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Duderstadt Denkmalschutz bewegt Ortsrat Mingerode
Die Region Duderstadt Denkmalschutz bewegt Ortsrat Mingerode
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20:05 10.05.2019
In der Lindenallee in Mingerode finden sich seit langer Zeit leerstehende Häuser, zumindest eins von ihnen ist einsturzgefährdet. Quelle: Christina Hinzmann
Mingerode

Ein Tagesordnungspunkt ist während der Sitzung des Ortsrates Mingerode am Donnerstag besonders lange und lebhaft diskutiert worden: der Denkmalschutz. Es lag eine Antwort der Stadtverwaltung Duderstadt auf eine Anfrage des Ortsrates vor. Der hatte darum gebeten, mögliche Verfahrenswege zur Aufhebung des Denkmalschutzes bei einigen Häusern im Ort aufzuzeigen. Ja, eine Löschung aus der Denkmalliste ist möglich, heißt es in der Antwort der Verwaltung. Aber: Die Löschung aus dem Denkmalverzeichnis könne nur durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege (NLD) erfolgen. Voraussetzung sei, dass die „Eintragungsvoraussetzungen“ entfallen sind. Das müsse vom NLD überprüft werden.

Überprüfung ist geplant

In einer Stellungnahme des NLD zum Thema heißt es, dass eine flächendeckende Überprüfung sehr aufwendig sei und aus „personellen und finanziellen Gründen zurzeit nicht leistbar ist“. Bei konkreten Einzelfragen könnten allerdings vom zuständigen Landesdenkmalpfleger Überprüfungen ausgeführt werden. In der Tat sei „in den nächsten Tagen“ die Überprüfung von zwei Häusern in der Lindenallee und der Bachstraße geplant. Grundsätzlich stehe es jedem Eigentümer eines Denkmals frei, einen Antrag auf Abbruch seines Denkmals zu stellen. Eine Genehmigung könne erteilt werden, wenn dem Eigentümer die Erhaltung des Denkmals nicht zumutbar ist. „Dies ist vom Eigentümer anhand einer zu überprüfenden wirtschaftlichen Unzumutbarkeitsberechnung zu beweisen“, heißt es.

Genug Probleme auf dem Land

Ortsbürgermeister Pascal Schwedhelm (Unabhängige Wählerliste) wägt im Gespräch mit dem Tageblatt ab: „Wir müssen aufpassen, dass wir den Denkmalschutz auf den Dörfern nicht überreizen.“ Wenn es um repräsentative Gebäude geht, die für eine Epoche stehen, sei der Schutz wichtig und in Ordnung. Aber: „Wir haben nichts gewonnen, wenn wir den offensichtlich unabwendbaren Abbruch maroder Gebäude auf die nächste Generation schieben.“ Gerade auf dem Land gebe es schon genug Probleme mit dem demografischen Wandel. Entweder es gebe für die Besitzer von Denkmalen mit Sanierungsbedarf echte finanzielle Anreize, damit sie den Auflagen des Denkmalschutzes nachkommen können, oder aber Denkmale müssen von der Liste gestrichen werden. Es sei im 21. Jahrhundert nicht mehr zumutbar, dass Menschen in Häusern leben, die baulich einen Lebensstandard bieten wie vor 200 Jahren. „Aus einigen Häusern wachsen schon Bäume. Ich kann mich persönlich nicht erinnern, dass die jemals bewohnt waren“, zeigt Schwedhelm die Dimension des Verfalls einiger Gebäude in Mingerode auf.

Land Niedersachsen ist gefragt

Es gebe Leute, die wollen ihr denkmalgeschütztes Haus sanieren, die würden aber durch die strengen Auflagen abgeschreckt. Das gelte nicht nur für Mingerode. „Ich habe viel Verständnis, wenn in Duderstadt historische Gebäudeensembles unter Denkmalschutz stehen, schon aus touristischen Gründen ist das wichtig. Es kommt aber niemand nach Mingerode, um ein halbverfallenes Bauernhaus anzuschauen“, argumentiert der Ortsbürgermeister. Da müsse man die Kirche im Dorf lassen. Er stellt auch klar, dass die Stadtverwaltung Duderstadt keine letztliche Entscheidungskompetenz habe. Hier sei das Land Niedersachsen gefragt.

Von Ulrich Meinhard

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