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Duderstadt „Wir werden eine Fusion positiv begleiten“
Die Region Duderstadt „Wir werden eine Fusion positiv begleiten“
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18:00 30.07.2018
Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers zu Besuch in der Sparkasse Duderstadt. Quelle: Foto: Pförtner
Duderstadt

Hauptsächlich habe man sich zu aktuellen Themen auf dem Finanzsektor mit dem Minister ausgetauscht, sagte Uwe Hacke, Vorstandsvorsitzender der Sparkassen Duderstadt, nach dem Treffen am Montagmittag. Vor allem zur sogenannten Proportionalität in der Bankenregulierung habe man das Stimmungsbild aus Hannover abfragen wollen. Und Hacke zeigte sich zufrieden: „Unsere Sorgen und Nöte stoßen im Ministerium auf Gehör“, so die Einschätzung.

Seit Ausbruch der Finanzkrise vor zehn Jahren müssen sich Kreditinstitute mit umfangreicher Regulierung auseinandersetzen. Auch wenn er die Ziele der Finanzmarktregulierung an sich keinesfalls in Frage stellen wolle, spreche er sich dafür aus, die Vorgaben für kleine und mittlere Sparkassen und Banken zu vereinfachen und Ausnahmen zu ermöglichen, so Hilbers.

Regulierung dürfe weder Sparkassen noch Kunden überfordern

Eine übermäßige Regulierung auf europäischer Ebene dürfe weder die Sparkassen vor Ort noch ihre Kunden überfordern, waren sich Hacke und Hilbers einig. Von den kleinen Instituten mit vergleichsweise einfachen Geschäftsmodellen gingen geringe Risiken für die Finanzstabilität aus als von großen international agierenden Banken, so der Minister. Über den Bundesrat setze sich Niedersachsen daher für eine konsequente Anwendung des Proportionalitätsprinzips ein. Gerade kürzlich habe er außerdem in Brüssel über eine Vereinfachung für kleinere Institute diskutiert. Gespräche, wie er sie jetzt in Duderstadt mit Fachleuten geführt habe, seien wertvoll. Konkrete Problemschilderungen würden ihm bei der Argumentation enorm helfen.

Mit Blick auf die seit Januar 2018 geltenden Melde- und Dokumentationspflichten für den Wertpapierhandel beklagte Hacke einen deutlich gestiegenen Aufwand. „Sie bedeuten erhebliche innerbetriebliche Anstrengungen für die Sparkassen, um einerseits den Kunden Leistungen anzubieten und andererseits den Anforderungen gerecht zu werden.“ Die Finanzmarktrichtlinie unter dem Akronym „MiFID II“ soll Verbraucher mehr Schutz im Wertpapierhandel bringen. Dazu Hilbers: „Diese Richtlinie ist für die Institute ein erheblicher Kostenfaktor. Wir müssen aus der Finanzmarktkrise unsere Lehren ziehen, dürfen die Handelsplätze dabei aber nicht unattraktiv machen.“

Die Zeit ist noch nicht reif

Der Einführung eines Europäischen Einlagesicherungssystem erteilte Hilbers eine klare Absage. Die Zeit dafür sei noch nicht reif. Zunächst müssten europaweit Risiken in den Bilanzen der Banken reduziert und Altlasten beseitigt werden. Vorher könne die Bankenunion aus einer einheitlichen Bankenaufsicht und Bankenabwicklung nicht vollendet werden. Deutschlands Bankenlandschaft verfüge über ein funktionierendes Sicherungssystem. Auch die Institutssicherung der Sparkassen habe sich bewährt und würde unnötig durch die aktuell diskutierte Vergemeinschaftung in Frage gestellt, so Hacke. Landrat Bernhard Reuter (SPD) ergänzte, ihm sei kein Fall bekannt, bei dem eine Sparkasse mit öffentlichen Mitteln habe gerettet werden müssen.

Und dann ließ sich Minister Hilbers schließlich doch noch eine Aussage zur im Raum stehenden Fusion der Sparkassen-Standorte in Osterode, Duderstadt, Hann. Münden und Bad Sachsa entlocken. „Wir drängen nicht auf eine Fusion, aber wir werden sie positiv begleiten.“ Wichtig sei dabei, dass die regionale Verbundenheit mit den Menschen und der Wirtschaft der zentrale Auftrag der Sparkassen bleibe. Es sei ein Spagat nötig, um gleichzeitig für die Kunden in der Fläche präsent zu bleiben und wirtschaftlich verantwortungsvoll zu handeln. Und mit Blick auf seine Gesprächspartner schloss Hilbers: „Die machen sich lieber ein Loch ins Knie als leichtfertig eine Filiale zu schließen.“

Von Markus Scharf

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