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Duderstadt Nils Knoblich stellt seine Graphic Novel „Fortmachen“ vor
Die Region Duderstadt Nils Knoblich stellt seine Graphic Novel „Fortmachen“ vor
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00:28 21.05.2018
Comic-Zeichner Nils Knoblich stellt seine Graphic Novel "Fortmachen" im Grenzlandmsueum vor Quelle: ny
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Teistungen


Nils Knoblich war fünf Jahre alt, als seine Eltern im Juni 1989 aus der DDR ausreisen durften. Fünf Monate später fiel die Mauer. „Das ist auch eine Episode im Buch. Meine Eltern waren am 9. November abends noch im Schwimmbad. Als sie nach Hause kamen, hörten sie im Radio von der Grenzöffnung. Im ersten Moment waren sie schockiert“, beschreibt der Autor die Reaktion seiner Eltern. Sollte es völlig umsonst gewesen sein, alle Schikanen ertragen zu haben, um endlich ausreisen zu dürfen – wenn so kurz darauf die Grenze offen war? Erst später sei ihnen klar geworden, dass auch sie ihren Teil dazu beigetragen hatten, dass die SED-Diktatur nicht weiter bestehen konnte, sagte der Zeichner.

Im Westen wird es bunter

Die Knoblichs, von denen die Graphic Novel erzählt, waren keine Revolutionäre, keine Widerstandskämpfer, keine Flüchtlinge. Sie hatten sich für den „legalen“ Weg entschieden, die DDR zu verlassen. Doch wie kam es dazu? Wie fühlten sie sich vorher in der DDR? Wie haben die Menschen im Umfeld der Familie reagiert? Und wie wurden Jahre später die Erlebnisse und die Schikanen verarbeitet? All das wird mit ein paar Strichen beantwortet.

Auf ersten Blick wirken die Zeichnungen locker dahin gekritzelt, doch der Teufel steckt sprichwörtlich im Detail. Knoblich gelingt es, durch winzige Veränderungen in der Federführung, den Protagonisten seiner Graphic Novel Tiefe zu geben – oder die auch bewusst wegzulassen, wenn manche Figuren in angepasster Oberflächlichkeit dahindümpeln. Auch die Farbgebung bleibt verhalten zwischen grau-blau und ocker, im grellsten Fall ein cremiges Orange – zumindest, wenn aus DDR-Zeiten erzählt wird. Knoblich hat zwei Erzählstränge gezeichnet. Im Westen wird die Welt dann etwas bunter.

Die Zeichnungen offenbaren Atmosphäre und Emotionen, die ohne diese Bilder viel mehr Worte bräuchten, um sie entsprechend zu beschreiben. Beklemmung, Unverständnis und Wut – über geöffnete Päckchen, abgehörte Telefonate, Schikane bei der Einziehung zur Nationalen Volksarmee – werden sichtbar und damit auch nachvollziehbar. Knoblich beweist mit seinem krakeligen Stil ein feines Gespür für auf den Punkt gebrachte Mimik, Körpersprache, Proportionen und Zwischentöne. In einer Comic-Lesung sprechen vor allem die Bilder, die Knoblich so arrangiert hat, dass manchmal beinahe Filmsequenzen daraus werden und eine stille, oft bedrückende, Lebendigkeit entsteht.

Comic-Workshop für Schüler

„Mit Graphic Novels kann ein neuer Zugang geschaffen werden, um sich mit politischen und historischen Themen auseinanderzusetzen“, sagte Mira Keune. Leiterin des Grenzlandmuseums Eichsfeld in Teistungen. Daher ist die Comic-Lesung auch Teil eines Schülerprojektes, bei dem Neunt- und Zehntklässler einer Regelschule aus Niederorschel in einem Comic-Workshop das Thema DDR-Geschichte bearbeiten. Begleitet werden sie vom Historiker Patrick Hoffmann und von der Geschichtslehrerin Franziska Bömeke, beide pädagogische Mitarbeiter des Grenzlandmuseums.

Nils Knoblich hat an der Kunsthochschule Kassel Illustration/ Comic und Trickfilm studiert. Sein Kurzfilm „From Dad To Son“ wurde mehrfach ausgezeichnet. Die Graphic Novel „Fortmachen“ ist als Diplomarbeit entstanden und im Verlag Edition Moderne erschienen. Seit 2014 lebt Knoblich als freier Trickfilmer in Stuttgart und ist Dozent für Animation an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Kurzfilm „From Dad To Son“

Hier können Sie den Kurzfilm sehen:

Von Claudia Nachtwey

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