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Duderstadt Neujahrsnacht mit Schrecken und Freude
Die Region Duderstadt Neujahrsnacht mit Schrecken und Freude
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20:32 02.01.2011
Einsatz in der Neujahrsnacht: Feuerwehrleute bekämpfen das Feuer vom Hof des landwirtschaftlichen Anwesen aus.
Einsatz in der Neujahrsnacht: Feuerwehrleute bekämpfen das Feuer vom Hof des landwirtschaftlichen Anwesen aus. Quelle: Raabe/Feuerwehr
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Das Jahr 2011 war keine dreiviertel Stunde alt. Während sich zu dieser Zeit noch viele Menschen im Eichsfeld über das abklingende Feuerwerk am Himmel freuten, begann in Desingerode die Neujahrsnacht mit Schrecken. Unter dem Schleppdach einer Scheune in der Desingeröder Straße 8 war Heu in Brand geraten. Um 0.42 Uhr heulten die Sirenen.

Für die Brandschützer stellte sich die Situation in der Haupt- und Durchgangsstraße als schwierig dar. Auf eine benachbarte Scheune, in der Stroh lagerte, breiteten sich die Flammen aus. Auch auf Wohnhäuser drohten sie überzuschlagen.

Eine 82-jährige Anwohnerin musste von Rettungskräften, unter ihnen Angehörige der DRK-Rettungsgruppe, aus ihrem verschlossenen Wohnhaus evakuiert werden. Die Haustür brachen die Retter auf. Wegen möglicher Rauchentwicklung musste auch eine weitere Frau in der Nachbarschaft ihre Wohnung verlassen.

Einschließlich des Einsatzes der Drehleiter aus Duderstadt waren Feuerwehrleute aus mehreren Ortsteilen und aus Seulingen zur Stelle. Rund 80 Rundballen mit Stroh mussten aus der Nachbarscheune ins Freie transportiert werden. Landwirte und Unternehmen halfen mit Traktoren und schwerem Gerät. In einem Raum der Tankstelle Weber konnten Feuerwehrleute, die mit schwerem Atemschutz im Einsatz waren, zwischenzeitlich eine Pause einlegen.

Bis in die späten Abendstunden des Neujahrstages dauerte die Nachlöscharbeit. Über die Ursache des Feuers liegen noch keine Erkenntnisse vor. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Dass sich das Feuer durch einen Feuerwerkskörper entzündet habe, liege nahe, sagte Heinrich Marx, der als Brandabschnittsleiter Ost den Einsatz der Feuerwehren leitete – unterstützt von Desingerodes Ortsbrandmeister Johannes-Heinrich Weber sowie Stadtbrandmeister Stefan Schindler und Stellvertreter Frank Hellmold.

Unbeschwert und ausgelassen feierten anderenorts viele Menschen in der Einsatznacht den Beginn des neuen Jahres. In der Innenstadt von Duderstadt prosteten sich viele Leute auf der Marktstraße zu. Merklich ruhiger als in den vergangenen Jahren fiel die Silvester-Knallerei in der Innenstadt aus. Denn das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände innerhalb des Walles war erstmals verboten. „Es wird viel weniger geknallt“, stellte Kreislandwirt Hubert Kellner fest, der bei Freunden in Duderstadt feierte und einen Vergleich zu den Vorjahren herstellte. Annelore von Hof und Sabine Holste-Hoffmann von der Stadt Duderstadt sowie Helmut Degener und Friedel Kunze von der Polizei achteten darauf, dass das Abbrennverbot weitgehend eingehalten wurde.

In Gieboldehausen musste die Feuerwehr in der Neujahrsnacht um 0.25 Uhr zum Löschen eines Brandes ausrücken. In der Straße Hopfenhof hatten bislang Unbekannte einen Kleider-Sammelbehälter in Brand gesetzt. Eindeutig waren Feuerwerkskörper die Ursache. Der Behälter samt Inhalt sind nur noch Schrott.

Von Heinz Hobrecht

Kommentar von Heinz Hobrecht

Noch ist nicht geklärt, ob ein Feuerwerkskörper das Feuer in der Scheune in Desingerode entfacht hat. Die Vermutung liege nahe, sagt Brandabschnittsleiter Heinrich Marx. Fast zeitgleich zum Großeinsatz im Duderstädter Ortsteil war ein Team der Stadt mit Polizisten in der Duderstädter Innenstadt unterwegs, um auf das Abbrennverbot von Raketen innerhalb des Walles zu achten. Mit Fingerspitzengefühl nahmen die Ordnungshüter zur Kenntnis, dass sich nicht alle Feuerwerksfreunde an das Verbot hielten. Aufklärende Gespräche und der Appell an die Vernunft standen im Vordergrund. Nicht zu verstehen ist die Attacke auf den Kleider-Sammelbehälter in Gieboldehausen. Gegen Vorsatz oder Unzurechnungsfähigkeit ist allerdings kein Kraut gewachsen.