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Duderstadt Neues Denkmal in Duderstadt erinnert an Opfer des Nationalsozialismus
Die Region Duderstadt Neues Denkmal in Duderstadt erinnert an Opfer des Nationalsozialismus
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21:42 01.09.2014
Von Nadine Eckermann
Mahnmal: Ehemalige KZ-Häftlinge am Ort der Erinnerung. Quelle: Schauenberg
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Duderstadt

Vor rund 50 Gästen richtete Duderstadts stellvertretender Bürgermeister Dieter Thriene (CDU) seinen Dank an die Geschichtswerkstatt, auf deren Initiative das Denkmal geschaffen wurde. „Es ist Ihnen gelungen, die 69 Namen der Opfer zu ermitteln“, lobte Thriene.

Die 69 grob behauenen, grau-changierenden Steine würden dauerhaft an Menschen erinnern, die als Umsiedler und Zwangsarbeiter dem NS-Regime zum Opfer gefallen sind und die fernab der Heimat beigesetzt wurden.

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Die Einebnung der Gräber hätte laut Kriegsgräbergesetz nie stattfinden dürfen, erklärte Götz Hütt, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt. Das Denkmal sei ein Beitrag dazu, dem Unsichtbarwerden der in Duderstadt geschehenen NS-Verbrechen entgegenzuwirken.

„Unter den Menschen befanden sich Zwangsarbeiter, die nach Duderstadt verschleppt worden waren. Es waren aber auch Umsiedler, die Opfer nationalsozialistischer Bevölkerungs-Verschiebungspolitik wurden“, erklärte Hütt. Sie stammten aus Belgien, Jugoslawien, Litauen, den Niederlanden, aus Polen, Rumänien, der UdSSR und Ungarn.

„Froh, dass dieses Denkmal geschaffen wurde“

Unter den Opfern befanden sich nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder: „34 Säuglinge und Kleinkinder, denen im Duderstadt von damals eine Chance zum Leben nicht gewährt wurde“, sagte Hütt.

Ihnen seien die kleinen Steine im Denkmal gewidmet, erläuterte Lange-Hesse, der von den Strapazen berichtete, den Grauwackstein zu bearbeiten – und davon, wie sehr ihn seine Arbeit daran denken ließ, unter welchen Bedingungen die Zwangsarbeiter ihrer Arbeit nachgegangen sein mussten.

Neun der Gäste der Feierstunde haben persönliche Erinnerungen an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Die ehemaligen Häftlinge nationalsozialistischer Konzentrationslager sind derzeit zu Besuch in Duderstadt und verfolgten ergriffen den Festakt.

„Wir sind froh, dass dieses Denkmal geschaffen wurde“, sagte Wladyslawa Kreszewska, die drei Jahre und neun Monate im Lager gelebt hat. „Es ist ein Signal an die Jugend. Es sagt: So etwas darf in Zukunft nie wieder geschehen.“