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Duderstadt Nolte: „Wir wollen dieses Haus mit Leben füllen“
Die Region Duderstadt Nolte: „Wir wollen dieses Haus mit Leben füllen“
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20:09 28.08.2011
Von Kuno Mahnkopf
„Moderner, frischer, anziehender“: Bürgermeister Wolfgang Nolte (r.) freut sich über den Neustart für das Museum.
„Moderner, frischer, anziehender“: Bürgermeister Wolfgang Nolte (r.) freut sich über den Neustart für das Museum. Quelle: Tietzek
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Duderstadt

Die Feierstunde als Ouvertüre zum Bürgerfest war kein Zufall. Die Lebenshilfe und die Harz-Weser-Werkstätten beteiligen sich künftig als Kooperationspartner an der Betreuung des Museums. Auch einzelne Bürger wollen sich ehrenamtlich einbringen, weitere Interessenten können sich in der Stadtverwaltung bei Horst Bonitz melden.
Den Neustart nach dem Wasserschaden, der zur Schließung geführt hatte, musste die Stadt mit 70 000 Euro von der Versicherung stemmen. Bei rund 70 000 Euro lagen vor der Zwangspause auch die jährlichen Betriebskosten. Und Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) gab bei der Eröffnung zu bedenken, dass der Sanierungsaufwand für das Gebäude mit rund einer Million Euro auf der Tagesordnung bleibe.

„Viele Bürger haben sich auf diesen Tag gefreut – zwischen Skepsis und Zuversicht“, zeigte sich Nolte zufrieden, mit geringen Mitteln das Ziel eines attraktiven Museums samt Ausrichtung auf neue Zielgruppen erreicht zu haben. Ausführlich rekapitulierte er die Geschichte des seit 1936 als Museum genutzten ehemaligen Schulgebäudes – von der Räumung für Flüchtlinge 1946 über den Brand von 1953 und den Einbruch von 1972 bis zum museumspädagogischen Modellversuch und der Neueröffnung 1986. Nach dem Rekord von 21 500 Besuchern im Jahr der Landesausstellung ebbte die Besucherzahl auf zuletzt 2800 im Jahr vor dem Wasserschaden ab. Die Atempause sei genutzt worden, um neue Akzente zu setzen, betonte Nolte: „Wir wollen dieses Haus als barrierefreien Begegnungsort für alle Generationen mit Leben füllen, mit anderen Einrichtungen und Leuchttürmen vernetzen.“ Die neuen Aktivstationen und das auf Kinder ausgerichtete Herbstprogramm hob Nolte ebenso hervor wie die Einbindung von Künstlern.

Als stellvertretender Landrat des Kreises, der sich stets an den Museumskosten beteiligt hat, zeigte sich Lothar Koch (CDU) freudig überrascht von den vielen Gästen. Das Museum setze Akzente, mit denen man sich identifizieren könne, mit hohem Anspruch sei auf Bewährtes zurückgegriffen worden.

„Wir haben Schicht für Schicht Staub abgetragen, um faszinierende Themen mit Alleinstellungsmerkmalen neu zu konturieren“, fasste Andrea Rechenberg die Arbeit der letzten Monate zusammen. Im digitalen Zeitalter mit gewisser Beliebigkeit würden Museen das Original bieten und seien deshalb weiter attraktiv. Gerade für Kinder seien Heimatmuseen wichtig, betonte der stellvertretende Vorsitzende des Museumsverbundes Südniedersachsen, Volker Ludwig: „Nur wer weiß, wo er herkommt, weiß, wie seine Zukunft aussehen soll.“