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Duderstadt Neukonzeption von Pflege und Fachdisziplinen
Die Region Duderstadt Neukonzeption von Pflege und Fachdisziplinen
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20:58 14.06.2019
Das Team des Krankenhauses St. Martini mit Geschäftsführer Markus Kohlstedde (r.), dem Ärztlichen Direktor Dr. Udo Iseke (l). und Pflegedienstleiterin Kathrin Magerkurth freut sich zusammen mit dem früheren CDU-Landtagsabgeordneten Lothar Koch (2.v.r.) über die Förderzusage des Landes für den bevorstehenden Bauabschnitt. Quelle: Eichner-Ramm
Duderstadt

Als eine von neun neuen Krankenhausbaumaßnahmen hat es das geplante Bauprojekt des Duderstädter Krankenhauses St. Martini ins Investitionsprogramm 2019 des Landes Niedersachsen geschafft. Vorgesehen ist eine Förderung der Neukonzeption Pflege und Fachdisziplinen mit einem Volumen von sieben Millionen Euro bei einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro.

Die frohe Botschaft, die Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Donnerstag verkündete, freut die Verantwortlichen in Duderstadt. St.-Martini-Geschäftsführer Markus Kohlstedde: „Wir freuen uns sehr, mit dem Votum des Planungsausschusses einen weiteren Meilenstein erreicht zu haben.“

Viele Varianten geplant

Viel Arbeit sei in das Konzept zur Neustrukturierung des Hauses geflossen. Zahlreiche Varianten seien in den vergangenen Jahren geplant, geprüft und zum Teil wieder verworfen worden. Die ursprünglichen Umbau- und Erweiterungspläne von Jahr 2016 sahen drei Bauabschnitte vor. In der überarbeiteten Fassung werden es nun nur noch zwei Bauphasen geben. Für den ersten Abschnitt wurde 2018 dann Feinplanung konkretisiert und mit den zuständigen Landes- und Baubehörden abgestimmt, erläutert Kohlstedde.

Anfang 2019 konnten dann die Bauunterlagen für den Fördermittelantrag zur Prüfung eingereicht werden. Dem Duderstädter Projekt sei ein „angemessenen Umfang“ und Zweckmäßigkeit bescheinigt worden, so der Krankenhausgeschäftsführer rückblickend.

Baubeginn nach Erhalt des Bewilligungsbescheids

Jetzt wurde der erste Bauabschnitt in das Investitionsprogramm mit einem ersten Finanzierungsabschnitt in Höhe von sieben Millionen Euro aufgenommen. Die Bauarbeiten selbst können indes erst nach Erhalt des Bewilligungsbescheids beginnen, erklärt Kohlstedde. Zunächst muss das Kabinett dem vom Planungsausschuss empfohlenen Investitionsprogramms zustimmen. „Wir rechnen damit im zweiten Halbjahr“, so der Duderstädter Krankenhausgeschäftsführer.

Unterdessen seien bereits Fördermittel für den zweiten Bauabschnitt in Höhe von 16 Millionen Euro beantragt worden. Zurzeit liefen dafür die Planungsabstimmungen mit den zuständigen Landes- und Baubehörden.

„Nachhaltigen Krankenhausbetrieb sicherstellen“

Ziel der Neustrukturierung des Hauses ist Kohlstedde zufolge, „die steigenden Patientenzahlen zu bewältigen, funktionale, bauliche und hygienische Defizite zu beseitigen und damit einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Krankenhausbetrieb sicherzustellen.“ Beispielsweise sei der bestehende OP-Bereich sei viel zu klein, beschreibt der Ärztliche Direktor des Krankenhauses St. Martini, Dr. Udo Iseke, die derzeitige Situation. Unter anderem gebe es zu wenige Lagerkapazitäten.

Interdisziplinäre Funktionsebene und große Notaufnahme

So soll das Krankenhaus nach den geplanten Baumaßnahmen aussehen. Quelle: Deubzer König Architekten / R

Im ersten Bauabschnitt, der aktuell im Investitionsprogramm des Landes aufgenommen wurde, werde der Pflegebereich neu gestaltet, „eine interdisziplinäre Funktionsebene geschaffen und der Notaufnahmebereich direkt angebunden“, erklärt Kohlstedde. Derzeit befänden sich die verschiedenen Funktkionsbereiche im ganzen Haus zerstreut, was weder wirtschaftlich noch von den Abläufen her optimal sei. Die Intensivstation liege zum Beispiel viel zu weit von den Operationssälen entfernt. Die neue Notaufnahme sei „extra groß“ konzipiert worden, um künftig für einen verstärkten Zustrom von ambulanten Patienten bewältigen zu können. Das werde eine Folge des zu erwartenden Verlustes von Fachärzten sein, sind sich Kohlstedde und Iseke einig.

Flächendefizite beheben und Funktkionalität erreichen

Im zweiten Bauabschnitt sollen „Flächendefizite behoben und die geforderten Hygienestandards erfüllt, sowie eine moderne Funktionalität erreicht“ werden, führt Kohlstedde weiter aus. Mit diesem Abschnitt würden „der Zentral-OP mit Sterilisation neu angebaut, ein Aufwachbereich mit Patientenvorbereitung (Holding Area) erstellt und die kardiologische Funktionsdiagnostik mit den notwendigen Räumen für das Herzkatheterlabor im Bestand umgebaut“.

Kohlstedde weiter: „Die Station für die Geriatriepflege wird vervollständigt, die ITS/IMC erweitert und im Bestand teilumgebaut.“ Die nahtlose Verknüpfung der Bauabschnitte schaffe Kosteneffizienz unter anderem dadurch, dass Provisorien oder technische Interimsmaßnahmen nicht notwendig werden“, erklärt Kohlstedde und betont: „Mit dem zweiten Bauabschnitt kommen dann die Optimierung der funktionalen Zusammenhänge und die Synergien in den Funktionsabteilungen zur vollen Entfaltung.“

Je Bauabschnitt 30 Monate Umsetzungsdauer

Je Bauabschnitt rechnen die Projektplaner mit einer Umsetzungsdauer von 30 Monaten. Der laufende Krankenhausbetrieb soll möglichst wenig beeinträchtigt werden. Kohlstedde nennt die Gesamtplanung eine „höchst komplexe Aufgabe, denn die Maßnahmen sollen nicht nur den Raum- und Funktionsbedarf zielführend umsetzen, sondern auch wirtschaftliche Stationsstrukturen sowie eine interdisziplinäre Notfall- und Funktionsebene schaffen. Gleichzeitig soll für Mitarbeitende, Patienten und Angehörige eine klare Orientierung im Gebäude möglich sein und kreuzungsfreie Wege entstehen“, macht Kohlstedde die Vielschichtigkeit des Projektes deutlich.

Mit der jetzt angekündigten Förderung des ersten Bauabschnitts durch das Land sieht der St.-Martini-Geschäftsführer einen weiteren Meilenstein erreicht. „Wir sind froh, dass Sozialministerin Dr. Carola Reimann wie auch schon ihre Vorgängerin Cornelia Rundt, unsere Leistungsfähigkeit, unsere Bedeutung für das Eichsfeld und unser Potenzial erkannt haben und unterstützen“, betont Kohlstedde.

Freude über Unterstützung aus Hannover

Die Reaktionen auf die in Aussicht gestellte Förderung des Krankenhauses St. Martini in Duderstadt fallen durchweg positiv aus. Krankenhausgeschäftsführer Markus Kohlstedde: „Wir sind stolz, St. Martini seit 2014 im Team auf einen zukunftsfähigen Weg gebracht zu haben, wir sind dankbar für die große Unterstützung hier vor Ort und in Hannover – insbesondere durch Lothar Koch und Wolfgang Nolte – und die hervorragende zielführende und menschlich angenehme Zusammenarbeit mit den Fachplanern in Ministerium und Behörden.“

„Zukunftsfestigkeit des Hauses geregelt“

Der langjährige CDU-Landtagsabgeordnete Koch kommentierte die Aufnahme von St. Martini in das Investitionsprogramm 2019 mit den Worten: „Ich bin heilfroh, dass damit die Zukunftsfestigkeit des Hauses nun auch wirklich geregelt ist.“ Das Lehrkrankenhaus Duderstadt habe sich in den letzten Jahren positioniert und sei wirtschaftlich gesund, so Koch weiter. „Das ist nicht selbstverständlich.“ Ganz entscheidend, „dass wir bei den 19 geförderten Krankenhäusern dabei sind“, sei aus Sicht Kochs gewesen, dass sich auch der Elisabeth-Vinzenz-Verbund zu Duderstadt bekannt habe.

„Überzeugende Weichenstellung“

Das Krankenhaus St. Martini in Duderstadt erhält für seine geplanten Baumaßnahmen in diesem Jahr vom Land sieben Millionen Euro. Quelle: Meder

Von einer „klaren und überzeugenden Weichenstellung der Kongretation zum Erhalt unseres St.-Martini-Gesundheitshauses und aufbauend auf der exzellenten Arbeit des gesamten Teams kann jetzt die bauliche und inhaltliche Neuausrichtung beginnen“, äußert sich Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) erfreut und begeistert über „die Entscheidung des Planungsausschusses und der Sozialiministerin Carola Reimann“. Nolte: „Der erste Spatenstich für eine große Zukunftsinvestition für unsere Stadt und unsere Heimatregion rückt endlich in greifbare Nähe“. Für ihn erfülle sich „ein weiterer Entwicklungstraum, für den wir gemeinsam über Jahre weite Wege gegangen sind. Unser kleines und feines Gesundheitshaus hat endlich die verdiente und hart erarbeitete Zukunftsperspektive“, freut sich der Bürgermeister.

Wirtschaftskraft für die gesamte Region

 Der Eichsfelder Landtagsabgeordnete Thomas Ehbrecht (CDU) sagte: „Natürlich freut es mich, wenn über 20 Millionen Euro Investitionen in unser Krankenhaus, welches effizient und gut aufgestellt ist, unseren ländlichen Raum und die ärztliche Versorgung auf Zukunft sichert.“ Ehbrecht betont weiter, dass das Arbeitsplätze und auch viele Zulieferer sichere und Wirtschaftskraft in die gesamte Region bringe.

 Auch die Duderstädter Kommunalpolitiker äußern sich positiv zur angekündigten Förderung des Duderstädter St.-Martini-Krankenhauses in Höhe von sieben Millionen Euro für die Neukonzeption von Pflege und Fachdisziplinen.

„Schöne Sache für Duderstadt

 Andreas Diedrich, CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Duderstadt, bezeichnete die avisierte Förderung als „zukunftsweisend für unsere Region“ und „eine schöne Sache für Duderstadt“. Die Aufnahme in das Investitionsprogramm 2019 des Landes zeige, welchen Stellenwert das Krankenhaus insgesamt habe und werde St. Martini für die medizinische Nahversorgung erhalten, so Diedrich weiter.

Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb

 „Die Entscheidung des Ministeriums das Krankenhaus in Duderstadt zu fördern, ist eine Entscheidung für die Zukunft und genau richtig“, betont die SPD-Fraktionsvorsitzende Doris Glahn. „Wir freuen uns sehr über diese für das Krankenhaus St. Martini und für Duderstadt so wichtige Förderung, denn Gesundheit ist lokal und regional. Hier vor Ort, wohnortnah, werden Krankenhäuser zur Sicherung der Gesundheitsversorgung gebraucht.“ Insbesondere in Zeiten von Ärzte- und Fachkräftemangel hätten Krankenhäuser in ländlichen Regionen eine zentrale, bedeutende Funktion, so Glahn. Das Krankenhaus St. Martini sei außerdem großer Arbeitgeber und sei Ausbildungsbetrieb und sei damit „ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Region“. Davon werden sowohl Patienten als auch Mitarbeiter profitieren“, ergänzt Glahn.

„Heimatnahe Einrichtung“

 „Es ist gut, wenn durch die Förderung der Standort erhalten wird“, sagt Jochen Mitschke, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Und auch der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Duderstädter Bürger (WDB), Thomas Gerlach, äußert sich erfreut über die Förderzusage des Landes Niedersachsen. „Durch die Umbau- und Sanierungsarbeiten steigt die Zukunftssicherheit unseres Gesundheitshauses St. Martini.“ Für die Bürger der Region sei St. Martini „eine wichtige Einrichtung für die Gesundheitsvorsorge beziehungsweise für die Genesung. Daher ist eine solche heimatnahe Einrichtung unbedingt zu erhalten“.

 Wenn vom Land sieben Millionen nach Duderstadt fließen, zeige das, „dass hier an St. Martini alles richtig gemacht wird“, kommentiert der Fraktionsvorsitzende der FDP-Fraktion, Thorsten Feike.

Die Autorin erreichen Sie unter 05527/94997-12 oder per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de

Von Britta Eichner-Ramm

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