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Duderstadt Operationen für Storch und Uhu
Die Region Duderstadt Operationen für Storch und Uhu
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00:17 23.02.2017
Von Kuno Mahnkopf
Friedrich-Karl Schöttelndreier.
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Rüdershausen

Im Oktober feiert Schöttelndreier das 40-jährige Bestehen seiner Naturschutzbund-Greif- und Eulenstation in Rüdershausen, einige Tage später seinen 71. Geburtstag. Obwohl Ende des Jahres sein Zuschussvertrag mit dem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) ausläuft, will er die Station weiterführen, solange es seine Gesundheit erlaubt. Den Schwerpunkt will er aber auf sein Steinkauz-Projekt verlagern, Greifvögel, Eulen und andere Vogelarten bei Bedarf an die zurzeit im Aufbau befindliche Station des Vereins Wildvogelhilfe in Hilkerode weiterleiten.

In seiner Jahresbilanz 2016 listet Schöttelndreier 19 Greifvögel und Eulen sowie 14 weitere Vogelarten auf. Die Anzahl der Pflegetiere hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert, der Anteil der Greifvögel und Eulen ist allerdings zurückgegangen. Spitzenreiter bei den Pflegevögeln war diesmal nicht der Mäusebussard, sondern wieder einmal der Turmfalke. Der Großteil der Tiere konnte ausgewildert werden. Vier Turmfalken haben als Dauer-Pflegefälle eine Bleibe in Rüdershausen gefunden.

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Für Schlagzeilen und Fernsehbeiträge hat der spektakuläre Fall der jungen Storchen-Dame Fee gesorgt, die ein maßangefertigtes Ersatzbein von Ottobock bekommen hat. Nach der erfolgreichen Anpassung der Prothese stehe nur noch die Frage im Raum, wann und wohin Störchin Fee komme, sagt Schöttelndreier. Gleich zwei Uhus waren im vergangenen Jahr Patienten der Station. Einem Uhu, der bereits eingeschläfert werden sollte, hat Tierärztin Brigitte Sindermann durch eine Operation das Auge gerettet. Ein weiterer Uhu, der pitschnass und unterernährt eingeliefert wurde, konnte nach wenigen Tagen wieder in die Freiheit entlassen werden.

Zunehmende Probleme bereite der sich auf Brut- und Balzzeiten auswirkende Klimawandel der Steinkauz-Nachzucht, meint Schöttelndreier. 2016 sei nur ein Steinkauz geschlüpft, im Jahr zuvor aber fünf. Durch einen „Ringtausch“ habe er in Rüdershausen „fremde Käuze“ zur Nachzucht einsetzen können, zwei Steinkauz-Paare neu zusammengestellt. Seit 1984 wurden in Rüdershausen 197 Steinkäuze nachgezüchtet, mit weiteren dem Projekt zur Verfügung gestellten Steinkäuzen deutschlandweit 242 Tiere ausgewildert, 45 Käuze zur Blutauffrischung anderen Projekten zur Verfügung gestellt.