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Duderstadt Olaf Schubert führt „Krippenspiel“ in Heiligenstadt auf
Die Region Duderstadt Olaf Schubert führt „Krippenspiel“ in Heiligenstadt auf
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18:00 20.07.2018
HerrJe: Olaf Schubert – gut präpariert für seine Weihnachtsrolle. Quelle: R
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Heiligenstadt

Schubert bittet vier Tage vor dem offiziellen Termin zur vorgezogenen Bescherung. Was natürlich nur gut gehen kann, wenn höchsten der ein oder andere im Publikum beleidigt ist – denn: „Ich bleibe der intellektuelle Stachel im Fleisch der Bourgeoisie.“ Diese, je nach individuell gepflegter Weltanschauung, Drohung oder Verheißung hat Schubert zwar im Zusammenhang mit einem anderen Stück für notwendig erklärt, aber der „freischaffende Betroffenheitslyriker“ wäre als Besserwisser nicht so erfolgreich, wenn er sich nicht überall einmischen würde – also auch in bestimmten Kreisen vor der Krippe. Die Welt sei schlecht, betont Olaf Schubert, „aber zu erleben, wie Olaf sich ihrer annimmt, macht sie schon ein ganzes Stücke erträglicher“, steht auf seiner Homepage.

„Ich bin wohl schon wieder Jesus Christus.“

An diesem adventlichen Abend ist es mal wieder, wie immer seit mehr als 20 Jahren, an der Zeit, das „Krippenspiel“ zu zelebrieren – in einer aktualisierten Fassung versteht sich. „Hoppla, ich bin wieder da, es geht wieder los. Ich bin wohl schon wieder Jesus Christus“- alias HerrJe: Was mag bloß der Boss dazu sagen?, fragt sich der ein oder andere im Publikum (diesmal von einer anderen Fraktion). Schubert weiß es schon – „Gott selbst schrieb 2013 in einer großen deutschen Zeitung: „Da sind welche, die machen was.“ Also macht er weiter so. Denn: „Ich wage es nicht, dem Herrn in dieser Sache zu widersprechen.“

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Die Lampe auf der Rampe geht an – und Schubert legt los.

Schließlich habe der das Wort am Anfang erfunden. „Und Gott sprach: ,Es werde Licht!’“ Drei Worte, die Schuberts Bühnenwelt bedeuten. Die Lampe auf der Rampe geht an und Schubert, gemäß dem Motto, Der Herr hat „einen Vorhang-auf-Gedanken einfach Wirklichkeit werden lassen“, legt los – und das mit Kritik, schreibt Uta Mehl vom „Rosenburg Musiv Management“. Was Gott „tatsächlich nicht schöpfen wollte, war das Laientheater. Es fiel, wie so manches, als Schöpfungsabhub von der Werkbank des Obersten.“ Doch nicht in den Behälter für Abfall, sondern in den mit der Aufschrift Schau‘n wir mal.

Olaf Schubert: „Da ist es nun. Das Krippenspiel! Darüber reden kann nur, wer es gesehen hat. Und wer sich erinnern kann, war nie da gewesen.“

Info: www.olaf-schubert.de. Karten sind online auf gt-tickets.de, in den Geschäftsstellen des Tageblatts in Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9, sowie unter Telefon (0551) 901-213 erhältlich.

Von Stefan Kirchhoff