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Duderstadt Ortsumgehung: Tiftlingeröder wollen einen Anliegerbereich
Die Region Duderstadt Ortsumgehung: Tiftlingeröder wollen einen Anliegerbereich
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20:20 20.07.2014
Verwinkelt, eng und unübersichtlich: Der Ortsrat drängt darauf, Musestraße und Tiftlingeröder Straße als Pilotprojekt nur noch für Anlieger freizugeben. Quelle: Thiele
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Tiftlingerode

Um dem entgegenzuwirken, hat der Ortsrat ein Konzept für einen Anliegerverkehr in Tiftlingerode entwickelt.

Spätestens zum 1. Juli 2015 sollen Musestraße und Tiftlingeröder Straße nur noch für Anlieger freigegeben sein. „Diese Regelung soll als Pilotprojekt befristet über neun Monate laufen“, so der Plan des Ortsrates.

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Während eines Bürgerinformationsabends im Vorfeld der jüngsten Ratssitzung hatten Anwohner die Möglichkeit, ihre Meinung zum Thema zu äußern. Schließlich habe die geänderte Verkehrsführung auch Auswirkungen für die Tiftlingeröder selbst, erläuterte Goebel.

„Wir wollen die Bürger mitnehmen“

Ihm sei es wichtig, die Entscheidung gemeinsam zu treffen: „Wir wollen die Bürger mitnehmen“, sagte er. Doch Bedenken äußerten die wenigsten. Für sie seien die kleinen Umwege, die gefahren werden müssten, das geringere Übel und daher problemlos in Kauf zu nehmen. Dies kristallisierte sich während der Bürgerversammlung deutlich heraus.

Die übereinstimmende Vorstellung von Ortsrat und Bürgern: Bereits in Duderstadt, etwa in Höhe der EEW, soll mit Hinweisschildern auf den Anwohnerverkehr aufmerksam gemacht werden, damit Autofahrer gar nicht erst den Weg nach Tiftlingerode einschlügen.

Außerdem solle das bestehende Hinweisschild auf das Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen um den Hinweis „Keine Wendemöglichkeit“ ergänzt werden. Im Ort sollen dann die Tiftlingeröder Straße in Gänze sowie die davon abgehende Musestraße bis zu ihrer Gabelung allein den Anwohnern vorbehalten sein.Den Linienbusverkehr, Lieferanten und den Kindergartenbus betreffe diese Regelung nicht.

Dem einen oder anderen gingen die Forderungen nicht weit genug. Ortsratsmitglied Marcus Pötzl bremste jedoch: „Wir können nicht den ganzen Ort zum Anliegerbereich erklären“, sagte er. „Wir sind schon an der Grenze dessen, was die Verwaltung mitträgt.

Bodenwellen und Kinderfiguren
Aus der Bevölkerung kamen weitere Ideen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Ort. So wurden beispielsweise bewusst gelegte Bodenwellen gefordert, die die Fahrer zu geringerem Tempo zwingen würden, oder auch stärkere Kontrollen durch die Polizei.

Aus den Reihen der Bürger kam außerdem die Idee auf, bemalte Kinderfiguren, die es in der Ortsdurchfahrt bereits einmal gab, neu zu basteln und aufzustellen. Der Ortsrat werde sich an den Kosten beteiligen, sagte Goebel zu.

Auf Zuschüsse vom Land Niedersachsen hoffen zudem einige der Anwohner, deren Häuser an der Durchfahrtsstraße liegen, für besonders verglaste Fenster. Der Straßenlärm sei eine Zumutung, hieß es aus den Reihen der Tiftlingeröder.

Zum Abschluss rief Goebel die Bürger dazu auf, eine „Hausaufgabe“ zu erledigen: „Macht Euch noch einmal Gedanken, besprecht das Thema mit Euren Freunden und Familien“, sagte er. Weitere, im Gespräch aufkommende Ideen, könnten jederzeit mit aufgenommen werden.

Ein Problem aber werden die Tiftlingeröder zunächst nicht lösen können: das veralteter Software in Navigationssystemen. Wer nach Navi fährt, wird in der nächsten Zeit weder den Kreisverkehr noch die Anliegerstraßen angezeigt bekommen – ein Problem, das jetzt schon besteht. Immer wieder verfahren sich Lastwagenfahrer in den engen Gassen des Ortes und sitzen dann förmlich fest.