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Duderstadt Orientierungshilfe für künftige Schulabgänger
Die Region Duderstadt Orientierungshilfe für künftige Schulabgänger
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18:53 13.11.2011
Demonstrieren den Bau von Tabletts: Vanessa Sottmann und Marvin Orth, Auszubildende an der Berufsfachschule Holztechnik an den BBS Duderstadt. Quelle: Kunze
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Duderstadt

Zukünftige Schulabgänger nutzten die Gelegenheit, Eindrücke und Anregungen in kompakter Form zu sammeln, Kontakte zu Ausbildungsbetrieben, Schulen, Hochschulen und weiteren Bildungsträgern zu knüpfen, Alternativen zu entdecken und Antworten auf persönliche Fragen rund um die Berufswahl zu erhalten. Häufig kamen die jungen Gäste in Begleitung ihrer Mütter, Väter und Großeltern.

Viele Schüler ließen Bewerbungsfotos vor Ort erstellen, ihre Bewerbungsmappen checken, oder sie beteiligten sich an simulierten Einstellungstests. Aufmerksamkeit fanden ebenso Mitmachangebote und Vorträge.

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„Die Zukunft gehört denen, die an die Schönheit ihrer Träume glauben“, zitierte Schulleiter Timo Tuschling zum Auftakt die amerikanische Menschenrechtsaktivistin und Diplomatin Eleanor Roosevelt. Die Eichsfelder Berufsfindungsbörse sei für die gastgebenden BBS eine gute Gelegenheit, sich vorzustellen und den Stellenwert beruflicher Bildung im Raum Duderstadt deutlich zu machen – für die Stadt, das Eichsfeld und den Landkreis Göttingen. Die Veranstaltung sei „sehr, sehr wichtig für die Region“, da sich oftmals zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr entscheide, ob Jugendliche hier blieben.

Tuschling erinnerte daran, dass gerade in handwerklichen Berufen der Fachkräftemangel besonders groß ist. „Wer schlau is, wählt einen solchen Handwerksberuf“, so der Schulleiter. Der Personalbedarf werde „sicherlich dazu führen, dass man dort wahrscheinlich in Zukunft mehr verdienen kann als es heute der Fall ist.“

„Ich wünsche mir, dass wir im kommenden Jahr keine Gedanken mehr formulieren müssen, wie es kurz- und mittelfristig mit den BBS weitergeht, sondern dass wir feststellen können, die Berufsschulstandorte in Hann. Münden, Göttingen und Duderstadt sind in einem Gesamtkonzept aufein-ander abgestimmt und haben mittel- und langfristig Perspektiven“, sagte Duderstadts Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU). Der Schirmherr wurde noch deutlicher: „Wir können nicht ständig durch die Wechselbäder bestimmter Einzelentscheidungen gehen.“ Notwendig sei vielmehr eine strategische Ausrichtung unter Würdigung des demografischen Wandels, orientiert an den Bedürfnissen der Wirtschaft und der jungen Generation.

Eben diese junge Generation und deren Begleiter konnten bei ihrem Rundgang viele praxisnahe Eindrücke von Berufen gewinnen. Von Bautätigkeiten für ein Wochenendhaus über Arbeiten mit Holz bis zur Fahrzeugdiagnose und Präsentationen rund um die Pflege des äußeren Erscheinungsbildes lockten beim Rundgang zahlreiche Stationen.

Eine Tendenz machte die Berufsfindungsbörse deutlich: Interessenten an handwerklichen Berufen im Baubereich wollen im Eichsfeld oft in die Fußstapfen von Angehörigen treten. Dies hat Vorteile, wie Gerhard Nolte, Lehrer für Fachpraxis an den BBS Duderstadt beschrieb: „Wenn schon der Vater oder Onkel in dem Beruf tätig war, bringen sie realistische Vorstellungen mit.“

Von Axel Artmann