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Duderstadt Nicht souverän
Die Region Duderstadt Nicht souverän
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18:28 18.11.2011
Von Ulrich Lottmann
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Erst auf Nachfrage aus den Reihen der Freien Wähler wurden die Verdienste des langjährigen Ratsmitglieds, früheren Obernfelder Bürgermeisters und Ex-Stellvertreters des Samtgemeindebürgermeisters öffentlich genannt. Das mag man einer frisch ins Amt gekommenen Samtgemeindebürgermeisterin als unbeabsichtigte Nachlässigkeit zugestehen. Vor dem Hintergrund einer auf Form und Formalitäten bedachten CDU gewinnt diese Nickeligkeit jedoch Gewicht.

Um die Form geht es der CDU jedenfalls stets bei der Wahl der Stellvertreter – in Duderstadt jenen des Ratsvorsitzenden, in Gieboldehausen die für den Bürgermeister. Da beharren die mehrheitsgewohnten Christdemokraten darauf, diese Repräsentationsposten mit ihren Leuten zu besetzten oder zumindest, ihren Kandidaten hochrangiger zu platzieren.

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Im Duderstädter Stadtrat verweigerte die CDU den anderen Parteien jegliches Entgegenkommen und installierte zwei Stellvertreter für den Ratsvorsitz aus ihren Reihen. Im Rat des Fleckens Gieboldehausen konnte die CDU ihren Anspruch auf einen ersten Stellvertreter des Bürgermeisters gegen die Stimmen der anderen Parteien nicht durchsetzen. Sie enthielt sich anschließend demonstrativ bei der Abstimmung über deren Kandidaten. Im Gieboldehäuser Samtgemeinderat nun pochte die CDU auf eine Reihenfolge der Stellvertreter der Samtgemeindebürgermeisterin, beantragte den Zusatz „Erster“ für ihren Mann, der daraufhin sieben Gegenstimmen hinnehmen musste.

Das Beharren der CDU auf Posten und Prestige mag formal legitim, machtpolitisch sogar nachvollziehbar sein. Souverän ist es nicht.