Lauterberg hängt die Winterbeleuchtung auch noch überm Boulevard. Ich finde es gut, wenn die Städte durch die Winterbeleuchtung freundlicher wirken und sie nicht bereits am 6. Januar abgehängt wird. Vom Tag nach Totensonntag bis zum 6. Januar kann die Beleuchtung dann gerne von Leuten die das möchten Weihnachtsbeleuchtung genannt werden.“

Weihnachtsbeleuchtung und die Finanzierung

Die Verantwortlichen von Treffpunkt Stadtmarketing Duderstadt hoffen nun, dass sich möglichst viele an der Finanzierung der neuen Beleuchtung beteiligen. „Jeder kann seinen Teil dazu beitragen“, appelliert Hubertus Werner, „dass unsere Stadt schön leuchtet“. Immerhin sei das eine Investition für die Bürger und die Gemeinschaft.

Die Finanzierung neuer Beleuchtungen beschäftigt auch andere Kommunen immer wieder. So stand auch Gieboldehausen vor der Situation, dass die alte Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr zu nutzen war. In Gieboldehausen beispielsweise hatte sich die Werbegemeinschaft nicht mehr in der Lage gesehen, die Beleuchtung zu finanzieren. Daraufhin hatte die Gemeinde 2010 Zuständigkeit und Finanzierung übernommen. Mit acht Kunsttannen-Girlanden samt Sternen war die über die Straßen gespannte Weihnachtsbeleuchtung der Größe des Ortes entsprechend eher bescheiden ausgefallen. Dennoch konnte die Werbegemeinschaft den Lichterschmuck nicht mehr unterhalten. Dank Sponsoring von Sparkasse und Volksbank wurden sechs der acht Lichterketten durch baugleiche Modelle ersetzt, womit allerdings noch einmal die alte Beleuchtung erneuert worden war, statt auf Energiesparlampen oder LED-Leuchten umzustellen.

Die alte Beleuchtung in der Marktstraße in Gieboldehausen – hier eine Archivaufnahme – hat ausgedient. Quelle: Niklas Richter

2016 konnte die alte Beleuchtung jedoch nicht mehr aufgehängt werden, weil sie technische Mängel hatte, nicht mehr den geänderten Richtlinien entsprach und es keine Versicherung mehr gegeben hatte. Bestimmt 30 Jahre alt war die alte Weihnachtsbeleuchtung, schätzt David Gerlach von der Werbegemeinschaft Gieboldehausen.

Gieboldehausen ein Jahr ohne Beleuchtung

Die Folge: 2017 fiel die Weihnachtsbeleuchtung in Gieboldehausen aus, denn kurzfristig hatte sich kein Ersatz beschaffen lassen. Immerhin für den Bereich des Schlosses habe kurzfristig eine neue LED-Beleuchtung angeschafft werden können. Fleckenverwaltung und Werbegemeinschaft einigten sich schließlich, dass es in der Marktstraße wieder eine Beleuchtung geben soll und entwickelten gemeinsam ein Konzept, um Schritt für Schritt wieder eine Advents- und Weihnachtsbeleuchtung zu installieren. Außer neuen Beleuchtungselementen, welche die Straße überspannen, ist auch die Beleuchtung von Bäumen angedacht. „Das große Investment“, sagte Gerlach im Oktober 2018 könne die Werbegemeinschaft nicht auf einmal leisten. Daher gab es im Bereich der Marktstraße zunächst drei neue weihnachtliche Lichtelemente sowie einen beleuchteten Baum am Obertor. „Das wird wachsen“, verspracht er. Dazu stellte die Gemeinde einen Weihnachtsbaum am Schloss auf, der mit der im Vorjahr angeschafften LED-Lichterkette beleuchtet wurde.

Finanzierung auch in Göttingen ein Thema

Weihnachtsbeleuchtung in der Göttinger Innenstadt –hier ein Archivbild. Quelle: Christina Hinzmann

Auch in Göttingen ist die Finanzierung der Lichterketten in der Innenstadt immer wieder ein Thema. In den meisten Einkaufsstraßen kümmert sich Pro City darum, dass die Innenstadt festlich erstrahlt, in der Weender Straße ist es der Förderverein der Weender Straße. Im Oktober 2018 indes stand noch nicht fest, ob überall Lichter in der Vorweihnachtszeit erstrahlen würden. Grund: Pro City wartete noch auf die Beiträge der Anlieger, hieß es. Erstmals hatte Pro City die Organisation der Beleuchtung in der Groner Straße übernommen. Die Kosten für die Beleuchtung würden eins zu eins umgelegt, erklärte Pro-City-Geschäftsführerin Frederike Breyer.

In den vergangenen Jahren seien die Lichterketten nach und nach auf energiesparende LED umgestellt worden. „Diese Umstellung haben wir in diesem Jahr nun abgeschlossen”, sagte Breyer 2018. Alle Lichterketten seien nun mit der modernen Technik ausgestattet.

Verein Treffpunkt Stadtmarketing hat Beirat neu gewählt

Während der Mitgliederversammlung des Vereins Treffpunkt Stadtmarketing Duderstadt am Dienstagabend waren der Beirat sowie ein Kassenprüfer zu wählen. Das fünfköpfige Beirats-Gremium setzt sich danach wie folgt zusammen: Prof. Hans Georg Näder (Vorsitzender), Bürgermeister Wolfgang Nolte, EWB-Geschäftsführer Markus Kuhlmann und St.-Martini-Geschäftsführer Markus Kohlstedde wurden wiedergewählt, Christian Osburg ist neu dabei. Er löst Franz-Josef Otto ab. Als Kassenprüferin wurde Annegret Maring gewählt.

Der Verein Treffpunkt Stadtmarketing zählt aktuell 68 Mitglieder aus unterschiedlichen Bereichen – Privatleute, Einzelhändler, Gewerbetreibende, Handwerker, Immobilienbesitzer, Vereine, Verwaltung und Organisationen. Neu dabei ist zum Beispiel der Malteser Hilfsdienst Duderstadt und die Caritas Südniedersachsen. Ziel der Vereinsaktivitäten ist es, Duderstadt soll als Wirtschafts-, Handels-, Tourismus-, Kultur- und Wohnstandort weiter zu entwickeln. Das erfolgt unter anderem mit Aktivitäten wie den verschiedenen Themenmärkten in der Innenstadt.

Die Themenmärkte in Duderstadt

Die nächsten Markt-Termine des Vereins Treffpunkt Stadtmarketing sind der Apfel- und Birnenmarkt am 5. und 6. Oktober und der Eichsfelder Wurstmarkt am 9. und 10. November. Zum Jahresabschluss gibt es den Duderstädter Weihnachtstreff vom 29. November bis 29. Dezember. Weiter geht es 2020: Der Frühlingsmarkt vom 28. bis 29. März wird dann den Auftakt für das Treffpunkt-Stadtmarketing-Marktjahr 2020 machen.

Der Artikel wurde ergänzt.

Die Autorin erreichen Sie unter 05527/94997-12 oder per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de

Von Britta Eichner-Ramm

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