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Duderstadt Neues Hundegesetz: „Alles ist in der Schwebe“
Die Region Duderstadt Neues Hundegesetz: „Alles ist in der Schwebe“
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21:03 06.07.2011
Von Anne Eckermann
Gegenwehr zwecklos: Das neue Hundegesetz nimmt Herrchen und Vierbeiner zukünftig in die Pflicht.
Gegenwehr zwecklos: Das neue Hundegesetz nimmt Herrchen und Vierbeiner zukünftig in die Pflicht. Quelle: Eckermann
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„Derzeit sind mehr Fragen offen, als geklärt“, betonen Annelore von Hof, Justiziarin bei der Stadtverwaltung, und Ordnungsamtsleiterin Sabine Holste-Hoffmann. Klar ist, dass laut Gesetz Hundehalter seit dem 1. Juli ihre Hunde chippen lassen und eine Haftpflichtversicherung für ihr Tier abschließen müssen. Greifen wird die „Neuregelung zur Sachkunde von Hundehaltern und zur Registrierung gechippter Hunde“, wie das neue Hundegesetz amtsdeutsch bezeichnet wird, aber erst nach einer Übergangszeit von zwei Jahren, also zum 1. Juli 2013. Ab dann werden Verstöße gegen die neuen Bestimmungen als Ordnungswidrigkeit geahndet.

„Dass das Chippen bereits jetzt Pflicht ist, liegt an der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie und ist nicht neu“, erläutert von Hof. Wer mit seinem Vierbeiner innerhalb der europäischen Staaten reisen möchte, benötige seit geraumer Zeit verbindlich einen EU-Heimtierausweis. Und Voraussetzung dafür sei der Chip.
So klar geregelt das Chippen ist, bei Versicherung und insbesondere Sachkundenachweis herrscht noch Verwirrung – sowohl bei den Kommunen, als auch den Hundehaltern. Wer wie wann und wo die ab 2013 vorgeschriebene Sachkundeprüfung abnimmt oder die Versicherungspflicht überwacht, steht noch in den Sternen.

„Laut Gesetz läge die Zuständigkeit beim Veterinäramt des Kreises, doch die soll auf kommunale Ebene verlagert werden, wo auch die Anmeldung der Hunde zur Hundesteuer bearbeitet wird“, interpretiert Holste-Hoffmann die Information der Landesregierung, nach der die Durchführungsbestimmungen für die Kommunen derzeit erarbeitet würden. „In spätestens sechs Wochen sollen die vorliegen, dann wissen wir, wo die Zuständigkeiten liegen“, so von Hof. Ihr Rat an die Eichsfelder Hundehalter: „Chip und Versicherung sind klar, das kann und sollte jeder erledigen. Hinsichtlich des Sachkundenachweises heißt es erst einmal abwarten. Alles ist in der Schwebe. In sechs Wochen wissen wir wohl mehr.“