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Duderstadt Neue Planungsvariante für Mehrzweckhalle Westerode
Die Region Duderstadt Neue Planungsvariante für Mehrzweckhalle Westerode
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00:22 08.07.2019
Der Ortsrat Westerode möchte mit dem Projekt "Umbau und Modernisierung der Mehrzweckhalle Westerode" noch von einer Förderung im Rahmen der Dorfentwicklung profitieren. Sorgenkind ist das angrenzende, derzeit leer stehende und sanierungsbedürftige Wohnhaus (links im Bild). Quelle: Eichner-Ramm
Westerode

Westerode ist eine der sechs Duderstädter Ortschaften, die derzeit als „Dorfregion Duderstädter Dörfer“ 2014 im Förderprogramm Dorfentwicklung des Landes Niedersachsen aufgenommen sind. Einem Umbau und Modernisierung der Mehrzweckhalle Westerode hat der Rat der Stadt grundsätzlich zugestimmt. Jetzt hat der Ortsrat sich für eine Planungsvariante entschieden.

Schon seit Jahren wird von den Westerödern darauf hingewiesen, dass die bestehende Mehrzweckhalle (MZH) saniert werden muss, um den Aussagen von Ortsbürgermeister Bernward Vollmer (CDU) zufolge „ein zukunftsfähiges Angebot für die Bevölkerung“ erhalten zu können. Die Krux an den bisherigen Überlegungen ist, dass die MZH unmittelbar an das Gebäude Westeröder Straße 10 angrenzt beziehungsweise mit diesem verbunden ist. Der Fachwerkbau ist im städtischen Besitz und beherbergte einst die zweitälteste Gaststätte des Ortes, zeitweise auch das Gemeindebüro. Es steht größtenteils leer, der bauliche Zustand wird als „sehr schlecht“ eingestuft.

Für Westeröder Straße 10 gilt Denkmalschutz

Wollte man das als Einzeldenkmal eingestufte Haus wieder nutzbar machen, müsste viel Geld investiert werden. Ein Abbruch kommt aufgrund des Denkmalschutzes nicht in Frage, und eine Veräußerung wird seitens des Ortsrates ob des Zustands der Immobilie als wenig realistisch erachtet. Die Stadt müsste pro Jahr etwa 20000 bis 50000 Euro in den Bau investieren, allein um die Verkehrssicherheit herzustellen, machte der Ortsbürgermeister klar. Nutzbar wären dann die Obergeschosse dennoch nicht, weil die Deckenhöhe für eine sinnvolle Nutzung viel zu niedrig seien.

Sina Stelter-Bode, Architektin im Bereich Hochbau der Stadtverwaltung, stellte während der Sitzung des Ortsrates am Donnerstagabend verschiedene mögliche Varianten für eine sogenannte Ertüchtigung der Mehrzweckhalle, Kombinationen aus Sanierung und Anbau und auch für einen kompletten Neubau vor. Die Varianten waren in den vergangenen Monaten erarbeitet worden. In verschiedenen Gesprächsrunden sei auch das Amt für regionale Landesentwicklung (ARL) eingebunden gewesen, erklärte der Ortsbürgermeister. Das ARL ist für die Förderanträge zuständig. „Nach ereignisreichen Wochen“ habe sich laut Vollmer gezeigt, dass eine Antragstellung zum 15. September 2019 möglich wäre. Daher sollte sich nun kurzfristig der Ortsrat noch vor den Ferien für eine Variante aussprechen.

Weiterer Grund für die Eile: Würde sich die Antragstellung verschieben, wäre das Projekt nicht mehr innerhalb des Förderzeitraums der Dorfentwicklung umsetzbar. Außerdem sei die Stadt in den nächsten Jahren aus dem Zukunftsvertrag raus und würde dann auch keine 63-prozentige Förderung mehr bekommen, fasste der Ortsbürgermeister zusammen.

„Lieber den Spatz in der Hand“

Die möglichen Varianten variieren kostenmäßig zwischen 405000 Euro und 2435000 Euro. Die kostengünstigste Möglichkeit sieht einen Anbau an das bestehende Gebäudeensemble und eine minimale Modernisierung der MZH vor. Mit einem geschätzten Kostenvolumen von 2,435 Millionen Euro teuerste Lösung wäre ein kompletter Neubau und Teilung von Halle und denkmalgeschütztem Wohnhaus. „Ein Traum“ und „langfristig das Optimalste“, so die Kommentare aus dem Gremium, doch nicht finanzierbar. Daher entschieden sich die Ortsratsmitglieder lieber für „den Spatz in der Hand...“.

Dabei handelt es sich um die neu erarbeitete Vorplanung, die einen Anbau nördlich der Mehrzweckhalle vorsieht. Dieser würde einen neuen, etwa 65 Quadratmeter großen Versammlungsraum, ein neues Stuhllager, Abstellräume und einen Verbindungsflur umfassen. Die bestehende Halle soll in ihrer Größe und Funktion erhalten bleiben, an Fassade und im Innenbereich aber saniert werden. Im Erdgeschoss des Wohnhauses würden Rämlichkeiten für Jugendraum, WCC-Archiv und den Ortsheimatpfleger geschaffen.

Aus eins mach zwei

Die Kostenschätzung für diese Variante beläuft sich auf rund 1106000 Euro. Nach Rücksprache mit dem ARL könnten aus dem Vorhaben zwei Projekte gemacht werden, sagte Stelter-Bode. Damit wäre möglich, sowohl für die Fassadensanierung des Wohnhauses und das Herrichten der Räume im Erdgeschoss als auch für die MZH mit Anbau separate Förderanträge zu stellen und unterm Strich eine höhere Förderung zu erhalten. Damit läge der Eigenanteil der Stadt bei 462000 Euro – „vertretbar“ und „ein verantwortbarer Weg“, wie der Ortsbürgermeister sagte. Er hofft nun, dass die politischen Gremien nach der Sommerpause dem einstimmigen Empfehlungsbeschluss des Ortsrates folgen und die notwendigen Haushaltsmittel bereitstellen, damit fristgerecht zum September die Förderung beantragt werden kann.

Dorfregion Duderstädter Dörfer“

Breitenberg, Gerblingerode, Hilkerode, Immingerode, Tiftlingerode und Westerode – das sind die sechs Dörfer, die als „Dorfregion Duderstädter Dörfer“ 2014 in das Förderprogramm Dorfentwicklung des Landes Niedersachsen aufgenommen wurden. Ziel des Programms ist es, die Lebensqualität in ländlichen Räumen zu erhalten und zu verbessern. Dazu sollen Gemeinschaftseinrichtungen und Nahversorgung aber auch Ortsbild und Dorfcharakter im Mittelpunkt stehen. Gefördert werden können private Vorhaben mit bis zu 30 Prozent, wobei immer im Einzelfall geprüft wird, ob die Kriterien der sogenannten ZILE-Richtlinie (ZILE = Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung) erfüllt werden. Eigentümer älterer Gebäude oder früher landwirtschaftlich genutzter Immobilien, die saniert oder umgenutzt werden sollen, können sich unverbindlich und kostenlos vom Fachdienst Stadtplanung der Stadt Duderstadt beraten lassen – Kontakt: Anna-Lena Karnbach, Telefon 05527/841-140, E-Mail: a.karnbach@duderstadt.de.

Die Autorin erreichen Sie per E-Mail an b.eichner-ramm@eichsfelder-tageblatt.de oder unter Telefon 05527/94997-12, oder über Facebook.

Von Britta Eichner-Ramm

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